Thiessow (MV) – In der Nacht zum Donnerstag ist ein Wachschiff der Offshore-Windindustrie vor Rügen durch technische Probleme in eine Notlage geraten. Eine von zwei Hauptmaschinen fiel aus, zudem waren der Generator defekt und die Akkus leer. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) schickte den Seenotrettungskreuzer Harro Koebke, der den Havaristen sicher nach Sassnitz begleitete.
Das Tochterboot Notarius des Seenotrettungskreuzers Harro Koebke von der DGzRS-Station Sassnitz unterstützt den Havaristen beim Festmachen im Sassnitzer Hafen. (Bild: Die Seenotretter – DGzRS)
Am Abend meldete sich der Schiffsführer der rund 28 Meter langen „Kalkgrund“ telefonisch bei der von der DGzRS betriebenen Rettungsleitstelle See, dem MRCC Bremen. Nach seinen Angaben war eine von zwei Hauptmaschinen ausgefallen. Zudem waren der Generator defekt und die Akkus leer. An Bord befanden sich vier Besatzungsmitglieder.
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Daraufhin alarmierte die Rettungsleitstelle den in Sassnitz stationierten Seenotrettungskreuzer Harro Koebke. Während die Seenotretter Kurs auf die „Kalkgrund“ nahmen, lief ihnen das Wachschiff mit der verbliebenen Maschinenleistung langsam entgegen.
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Rund 45 Minuten nach der Alarmierung erreichte der Kreuzer den Havaristen nordöstlich von Thiessow auf Rügen. Nach einem Lageabgleich übernahmen die Seenotretter die weitere Sicherung des Schiffes: Mit einem Abstand von einer halben Seemeile liefen sie voraus und lotsten die „Kalkgrund“ in den etwa neun Seemeilen entfernten Sassnitzer Hafen.
Seenotrettungskreuzer Harro Koebke (Bild: Die Seenotretter – DGzRS)
Beim Festmachen unterstützten die Seenotretter zusätzlich mit ihrem Tochterboot Notarius. Zur Einsatzzeit herrschten schwacher, umlaufender Wind und weniger als ein halber Meter Seegang.