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Hilfe zur Selbsthilfe

Der Jahreswechsel war medial vor allem von zwei Ereignissen geprägt: der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans- Montana und dem tagelangen, großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten. Womöglich war letzterer nur ein Vorgeschmack dessen, was zukünftig auf uns alle zukommen wird. Die oft beschriebene hybride Bedrohungslage ist keine abstrakte, sondern eine reelle Gefahr. Rund 50.000 betroffenen Haushalte und etwa 2.200 Firmen haben das leidvoll erfahren müssen.

FM 2/2026

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Gerade die Ereignisse nach dem gezielten Brandanschlag auf die Kabelbrücke in der deutschen Hauptstadt zeigen mehrere Dinge auf: Unsere kritische Infrastruktur ist an einigen Punkten nicht ausreichend geschützt, Redundanzen fehlen. Die Zusammenarbeit von Feuerwehr, THW, Rettungsdiensten und Polizei war eng und professionell. Gleichzeitig ist deutlich geworden: Das Durchhaltevermögen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr ist nur durch das enorme Engagement eines breiten Ehrenamts möglich. Diesen Punkt hat der Berliner Landesbranddirektor Prof. Dr. Karsten Homrighausen in einer Pressekonferenz explizit hervorgehoben. Ebenso klar zeigt sich: Die Resilienz der Bevölkerung ist bei langanhaltenden Schadenslagen nur begrenzt vorhanden.

Genau hier seid Ihr gefragt – nicht nur im Einsatz, sondern auch im Alltag. Feuerwehrangehörige genießen ein hohes Vertrauen. Nutzt es! Werbt aktiv in Euren Familien, Eurer Nachbarschaft, im Freundeskreis und bei Euren Arbeitskollegen dafür, sich mit Vorsorge zu beschäftigen. Schon einfache Maßnahmen aus dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ helfen: Vorräte bereithalten, wesentliche Telefonnummern auf Papier aufschreiben, Taschenlampen, Kerzen und ein Kurbelradio anschaffen, Bargeld und wichtige Dokumente griffbereit haben. Jeder Haushalt, der sich in einer Großschadenslage selbst versorgen kann, entlastet Feuerwehr und Rettungsdienste – und gibt Euch den Freiraum, dort zu helfen, wo Eure Fähigkeiten wirklich gebraucht werden.

Matthias Hendrich, Chefredakteur (Bild: Archiv FM)

Den Bogen zurück zur Brandkatastrophe in Crans-Montana spannt die Kolumne der Brandschutzingenieurin Wiebke Thönißen in dieser Ausgabe. Sie zeigt eindrücklich, dass Menschen ohne Brandschutzwissen Gefahren häufig falsch einschätzen. Prävention, Ausbildung und Übung sind deshalb ebenso entscheidend wie ein respektvoller Umgang mit den Betroffenen. Aus Krisen zu lernen, ist keine Option – es ist unsere Verantwortung.

Viel Freude beim Lesen!

Matthias Hendrich, Chefredakteur

matthias.hendrich@ebnermedia.de 

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