Mittwoch, 23. August 2017

NRW: Zuschuss statt Feuerwehr-Führerschein

21. September 2012 von  

Düsseldorf – Feuerwehrleute und Angehörige des Katastrophenschutzes in Nordrhein-Westfalen (NRW) erhalten in Zukunft eine finanzielle Unterstützung, wenn sie einen Führerschein für mittelschwere Einsatzfahrzeuge (bis 7,5 Tonnen) machen. Das Land NRW stellt hierfür fünf Millionen Euro bereit. Der so genannte „Feuerwehrführerschein“ soll in dem Bundesland nicht eingeführt werden.

„Die amtliche Fahrerlaubnis hat für die ehrenamtlichen Helfer einen großen Vorteil. Sie können die erworbene Fahrerlaubnis auch privat nutzen. Dies ist eine unserer Möglichkeiten, das Ehrenamt zu fördern“, erklärte Innenminister Ralf Jäger am Freitag bei der Vorstellung des Gefahrenabwehrberichts 2011 in Düsseldorf.

Das Land hat sich gegen den sogenannten „Feuerwehrführerschein“ entschieden, bei dem lediglich eine organisationsinterne Einweisung und Prüfung stattfindet. Der Bund hatte diese Möglichkeit rechtlich eingeräumt. „Unsere Ballungsräume stellen die Einsatzkräfte gerade bei Blaulichtfahrten vor große Anforderungen. Eine sorgfältige Fahrschulausbildung und amtliche Prüfung ist unverzichtbar. Wir werden wir bei der Sicherheit keine Abstriche machen“, betonte Jäger.

Die Führerscheinklassen waren 1999 innerhalb der EU vereinheitlicht worden. Seitdem dürfen mit einem Pkw-Führerschein nur Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen gefahren werden. Zuvor waren es 7,5 Tonnen. Für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 und weniger als 7,5 Tonnen ist nun ein Führerschein der Klasse C1 erforderlich. Hierfür zahlt das Land künftig den Zuschuss. (Archivfoto: DFV)

Kommentare

36 Kommentare zu “NRW: Zuschuss statt Feuerwehr-Führerschein”
  1. Daniel sagt:

    Und warum nur für C1 und nicht direkt für C? Wenn es eh nur ein Zuschuss ist, sollte es doch egal sein, welchen Schein man macht, oder?

  2. Florian sagt:

    Preislich unterscheiden sich die Klassen C1 und C doch kaum. Wieso wird dann nicht in einen richtigen Führerschein investiert? Aber besser als garnichts…

  3. Kenner des Reisbärn sagt:

    Bei uns wird der Führerschein von der Gemeinde bezahlt, Ausnahme sind Materialien die man auch behalten darf, sowie Fahrstunden über die Pflichtstunden sowie Prüfungen die man nicht bestanden hat.

    Aus meiner Sicht fair für beide Seiten.

  4. Sueder80 sagt:

    Also wenn ich das richtig verstanden habe soll der C1-Führerschein bezuschusst werden wenn die Feuerwehrangehörigen den rest selbst bezahlen.

    Von einer Aufstockung von 3,5 Tonnen auf 7,5 tonnen lese ich da nichts.

  5. Thomas Schneider sagt:

    Ich finde einen Feuerwehrführerschein sollte eingeführt werden, z.B ab dem 25.Lebensjahr und zu erwerben an einer Feuerwehrfahrschule, dieser sollte dann ausschließlich zum Führen von Löschfahrzeugen dienen, es dient ja schließlich der Sasche. Es gibt reichlich Lehrgänge mit abschließender Prüfung, warum also auch nicht einen Führerscheinlehrgang. Wir Pumpen Millarden in Hilfsmaßnahmen nur bei der Sicherung in eigener Sache von Leben und Güter fangen SIE an zu sparen!!

  6. Andre sagt:

    Und in Essen ist mal wieder alls gaaanz anders!

  7. Benny W. sagt:

    Ich habe meinen C Führerschein bei der Bundeswehr gemacht und zivil umschreiben lassen. Wieso kann die Feuerwehr ihre Leute nicht da hin schicken? Bei uns werden C Führerscheine komplett von der Gemeinde bezahlt.. Weil keine neuen Fahrzeuge mehr unter. 7,5 tonnen kommen. Höchstens noch ein Paar ältere LF8/6 oder GwG oder so können mit C1gefahren werden. Aber der Zuschuss ist schon mal ein Anfang!

  8. Christoph Becker sagt:

    Ich weiß nicht, warum das Land NRW so rumzickt! Der bis 1998 erteilte Führerschein Klasse 3 enthielt doch auch die Fahrerlaubnis bis 7,49to ohne weitere Ausbildung; bzw. sogar bis 17,49to mit Anhänger! Die Unfallzahlen sind nach der Einführung der neuen Fahrzeugklassen nicht nennenswert zurück gegangen!

    Ach ja – ich bin gelernter Berufskraftfahrer und stehe dem System trotzdem ablehnend gegenüber!
    Ist doch eh nur Geldmacherei!

  9. Cimolino sagt:

    Hallo,

    der Erwerb des Führerscheins der Klasse C statt C1 ist m.W. unter den gleichen Voraussetzungen förderungsfähig. Eine davon ist: Die Fw muss über Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 t verfügen! Die Zahl der geförderten Führerscheine ist m.W. in einem Zeitraum von 10 Jahren entsprechend der vorhandenen „betroffenen C1-LKW“ limitiert.
    Und all das ist in dem dazu gehörigen Erlass geregelt….

    Für einen großen Teil der sonstigen Diskussion (Führerschein über 7,5 t, Beschaffung von Fahrzeugen, Ausbildung usw.) verweise ich auf FSHG § 1 – und die entsprechenden in den anderen Landesbrandschutzgesetzen….

  10. Eric sagt:

    Bei uns (Brandenburg) gibt es gar keinen Zuschuss, also NICHTS.
    Der 7,5t Führerschein bringt in den seltensten Fällen etwas, denn selbst wenn die #Wehr nur einen TSF-W hat kann sich das ja mal ändern. Dazu kommt, dass man den C-Führerschein ja auch auf Arbeit nutzen kann oder Privat, für den etwas größeren Umzug.

    Die Kosten unterscheiden sich nicht so gravierend.

  11. beacher88 sagt:

    Bei uns wurde der Feuerwehrinterne Fahrschulbetrieb eingestellt um keine Konkurenz zu den Fahrschulen zu sein.
    Und da keine Geld da ist bekommen nur sporadisch die Jungs von der Stützpunktwehr den Führerschein bezuschußt. Auf den Wachabteilungen fahren nur Leute die über 50 sind oder den Lappen Beruflich haben.
    Und das obwohl da Kameraden dabei sind die die gößten Traktoren mit 2 Anhänger fahren dürfen nur so läppische 10 Tonnen von einem Feuerwehrauto nicht bewegen dürfen weil keiner ihren Führerschein bezuschußt. Ich bin nur froh das ich ihn Beruflich gemacht habe den sonst wär der Maschinistenaltersdurchschnitt noch bescheidener

  12. Cimolino sagt:

    @S.Tanger:
    Kannst Du mir/uns mal erklären, was die Normverfahren (die i.d.R. von 2 Dingen geprägt sind, nämlich der Entwicklung bei den Fahrgestellen z.B. durch Umwelt-/Sicherheitssvorgaben und den Anwenderwünschen…) gerade beim HLF 20/16 („Nachfahre des LF 16 und damit IMMER schon weit jenseits der 7,5 t des alten Klasse 3) und die Landesbeschaffung von KatS-Material (hier AB DekonV) mit dem Führerscheinthema „alte Klasse 3-Ersatz“ durch „Fw-Führerschein“ zu tun haben?

  13. Niclas sagt:

    Es gibt also einen Zuschuss? Der Rest ist wohl privat zu bezahlen? Finde ich nicht gut. Das ist bei uns in der Stadt dankenswerter Weise besser gelöst: Die Stadt bezahlt die Führerscheinerweiterung (bei uns frührer Klasse C, mittlerweile auch CE, wenn der Fuhrpark der Wache es erfordert). Zeitgleich verpflichtet man sich auf min. 5 Jahre Feuerwehrdienst zuleisten.

  14. Cimolino sagt:

    @Niclas: Die Stadt kann doch (vgl. § 1 FSHG!) sowieso zahlen, dann erhält sie halt einen Teil vom Land… Viele Gemeinden zahlen aber nichts und wurden mit ihren Feuerwehren von der Führerscheinproblematik kalt erwischt (auch wenn das Thema schon ca. 20 Jahre bekannt ist…)

Kommentare

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