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Dieses eDossier zeigt, wie es funktioniert.

Leitstelle Ostfriesland geht in Betrieb

Wittmund (NI) – Zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Rettungskräfte in Ostfriesland wird ab dem 1. April die Stadt Wittmund (Kreis Wittmund). An diesem Datum nimmt die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) ihren Betrieb auf. Ab dann werden von dort die Notrufe von rund 500.000 Einwohnern aus Ostfriesland entgegen genommen und die entsprechenden Rettungsmittel disponiert. Die Ostfriesen rüsten bei dieser Gelegenheit auch gleich auf Digitalfunk um.

Die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) in Wittmund nimmt ab dem 01. April ihren Betrieb auf. Foto: Polizei
Die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) in Wittmund nimmt ab dem 01. April ihren Betrieb auf. Foto: Polizei

Vor rund 18 Monaten, am 5. Juli 2011, wurde der erste Spatenstich gesetzt und der Bau der neuen “Bunten Leitstelle” begonnen. Mehrere Monate zuvor hatten sich die Verantwortlichen der Landkreise Wittmund, Aurich und Leer darauf geeinigt in Wittmund eine gemeinsame Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst zu errichten und zu betreiben. Bisher hat jeder Kreis seine eigene Rettungsleitstelle betrieben. Die Polizeidirektion Osnabrück schloss sich mit den Polizeiinspektionen Emden/Leer und Aurich/Wittmund an und wird sich in das Gebäude einmieten. Die kreisfreie Stadt Emden wollte sich der Idee nicht anschließen, da ein Gutachten keine Kostenersparnis aufzeigte. Daher wird Emden weiterhin eine eigene Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst unterhalten.

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Die Mitarbeiter der Anstalt öffentlichen Rechts, deren Träger die Landkreise sind, sind seit geraumer Zeit gemeinsam mit den Beamten der Polizei damit beschäftigt die Technik in Betrieb zu nehmen und die notwendigen Daten einzupflegen. Ursprünglich sollte die Leitstelle bereits zum letzten Jahreswechsel in Betrieb gehen. Da für die Verantwortlichen ein sicherer Betrieb im Vordergrund steht und Technik als auch Datensätze einwandfrei aufeinander abgestimmt sein müssen, wurde der Startschuss verschoben. Am 1. April werden die Notrufnummern 110 und 112 aus dem Kreis Wittmund als erstes in die neuen Räume verbunden. Eine Woche später folgen die Kreise Aurich und Wittmund. “Florian Aurich”, “Florian Leer” und Florian Wittmund” wird dann “Leitstelle Ostfriesland” am Funk antworten. Auch die polizeilichen Notrufe aus der Seehafenstadt Emden laufen dann in Wittmund auf.

Künftig werden alle Polizeieinsätze in Ostfriesland von Wittmund aus koordiniert. Allein dies bedeutet monatlich durchschnittlich eine Bearbeitung von 7.700 Notrufen. Dies wird die Aufgabe von insgesamt 24 Polizeibeamten sein. Für Feuerwehr und Rettungsdienst aus den drei Landkreisen stehen 23 Mitarbeiter zur Verfügung. Durch die zentrale Koordination so vieler Rettungsmittel sollen sich Synergien ergeben, die die laufenden Betriebskosten senken sollen.

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Die Baukosten belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro. Durch die steigenden Einsatzzahlen musste die Personaldecke vorzeitig verstärkt werden. Alle Mitarbeiter wurden in den letzten Wochen und Monaten ausgiebig geschult und stehen ihrer neuen Aufgabe motiviert gegenüber. Der Druck dabei ist sicherlich nicht ganz unerheblich. Denn es gab durchaus auch kritische Stimmen, besonders aus den Reihen einiger Leeraner Feuerwehren. Die enormen Datenmengen müssen korrekt im Einsatzleitrechner eingearbeitet und vom System, welches aus dem Hause Siemens und Frequentis kommt, abgerufen werden. Die Rettungskräfte in Ostfriesland stellen auch gleich auf den Digitalfunk und die Alarmierung nach dem POCSAG-Standard um. All dies bedeutet viele Veränderungen, die eine gewisse Gewöhnungszeit bedürfen. Doch die Mehrheit blickt gespannt in die Zukunft und steht der Neuerung positiv gegenüber. Von den neuen Techniken werden viele Verbesserungen in der täglichen Arbeit der Rettungskräfte erwartet. Erste Erprobungen des Tetra-Funks verliefen vielversprechend.

In der KRLO stehen in einem großen Leitstellenraum insgesamt zehn Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Beamten der Polizei sowie die Disponenten von Feuerwehr und Rettungsdienst sitzen sich gegenüber, im Bedarfsfall können die Behörden sich trennen, in dem sie mit einer mobilen Wand ihre Arbeitsplätze abschotten. So wird der Datenschutz gewährleistet. Bei Sonderlagen, wie beispielsweise flächendeckende Unwetter, können zusätzlich sieben weitere Notrufabfrageplätze besetzt werden.

Die Polizisten tragen während der Dienstzeit ihre landesweit einheitliche Uniform. Für ein gemeinsames Wir-Gefühl erhalten die übrigen Disponenten ebenfalls diese Uniform, nur ohne polizeiliche Dienstabzeichen. Alle Bediensteten werden das Logo der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland tragen. 

Text: Thomas Weege

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