Verstöße gegen den Brandschutz

Brandschutzsünde aktuell

Bremen – Weil Ihr uns weitaus mehr als nur eine Brandschutzsünde pro Monat schickt, wollen wir Euch hier von Zeit zu Zeit ungewöhnliche Verstöße gegen den Brandschutz auch online zur Verfügung stellen. Wenn Ihr eine neue Sünde entdeckt, könnt Ihr mir gerne direkt schreiben (buchenau@feuerwehrmagazin.de).

Bad Schwalbach (HE) – In einer Reha-Klinik in Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis) hat Bernhard Kleespies folgende Brandschutzsünde entdeckt: “In einem Verbindungsgang zwischen drei Gebäuden waren sämtliche Rauchmelder (8 Stück) sorgfältig zugeklebt”, sagt Kleespies. In dem Gang hängen lose Kabel von der Decke. Brandschotts zu Nachbarräumen und Brandschutzkanäle sind geöffnet beziehungsweise nicht vorhanden.

In diesem Gang einer Reha-Klinik sind acht Rauchmelder zugeklebt. Brandschotts stehen offen oder sind nicht vorhanden. Foto: Bernhard Kleespies

Die automatischen Feuerschutztüren sind alle geöffnet. “Hier schließt sicher keine Tür automatisch, wenn im Gang Rauch entsteht. Eine Ausbreitung in alle Gebäude ist die Folge”, schlussfolgert Kleespies. 2 Wochen später hat sich nichts geändert und er spricht die Verwaltung an. Der Zustand sei bekannt und die Melderlinien aus der Brandmeldeanlage herausgenommen. “Die Melder blieben weiterhin zugeklebt, obwohl ich dem stellvertretenden Verwaltungsleiter nach weiteren 4 Tagen nochmals auf die Brisanz angesprochen habe.”

Berlin – Tobias Holz hat bei einem Besuch in einem Berliner Elektronik-Markt eine Brandschutzsünde für uns entdeckt. Im Schließradius einer Brandschutztür sind eine Euro-Palette mit eingeschweißten Trittleitern darauf sowie eine aufgeklappte Leiter daneben abgestellt. “Das Schild weist deutlich auf eine Brandschutztür hin, welche nicht verstellt werden darf”, sagt Holz. Die Tür würde im Fall eines Feuers nicht schließen, sodass sich die Flammen ungehindert weiter verbreiten. Deshalb sollte dieser Bereich der letzte sein, um ihn als Verkaufsfläche zu nutzen.

Diese Palette mit Trittleitern steht direkt im Schließradius einer Brandschutztür eines Berliner Elektronik-Marktes. Foto: Tobias Holz

Frankfurt am Main (HE) – Dieser Wandhydrant ist zwar noch zu erkennen, aber ein bisschen weniger “Dekoration” wäre wünschenswert. Stefan Rampfel hat diese Brandschutzsünde in einem Büchershop am Frankfurter Hauptbahnhof entdeckt. Kunststoffkrebse zieren die Tür und Tragetaschen verdecken teilweise die Ränder des Hydranten. Wegen der in fast derselben Farbe gestrichenen Wand ist im Ernstfall wahrscheinlich ein zweiter Blick nötig, um die “getarnte” Tür zu finden. Der Riegel zum Öffnen des Hydranten ist aus der fotografierten Perspektive nicht sichtbar.

Dieser Wandhydrant wurde so „getarnt“, dass er im Brandfall schwer zu finden sein dürfte. Foto: Stefan Rampfel
2 Kommentare zu “Brandschutzsünde aktuell”
  1. St. Böhm

    Auch wenn es die Sache nicht wirklich besser macht:
    In dem “Berliner Elektronik-Markt” finden gerade umfangreiche Umbauarbeiten statt.
    Und da wird manches Teil hin und her geschoben und steht auch mal im Weg.
    An “normalen” Tagen sind die Fluchtwege dort frei und die Brandschutzanlagen in Ordnung.

  2. @St. Böhm: Auf dem Schild steht “ständig frei halten” und nicht “meistens frei halten”.

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