Aufwendige Großtierrettung

Feuerwehr rettet verletzte Stute aus der Selz

Schwabenheim an der Selz (RP) – Ein Pferd ist am Mittwochabend in Schwabenheim an der Selz, Kreis Mainz-Bingen, von einer Brücke in den Fluss gestürzt und dabei schwer verletzt worden. Feuerwehr, Tierarzt und örtliche Pferdewirte retteten die Stute „Nori“ gemeinsam mit einem Bagger aus dem Gewässer.

Mit Schlingen und einem Bagger hoben Feuerwehr und Helfer die verletzte Stute aus der Selz. Zuvor hatten Einsatzkräfte die steile Böschung für die Großtierrettung abgegraben. (Bild: 5Vision.News)

Gegen 19:30 Uhr rutschten zunächst zwei Beine des Pferdes von der Brücke ab. Nach Angaben von Sebastian Schenk, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Feuerwehr Gau-Algesheim, hing das Tier zunächst zwischen Brücke und Selz fest, bevor es weiter in Richtung Wasser abrutschte. Dort blieb das Pferd im Flussbereich liegen.

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Die Einsatzkräfte konzentrierten sich anschließend auf die Bergung des Tieres aus dem steilen Uferbereich. Unterstützung kam dabei auch von der Berufsfeuerwehr Mainz mit einem Spezialfahrzeug. Mit einem Bagger trugen Helfer die Böschung ab und legten eine schräge Ebene an, um einen möglichst flachen Rettungsweg zu schaffen.

Wie der SWR berichtet, scheiterte ein erster Bergungsversuch. Stallbesitzer Ottmar Luy schilderte dem Sender, dass das Pferd beim Eintreffen noch über dem Geländer gehangen habe. Erst nachdem weitere Erdarbeiten durchgeführt worden waren, konnte die Besitzerin des Baggers in die Schaufel steigen und der Stute Gurte anlegen.

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Anschließend hoben Feuerwehr und Helfer das Pferd mithilfe von Schlingen und dem Bagger aus der Selz. Nach der Rettung versorgte ein Tierarzt die Stute zunächst an der Einsatzstelle. Das Tier erhielt Infusionen und blieb zunächst liegen, bevor es wieder aus eigener Kraft aufstehen konnte.

Nach Angaben von Ottmar Luy erlitt die Stute schwere Verletzungen an den Vorderbeinen. Tierarzt Hans Jürgen Gerhold erklärte laut SWR, dass die Nacht nach der Rettung stabil verlaufen sei. Das Pferd wurde nach dem Einsatz zurück in den Stall gebracht. Abschließend sicherte die Feuerwehr den Uferbereich ab und informierte die zuständigen Behörden.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Lassen Sie mich vorwegschicken, dass wir sicher sind, dass die Einsatzkräfte ihr Bestes gegeben haben bei diesem Großtierrettungseinsatz.
    Wir möchten und müssen jedoch den Irrtum aufklären, dass es sich bei diesem Einsatz um einen professionellen Großtierrettungseinsatz gehandelt hat.
    Seit 10 Jahren werden Einsatzkräfte der Feuerwehren in Deutschland in den sicheren und tierschonenden Verfahren der Technischen Großtierrettung trainiert. Diese sind internationaler Standard, wobei Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern immer noch weit abgeschlagen ist, was die flächendeckende Ausbildung angeht, denn bedauerlicherweise ist diese (noch) nicht Teil des offiziellen Ausbildungsprogramms der Feuerwehren. Bis heute wurden knapp 6.000 Einsatzkräfte in Deutschland in den Strategien und Verfahren der Technischen Großtierrettung trainiert. ComCavalo ist der einzige qualitätszertifizierte Anbieter solcher Trainings in Deutschland.
    Die beteiligten Feuerwehren und auch der Tierarzt am Einsatzort in Schwabenheim gehörten offensichtlich zu der Gruppe, die sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, denn die Einsatzfotos und -videos zeigen, dass kaum ein Fehler ausgelassen wurde – was zu Lasten der Sicherheit der Einsatzkräfte und der Gesundheit des Tieres geht. So unprofessionelle Rettungsaktionen sollte es eigentlich in Deutschland nicht mehr geben!
    Mit den Verfahren der Technischen Großtierrettung wäre dieser Einsatz völlig unspektakulär, sicher, tierschonend, mit deutlich weniger Aufwand und schneller zu erledigen gewesen. Es gibt übrigens Gerichtsurteile, bei denen Menschen für eine solche Behandlung von Tieren verurteilt wurden.
    Leider vermitteln die aktuell auf allen Kanälen verbreiteten, teils reißerischen Berichte über den Einsatz (nicht in Ihrem Fall!) den Eindruck, als hätten die Retter eine Heldentat vollbracht. Das Gegenteil ist der Fall und wir würden uns wünschen, dass sich die Berichterstattung über solche Einsätze an den international anerkannten modernen, sicheren und tierschonenden Verfahren orientieren würden und nicht gefährlichen Improvisationseinsätzen noch den Rücken stärken.

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  2. hoffentlich geht es ihr gut

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