Jahresbilanz 2025

Feuerwehr München erreicht neuen Einsatzrekord

München (BY) – Die Feuerwehr München hat 2025 so viele Einsätze bewältigt wie nie zuvor. Neben dem deutlichen Anstieg der Alarmierungen prägten mehrere außergewöhnliche Lagen sowie neue Ausbildungs- und Technikprojekte das Jahr.

Von links: Florian Klein (Stadtbrandmeister der FF München), Claudius Blank (Stadtbrandrat der FF München), Hanna Sammüller (KVR-Chefin) und Wolfgang Schäuble (Leiter der Branddirektion) und Jörg Fiebach (Leitender Branddirektor) (Bild: Feuerwehr München)

Die Feuerwehr München blickt auf ein einsatzreiches Jahr 2025 zurück. Insgesamt leisteten Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr 107.100 Einsätze. Das bedeutet einen Anstieg um rund 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den größten Anteil machten mit 74.704 Alarmierungen die Rettungsdiensteinsätze aus. Hinzu kamen 18.836 Technische Hilfeleistungen und 8.875 Brandalarme. Außerdem verzeichnete die Statistik 3.214 Sicherheitswachen, 584 ABC-Einsätze sowie 887 sonstige Feuerwehreinsätze. In der Integrierten Leitstelle gingen im selben Zeitraum 846.102 Anrufe ein.

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Zwei Ereignisse stehen exemplarisch für die besonderen Herausforderungen im vergangenen Jahr. Am 13. Februar 2025 erfasste ein Pkw einen Demonstrationszug in der Seidlstraße. Dabei wurden 44 Menschen verletzt, zwei Personen starben später an ihren Verletzungen. Einsatzkräfte versorgten die Betroffenen vor Ort, gleichzeitig erforderte die Lage eine intensive Nachbetreuung aufgrund der hohen psychischen Belastung.

Eine weitere komplexe Einsatzlage entwickelte sich am 1. Oktober in der Lerchenau. Dort geriet ein Einfamilienhaus in Brand, begleitet von mehreren Explosionen. Wegen aufgefundener Sprengfallen unterbrach die Feuerwehr den Einsatz zunächst. Erst nach der Entschärfung konnten die Kräfte die Brandbekämpfung fortsetzen. Zwei schwer verletzte Personen retteten sie aus dem Gebäude, rund 80 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Zwei Menschen kamen ums Leben. Etwa 160 Einsatzkräfte waren vor Ort, das Gebäude brannte vollständig aus.

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Parallel zu den Einsätzen trieb die Feuerwehr München mehrere Projekte voran. Mit dem Ausbildungsweg „112 Direkt Leitstelle“ startete erstmals in Deutschland eine staatlich anerkannte Ausbildung für Disponenten ohne vorherige Berufsausbildung. Neun Auszubildende begannen 2025 ihre Qualifizierung.

Im Bereich Inklusion schulte die Leitstelle 47 hörbeeinträchtigte und gehörlose Menschen, unter anderem im Umgang mit Notrufen über die Nora-App. Ergänzend organisierte die Feuerwehr Veranstaltungen mit Gebärdensprachdolmetschern und unterstützte ein Aufklärungsprojekt zum Brandschutz.

Technisch setzt die Feuerwehr auf neue Systeme: Seit Dezember 2025 erproben die Einsatzkräfte ein automatisiertes Drohnensystem an zwei Standorten. Die Geräte liefern bereits auf der Anfahrt hochauflösende Lagebilder und unterstützen die Einsatzführung.

Einsatzdrohne der Feuerwehr München im Flug. Die rot-gelb folierte Drohne liefert bereits während der Anfahrt hochauflösende Lagebilder zur Unterstützung der Einsatzführung. (Bild: Feuerwehr München)

Auch infrastrukturell gab es Veränderungen. Nach achtjähriger Bauzeit nahm die neue Feuerwache 5 in Ramersdorf ihren Betrieb auf. Gleichzeitig stellte die Feuerwehr mehrere neue Fahrzeuge in Dienst, darunter Wechselladerfahrzeuge, Notarzteinsatzfahrzeuge sowie Prototypen eines neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs.

Mit dem Projekt „Blitz“ erprobt die Feuerwehr zudem neue Ansätze für schnelle Erstmaßnahmen bei Bränden und Technischen Hilfeleistungen. Die Technische Universität München begleitet die Einführung wissenschaftlich.

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