Hannover (NI) – Die INTERSCHUTZ 2026 ist mit deutlichen Botschaften zur Zukunft von Feuerwehr, Katastrophenschutz und ziviler Verteidigung gestartet. Vertreter aus Politik und Feuerwehrverbänden betonten bei der Eröffnung die Bedeutung von Vernetzung, Ausbildung und Ehrenamt angesichts einer veränderten Sicherheitslage.
Im Beisein von unter anderem DFV-Präsident Karl-Heinz Banse (3.v.l.), dem Oberbürgermeister von Hannover Belit Onay (4.v.l.), Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (5.v.r.) sowie Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (4.v.r.) wurde die INTERSCHUTZ offiziell eröffnet. Foto: DFV
Auf 118.000 Quadratmetern präsentieren Aussteller bis zum 6. Juni in Hannover neue Entwicklungen aus den Bereichen Fahrzeuge, Ausrüstung, Digitalisierung sowie Einsatz- und Ausbildungstechnik. Unter dem Leitgedanken „Safeguarding tomorrow“ versteht sich die INTERSCHUTZ nicht nur als Technikmesse, sondern auch als Plattform für den fachlichen Austausch im Bevölkerungsschutz.
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Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay bezeichnete die INTERSCHUTZ als Leitmesse für Brandschutz, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz. Entscheidend sei, dass sie Menschen zusammenbringe und Raum für Vernetzung schaffe. Erfahrungen würden ausgetauscht, Innovationen weiterentwickelt und konkrete Planungen angestoßen. Zugleich machten die ideellen Aussteller Werte wie Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und gesellschaftliche Verantwortung sichtbar. Das starke Ehrenamt in Deutschland genieße auch international hohe Anerkennung. Die Messe sende damit das Signal, dass die Gesellschaft auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleibe.
Sicherheitslage verändert Anforderungen
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens verwies auf eine deutlich veränderte sicherheitspolitische Realität. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, Desinformation, Spionage und Sabotage hätten die Rahmenbedingungen für den Bevölkerungsschutz nachhaltig verändert. Krisen träten heute häufig gleichzeitig auf und ließen sich nicht mehr isoliert betrachten.
Deshalb brauche es einen sogenannten Allgefahren-Ansatz. Niedersachsen werde auf der INTERSCHUTZ einen neuen Katastrophenschutzplan vorstellen. Gute Vorsorge wirke bereits, bevor eine Katastrophe eintrete, erklärte Behrens. Gleichzeitig müsse offen darüber diskutiert werden, welche Verantwortung Bund, Länder, Kommunen und Bevölkerung bei der Vorsorge tragen.
Die angekündigten Investitionen des Bundes in Höhe von zehn Milliarden Euro für den Bevölkerungsschutz begrüßte die Ministerin. Entscheidend sei jedoch, die Mittel zielgerichtet einzusetzen. Resilienz entstehe vor allem in Städten, Gemeinden und Landkreisen. Deshalb komme der Vernetzung der Akteure eine zentrale Bedeutung zu.
Technik allein werde keine Krise bewältigen können. Das Fundament des Systems seien die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte in Feuerwehren, Rettungsdiensten und weiteren Organisationen. Themen wie Nachwuchsgewinnung, Ausbildung und gesellschaftliche Anerkennung müssten deshalb stärker in den Mittelpunkt rücken.
Dobrindt: Menschen bleiben entscheidender Faktor
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, die INTERSCHUTZ stehe in diesem Jahr stärker im öffentlichen Fokus als in den vergangenen Jahren. Einen wesentlichen Grund sieht er in den haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften, die ihre Leistungsfähigkeit unter veränderten Rahmenbedingungen wiederholt unter Beweis gestellt hätten.
Zwar begeisterten die auf der Messe vorgestellten Innovationen, den größten Beitrag zum Bevölkerungsschutz leisteten jedoch die Millionen engagierten Menschen in den verschiedenen Organisationen. Erfolg zeige sich nicht nur im Einsatz, sondern vor allem in der Vorbereitung auf Krisenlagen.
Mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage verwies Dobrindt auf hybride Bedrohungen gegen Deutschland. Der Bevölkerungsschutz müsse daher gemeinsam mit der zivilen Verteidigung weiterentwickelt werden. Im Rahmen eines Pakts für den Bevölkerungsschutz müssten Auftrag, Ausstattung und Ausbildung gestärkt werden. Gerade diese beiden letztgenannten Bereiche stünden auch auf der INTERSCHUTZ im Mittelpunkt.
Für die Weiterentwicklung kündigte der Bund Investitionen von zehn Milliarden Euro bis 2029 an. Das Programm sei langfristig angelegt und Teil einer neuen Sicherheitsarchitektur. Dieses Sicherheitsversprechen werde zu einem großen Teil von ehrenamtlichen Einsatzkräften getragen. Deshalb müssten diese Menschen bestmöglich unterstützt werden – nicht nur durch moderne Ausrüstung und Ausbildung, sondern auch durch politische und gesellschaftliche Wertschätzung.
PDF-Download: Download: Zappenduster- Vorbereiten auf den Blackout
Zappenduster: Dieses E-Dossier zeigt, wie sich Feuerwehren auf einen länger andauernden Stromausfall vorbereiten können – von Notstrom über Kommunikation bis zur Notrufannahme.
Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV), ideeller Partner der Weltleitmesse und Interessenvertretung von mehr als 1,4 Millionen Feuerwehrangehörigen, präsentiert sich in Halle 27 am Stand D46 mit einem Gemeinschaftsstand.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse betonte zur Eröffnung, dass sich die Herausforderungen der Zukunft nur durch das Zusammenspiel von moderner Technologie, geeigneter Taktik und umfassender Ausbildung bewältigen ließen.
Nach Angaben von DFV-Vizepräsident Frank Hachemer stehen am Gemeinschaftsstand fachliche Fortbildung, politischer Austausch sowie Einblicke in moderne Ausbildungsformen mit virtueller Realität im Mittelpunkt. Darüber hinaus beteiligen sich die Landesfeuerwehrverbände, die Deutsche Jugendfeuerwehr, der Weltfeuerwehrverband CTIF, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und weitere Partner. Fachvorträge auf der „Plaza“ sollen den Erfahrungsaustausch fördern und Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen aufzeigen.