Feuerwehrmann gibt entscheidenden Hinweis

Blaulichtfilmer missbraucht Notruf

Schwarzenbek (SH) – Das dürfte für einen Jugendlichen aus Schwarzenbek ein teurer Spaß werden: Polizisten ermitteln gegen den Jungen, weil er in dringendem Verdacht steht, den Notruf 112 missbraucht zu haben. Vermutlich wollte er mit Blaulicht und Martinhorn ausrückende Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr filmen.

Weil ein Anrufer Rauch in einem Treppenraum gemeldet hatte, rückte der Löschzug der FF Schwarzenbek, Polizei und Rettungsdienst am Mittwoch in ein Wohngebiet aus. Doch es brannte nicht. Der Notruf war absichtlich missbraucht worden. Foto: Jann (Bild: TIMO JANN)

Mit dem Stichwort „Kellerbrand – Rauch im Treppenraum“ hatte die Integrierte Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe am Mittwoch gegen 16.20 Uhr die Feuerwehr und den Rettungsdienst zur Straße Finkhütte alarmiert. Auch die Polizei rückte dort an. „Wir haben an der gemeldeten Adresse geklingelt und sind auf verdutzte Bewohner des genannten Reihenhauses gestoßen“, berichtete Einsatzleiter Rene Riese. Der Zugführer und seine Kameraden konnten vor Ort nichts feststellen. Zwei Löschgruppenfahrzeuge, die Drehleiter, ein Mehrzweckfahrzeug, ein Rettungswagen und ein Streifenwagen waren da bereits vorgefahren. Atemschutztrupps waren komplett zur Brandbekämpfung ausgerüstet.

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Die Leitstelle wurde gebeten, den Anrufer noch einmal zu kontaktieren. In dem Zuge konnte der Standort des Handys ermittelt werden. Erst in Höhe Meiereistieg (unweit des Feuerwehrhauses), wenig später am Alten Markt. Riese: „Ein Kamerad berichtete dann, dass ihm ein auffällig gekleideter Jugendlicher aufgefallen war, der vom Meiereistieg aus die Feuerwehrfahrzeuge beim Ausrücken gefilmt hatte.“ Daraufhin machten sich die Polizisten auf den Weg zum neuen Standort der Handyortung und trafen den Filmer und seinen Kumpel an.

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Die Polizisten belehrten die Jugendlichen und befragten sie zum Sachverhalt. Für die nun anstehende Auswertung der Verbindungen und aufgenommener Dateien wurden die Handys der Jungs beschlagnahmt. Notrufmissbrauch ist in Paragraf 145 des Strafgesetzbuches geregelt. „Wer absichtlich oder wissentlich Notrufe (…) missbraucht, (…) wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft“, heißt es dort unter anderem. Hintergrund: Durch einen solchen Fake-Anruf gebundene Einsatzkräfte stehen nicht für wirkliche Notfälle zur Verfügung. Neben der strafrechtlichen Bewertung eines solchen Notrufmissbrauchs kommen auf Anrufer auch Kosten für den mutwillig ausgelösten Fehlalarm zu. Die summiere sich schnell auf einige Tausend Euro, je nach Art und Anzahl ausgerückter Fahrzeuge und Stärke der Mannschaft.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Alternativ dazu kann man durchaus auch warten, bis wirklich was passiert und auf die ausrückenden Kammeraden warten, so wie es halt all die anderen Blaulichtfilmer auch machen

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  2. Traurig!
    Diese Menschen sollten einige Zeit Sozialstunden auf einer Wehr ableisten – gleichzeitig würde ich so jemanden nicht bei mir haben wollen und die Gefahr, dass das als Belohnung gesehen wird, ist leider auch viel zu groß…

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  3. Hallo
    war früher selbst in der Fw.. Solcher Mißbrauch muß unbedingt bestraft werden, so hoch, daß auch die Eltern ihn nicht aus der Portokasse bezahlen künnen. Dazu mindestens ein Jahr in einem Altenpflegeheim arbeiten, wo sie den alten – gebrechlichen Menschen unter Aufsicht das Hinterteil reinigen müssen.

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  4. @ Rosi18. Februar 2022, 06:55

    Das ist kein dummer Jungen Streit und sollte ordentlich bestraft werden und nicht nur den Finger erheben.##

    Da hier keine Alter genannt wird, wird es sich um Kinder im strafrechtlichen Sinne handeln ! ? !
    Da werden – evtl.- die Eltern herangezogen ?! Evtl. wg. Aufsichtspflichverletzung ;
    Aber hier wird sicherlich nicht mehr abschließend dazu berichtet ?? !
    .
    ** Richtig , ist ne Sauerei ** Hat was mit Anstand & Respekt zu tun **

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  5. Diese ganzen Blaulicht-Filmer und selbsternannten Blaulicht-Reporter sind einfach nur nervig und haben vor der Wache oder an Einsatzstellen NICHTS verloren. Sie stehen in den meisten Fällen nur im Weg, filmen Dinge, die weder sie noch die Öffentlichkeit etwas angehen und rechtfertigen dies immer wieder mit einem zweifelhaften Recht auf Information. Der Gesetzgeber muss hier dringend entsprechend reagieren.

    Jüngstes Beispiel: Wir konnten nicht ausrücken, weil der PKW einer solchen Nase genau vor der Ausfahrt stand. Es wurde sogar diskutiert, dass “ein guter Maschinist da schon vorbei käme”.

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  6. Na hoffentlich gibt’s da auch ne richtig dicke Strafe. Am besten den gesamten Einsatz in Rechnung stellen und 1 Jahr Gemeinnützige Arbeit. Aber nicht bloß Laub harken, sondern richtig Scheiße Schaufeln so das der Dreck jeden Tag bis unter die Arme reicht.

    Und wenn er unbedingt die Ausrückenden Einsatzkräfte Filmen möchte, was ja völlig in Ordnung ist solange man nicht im Weg steht und es auch nicht Absichtlich herbeigeführt hat, dann soll er sich nach dem Termin der nächsten Alarmübung mit Alarmierung und Ausrücken erkundigen und sich dann vor die Wache stellen.

    Oder er macht es wie die RICHTIGEN Blaulichtfilmer:
    Stellt sich den GANZEN Tag vor ne Feuerwache und wartet geduldig.

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  7. Wenn Jugendliche nicht wissen das das Polizeilichen verfolgt wird dann sind sie bekloppt. Ich war über 45 Jahre bei der Feuerwehr und weiß was richtige Einsätze sind. Eine vernünftige Bestrafung finde ich richtig.

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  8. Solche A…. löcher, selber nicht bei der Feuerwehr, aber Blaulichtgeil. Sind dann die ersten, wenn etwas bei einem selber ist und es nicht schnell genug geht und dann über die Rettungskräfte maulen. Hoffentlich bekommen
    die beiden eine fette Strafe.

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  9. Wenn jemand ein Video mit der ausrückenden Feuerwehr drehen möchte, dann muss er sich an die Feuerwehr wenden, dann können die einen Zeitpunkt dafür wählen, eine Gebühr dafür ergeben, wird schließlich bei Fernsehproduktionen immer so gemacht, da haben alle was davon. Das hier allerdings, muss den Verursacher aber richtig teuer zu stehn kommen, damit auch eventuelle Nachahmer deutlich abgeschreckt werden.

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  10. Das ist kein dummer Jungen Streit und sollte ordentlich bestraft werden und nicht nur den Finger erheben.

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