Tierrettung in der Ostsee

Buckelwal vor Niendorf frei

Niendorf/Ostsee (SH) – Nach tagelangen Rettungsversuchen ist der vor Niendorf/Ostsee, Gemeinde Timmendorfer Strand, festgesessene Buckelwal in der Nacht auf Freitag in tieferes Wasser gelangt. Feuerwehr, DGzRS, Bagger, Wissenschaftler und weitere Helfer waren an der aufwendigen Aktion beteiligt.

Am Donnerstag saß der Wal im Flachwasser vor Niendorf noch fest. Der Seenotrettungskreuzer Felix Sand sicherte die Rettungsarbeiten ab. (Bild: Die Seenotretter – DGzRS | Alexander Krüger)

Noch am Donnerstagabend fehlten nach Angaben des Meeresbiologen Robert Marc Lehmann zehn Meter bis zur tieferen Rinne. Dort ließen die Helfer den Buckelwal zurück, weil das Tier erschöpft war und ein weiteres Vorgehen im Dunkeln als zu gefährlich galt. Am Freitagmorgen war der Wal dann nicht mehr an dieser Stelle.

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Begonnen hatte der Einsatz bereits am Montag, 23. März 2026. Die Feuerwehr Niendorf/Ostsee wurde nach eigenen Angaben am frühen Nachmittag erstmals alarmiert. Beim Eintreffen lag das Tier auf einer Sandbank im flachen Wasser. Die Einsatzkräfte entfernten Netzteile und Seile vom Körper des Wals. Mehrere Versuche, ihn in tieferes Wasser zu führen, blieben zunächst ohne Erfolg. Auch ein weiterer Anlauf gegen 19 Uhr scheiterte, obwohl der Wasserstand zwischenzeitlich gestiegen war.

Im Verlauf der Rettungsaktion kamen unterschiedliche Mittel zum Einsatz. Ein kleiner Saugbagger scheiterte am Dienstag. Am Donnerstag hob ein Schwimmbagger eine Rinne aus, später griff zusätzlich ein größerer Bagger von Land aus ein, nachdem dafür ein Damm aufgeschüttet worden war. Bojen markierten den Bereich. Die DGzRS unterstützte mit dem Seenotrettungskreuzer Felix Sand, das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung beriet die Gemeinde Timmendorfer Strand.

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Nach dem Freikommen verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Begleitung des Tieres. Laut Lehmann wurde der Wal wieder gesichtet, zeigte jedoch ein unruhiges Bewegungsmuster, tauchte ab und ließ sich zeitweise nicht sehen. Nach seiner Schilderung wolle man den Buckelwal nicht aktiv in eine Richtung drücken. Stattdessen fahren Boote vor ihm her oder bilden seitlich eine Barriere, damit er nicht erneut küstennah ins Flachwasser zurückkehrt. Ziel sei es, den Wal langsam aus der Bucht und Richtung Fehmarn zu geleiten.

Dafür seien inzwischen bereits weitere Stellen eingebunden, darunter Polizeistationen und dänische Stellen. Notfalls könne der Wal auch mit mehreren Schiffen Richtung Dänemark begleitet werden. Parallel rief Lehmann die Bevölkerung dazu auf, die Küstenabschnitte östlich und westlich von Niendorf im Blick zu behalten und Sichtungen mit möglichst exaktem Standort zu melden.

Damit bleibt die Lage trotz des Erfolgs in der Nacht dynamisch: Der Wal ist frei, in den flachen Bereichen der Lübecker Bucht besteht aber weiter die Gefahr einer erneuten Strandung.

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