Dienstag, 6. Dezember 2016

Drohnen im Einsatz bei der Feuerwehr

Die unbemannte Aufklärung aus der Luft war früher ausschließlich Sache des Militärs. Nun halten kleine Flugroboter auch Einzug bei Feuerwehr und THW. Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele: von der Lageerkundung über die Personensuche bis hin zur Gefahrstoffmessung reicht das Spektrum. Wir zeigen, was Mikro-Drohnen können und stellen fünf Modelle vor.  

Freden, eine 3 000-Einwohner-Gemeinde im Kreis Hildesheim (NI). Im Mai 2011 bricht in einem Lager- und Bürogebäude nach Schweißarbeiten an einem Oldtimer ein Feuer aus. Durch den Rauch wird mehreren Personen im Haus der Fluchtweg abgeschnitten. Einige von ihnen sind schwer verletzt. Etwa einen Kilometer entfernt kommt es nach einem technischen Defekt zur selben Zeit zu einem weiteren Gebäudebrand. Auch hier sind Menschenleben in Gefahr. Da die Feuerwehr Freden in einem anderen Einsatz gebunden ist, rückt die Kreisfeuerwehrbereitschaft aus dem benachbarten Holzminden mit allen vier Zügen an. Auch die Schnell-Einsatz- Gruppe (SEG) der Holzmindener Johanniter fährt zur Einsatzstelle.

Zwei Lagen gleichzeitig, und das auf unbekanntem Terrain. Für Bereitschaftsführer Thomas Planke und seinen Stellvertreter Holger Gerke wäre es unter normalen Umständen schwer, sich einen Überblick zu verschaffen und die Kräfte zu führen. Doch die beiden haben ungewöhnliche Verstärkung mitgebracht: zwei Mikro-Drohnen, ausgestattet mit Digitalkamera und HD-Video-Camcorder, gestellt und bedient von Mitarbeitern der Holzmindener Firma Air Rotor Media. Diese sind bereits vorab in die Lagen eingewiesen worden, denn es handelt sich nicht um einen Realeinsatz, sondern um eine groß angelegte Übung. Die Aufgabe für das Drohnen-Team: Unterstützung der Einsatzleitung bei der Führung und Gefahrenerkennung aus der Luft.

„Wir testen zwei verschiedene Möglichkeiten des Einsatzes“, erläutert Frank Potthast, Vertriebsleiter von AirRotor Media. „Zum einen werden Live-Bilder der Kamera direkt in den Einsatzleitwagen (ELW) 2 übertragen.“ Vorteil dabei: Der Einsatzleiter muss nicht direkt vor Ort sein. „Zum anderen probieren wir einen ‚abgesetzten‘ Modus aus, bei dem die Drohne direkt am Einsatzort gestartet und dem Piloten ein Beobachter beigestellt wird. Dieser überträgt seinen Lagebericht mittels Funk an die Einsatzleitung.“ Dabei wird das Live-Bild der Drohne an einen zweiten externen Monitor beziehungsweise an eine Videobrille weitergeleitet. „Der Beobachter muss also nicht direkt dem Piloten über die Schulter sehen, sondern hat ein eigenes Anzeigegerät“, erläutert Potthast.

Bereitschaftsführer Planke zieht nach der Übung ein positives Fazit: „Die Drohnen sind eine sinnvolle Ergänzung unserer bisherigen feuerwehrtechnischen Ausrüstung.“ Damit auch künftig auf die Luftroboter zurückgriffen werden kann, hat der Kreis Holzminden mittlerweile einen Dienstleistungsvertrag mit AirRotorMedia in Aussicht gestellt. „Bei Alarm werden wir benachrichtigt und kommen mit unserer Technik zum Einsatzort“, berichtet Potthast. „So verfügt die Feuerwehr gleich über geschultes Flugpersonal und spart die Beschaffungskosten.“ Denn noch liegen die Preise für eine feuerwehrtaugliche Flugplattform ohne Zusatzgeräte deutlich im fünfstelligen Euro-Bereich.

Drehflügler sind verbreitet

Drohnen, auf Englisch „Unmanned Aearial Vehicles“ (UAV, unbemannte Luftfahrzeuge, auch UAS = Unmanned Aerial Systems), sind lange Zeit ausschließlich im militärischen Bereich eingesetzt worden. Dort finden bis heute vor allem große Systeme in Form von …

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