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Zwölf Übungsideen, die sich ideal und ohne großen Aufwand in der eigenen Feuerwehr realisieren lassen!
Verstöße gegen den Brandschutz

Brandschutzsünde des Monats

Immer wieder kommt es zu haarsträubenden Verstößen gegen den Brandschutz. Hier haben wir Euch einige zusammengestellt. Wenn Ihr eine neue Brandschutzsünde entdeckt, könnt Ihr mir gerne direkt schreiben (buchenau@feuerwehrmagazin.de).

Müllheim (BW) – Summende Überraschung in Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald): Wie unser Leser Holger Höfflin berichtet, machten Feuerwehrleute bei einer Übung eine unerwartete Entdeckung. Unter der Abdeckung eines selten genutzten Fallmantelhydranten befanden sich mehrere Wespennester. Von den Einsatzkräften aufgescheucht, flogen die Insekten wild durcheinander. Schnell spülten die Mitglieder der FF die Armatur und rückten ab. Die Wespen konnten zurück in ihre Nester kehren. Diese waren sich scheinbar nicht im Klaren darüber, dass die unrechtmäßige Beschlagnahmung eines Hydranten kein Kavaliersdelikt ist, sondern eine ausgemachte Brandschutzsünde darstellt 😉.
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Brandschutzsünde
Ein selten genutzter Fallmantelhydrant in Müllheim birgt eine Überraschung: Unter der Abdeckung verbergen sich mehrere Wespennester. Foto: Holger Höfflin

Gundelfingen (BW) – Schnelles Internet hat seinen Preis. Das dachte auch unser Leser Daniel Andris, als er uns dieses Foto zusandte. “So oft bin ich schon daran vorbeigefahren, habe aber nie groß darauf geachtet”, berichtet er und meint einen Hydranten in einem Wohngebiet in Gundelfingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). “Dann kam mir eure Rubrik ‘Brandschutzsünden’ in den Kopf.” Das Bild zeigt einen Hydranten, dessen linker Abgang von einem Schaltschrank blockiert wird – installiert “von einem Subunternehmer der Telekom”, sagt Andris.

Brandschutzsünde
Opfer der Digitalisierung: Der linke Abgang eines Hydranten wird von einem Multifunktionsgehäuse für schnelles Internet blockiert. Foto: Daniel Andris

Friedrichroda (TH) – “Dieses Foto habe ich in einem Krankenhaus in Friedrichroda (Thüringen) aufgenommen”, erklärt unser Leser Peter Zimmermann. “Wie zum Teil noch zu erkennen ist, wurde sogar die Anweisung Feuerlöscher freihalten zugestellt.” Der handschriftliche Vermerk neben dem Löschgerät scheint im Klinikalltag keinerlei Beachtung zu finden.

Brandschutzsünde
Feuerlöscher freihalten: Selbst der Hinweis neben dem Feuerlöscher wurde zugestellt. Foto: Peter Zimmermann

Hamburg-Langenhorn – “Das beigefügte Foto habe ich in Hamburg-Langenhorn gemacht”, schreibt unser Leser Niels Philip Kögler. Es zeigt die Außenwand eines Restaurants an der Langenhorner Chaussee. “Obgleich das Hydrantenschild noch zu lesen ist, fällt das einprägsame Design des Schildes in diesem Fall weg”, erklärt Kögler weiter. Offenbar hat ein Maler das Schild bei einer Fassadenaufhübschung einfach übergestrichen. Die Hinweiswirkung – weißes Schild mit schwarzer Schrift und rotem Rahmen – ist futsch, sodass der Hydrant im Feuerwehr-Einsatz sehr viel schwieriger zu finden sein dürfte.

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Das Hydrantenschild an der Fassade eines Hamburger Restaurants ist komplett übermalt worden. Foto: Niels Philipp Kögler

Budapest (Ungarn) – “Ich befinde mich gerade beruflich in der Innenstadt von Budapest”, schreibt Philipp Haun aus Welver (NW). “In einem Wohn- und Geschäftshaus dürfen nur noch Personen löschen, welche den passenden Schlüssel haben. In der Firma, wo ich tätig war, hat diesen niemand.” Es bleibt die Frage, ob die Feuerwehr den passenden Schlüssel für das Vorhängeschloss hat, das den Zugang zum Wandhydranten verwehrt. Sonst hilft im Brandfall nur ein Bolzenschneider. Das kostet allerdings wertvolle Zeit.

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Dieser Wandhydrant ist durch ein Vorhängeschloss verriegelt. Foto: Haun

Berlin – “Die Einspeisung dürfte im gegenwärtigen Zustand zur Herausforderung werden”, schreibt uns Philip Kögler. Es geht um die Löschwassereinspeisung am S-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin. Die rechte der beiden Leitungen ist offenbar verdreht worden, sodass die beiden Schlauchanschlüsse nach innen zeigen. Im Einsatzfall könnte die Feuerwehr zunächst nur die Hälfte der vorhandenen Anlage nutzen. Ob sich das rechte Rohr einfach zurückdrehen lässt, ist fraglich.

Die rechte Leitung ist verdreht worden, sodass die Anschlüsse nach innen zeigen und nicht genutzt werden können. Foto: Kögler

Grado (Italien) – Helmut Hausmann aus dem österreichischen Villach-Landskron hat uns eine Brandschutzsünde aus seinem Urlaub zugeschickt. Der Wandhydrant eines Hotels in Grado (Ita-lien) ist vom Personal im wahrsten Sinn des Wortes zugebaut worden. Der Zugriff zum Hydranten ist durch einen Tisch versperrt, auf dem zahlreiche Tassen und Untertassen stehen. Zu allem Überfluss ist der Hydranten mit einem weißen Tuch abgehängt worden. Obendrauf wurden außerdem drei Stapel Untertassen gestellt.

In einem italienischen Hotel verschwindet ein Hydrant kurzerhand unter einem weißen Tuch sowie Tassen und Untertassen. Foto: Hausmann

Parchim (MV) – Als sich Jonas Lutzke auf dem Musikfestival “Airbeat One” auf einem Flugplatz in Neustadt-Glewe (Kreis Ludwigslust-Parchim) den Notausgang genauer besah, staunte er nicht schlecht: Die Doppeltür aus mit Rollen versehenen Bauzäunen war verrammelt. Jemand hatte den Notausgang mit einem Band zugeknotet und zusätzlich mit einem Kabelbinder versperrt. Was das für schlimme Folgen bei dem Festival mit rund 55.000 Besuchern haben könnte, ist kaum auszumalen.

Brandschutzsünde
Der Notausgang eines Musikfestivals mit 55.000 Besuchern ist durch ein verknotetes Band und einen Kabelbinder zugesperrt. Foto: Jonas Lutzke

Regensburg (BY) – Auf einer Baustelle in Regensburg (BY) hat Dominik Graf diese leicht zu vermeidende Brandschutzsünde entdeckt. Ein Dixi-Klo wurde direkt neben einen Überflurhydranten gestellt. Ein B-Abgang ist zwar noch frei, aber spätestens beim Öffnen des Hydranten würde die Feuerwehr Probleme bekommen. Hätte die Firma das Häuschen einen halben Meter weiter links aufgestellt, wäre alles in Ordnung gewesen. “Ich find’ das echt dreist”, sagt Graf.

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Dieses Dixi-Klo wurde zu nah an einem Überflurhydranten aufgestellt. Foto: Dominik Graf

Lübeck (SH) – “In einem Spielzeuggeschäft in Lübeck habe ich meinen Augen nicht getraut”, schreibt Heiko Bergfelder, stellvertretender Gemeindewehrführer der FF Pronstorf. Ein Feuerlöscher ist durch Spielzeug vom Feuerwehrmann Sam verdeckt. “Der Feuerlöscher ist zudem noch an einer Wandhalterung montiert, aus der er nach oben hin herausgehoben wird. Das ist hier nicht möglich, da das Regal so tief angebracht ist. Auf meinen Hinweis an die Geschäftsinhaber wurde mir nur gesagt, dass es ja noch weitere Feuerlöscher im Geschäft gibt und für den verdeckten Löscher ja die Hausverwaltung zuständig ist.” Der Brandschutzbeauftragte der Verwaltung sei erst da gewesen und alles war ok. “Unglaubliche Sache, aber wahr”, resümiert der Oberbrandmeister.

Brandschutzsünde
Erst auf den zweiten Blick ist der echte Feuer-löscher hinter Spielzeuglöschern unten rechts zu erkennen. Das einzig Positive: Das Hinweis-schild ist klar sichtbar aufgehängt. Foto: Heiko Bergfelder

Kleinblittersdorf (SL) – Als Gast einer Hochzeit in Kleinblittersdorf (Regionalverband Saarbrücken) hat Niko Pawendenat eine Fluchttür entdeckt, die den Feiernden im Notfall aber nicht viel helfen würde. “Der komplette Fluchtweg war mit Stühlen und Tischen zugestellt”, erklärt Pawendenat. Im Brandfall wäre hier Endstation für die Fliehenden. Neben der Fluchttür sind ein Erste Hilfe-Kasten und ein Feuerlöscher samt Beschilderung vorschriftsmäßig und frei zugänglich aufgehängt. Allerdings nutzt jemand den Feuerlöscher als Kleiderständer und hat seine Jacke darüber gehängt. Besonders kurios bei dieser zweiten Brandschutzsünde wirkt der Kleiderhaken an der Wand direkt darüber.

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Tische und Stühle versperren komplett diesen Fluchtweg. Im Brandfall wäre hier Endstation für die Fliehenden. Foto: Niko Pawendenat

Süderstapel (SH) – Bei der jährlichen Sicht- und Funktionsprüfung der Hydranten im Gemeindegebiet von Süderstapel trauen die Feuerwehrleute ihren Augen nicht. “Ein Löschwassersauganschluss war vom Grundstückseigentümer mit Maschendrahtzaun eingefasst worden und somit für die Einsatzkräfte schwer zugänglich”, erklärt Gemeindewehrführer Björn Baumann. Während der Überprüfung entfernten die Kameraden den Zaun, sodass die Wasserentnahmestelle wieder frei zugänglich ist. “Von weiteren Schritten gegen den Eigentümer haben wir abgesehen”, sagt Baumann.

Ein Grundstückseigentümer hatte einen Hydranten mit Maschendrahtzaun eingefasst. Foto: Björn Baumann

Rhodos (Griechenland) – Im Speisesaal eines Hotels auf der griechischen Insel Rhodos hat Florian Roth von der Freiwilligen Feuerwehr Mainz-Weisenau diesen Notausgang entdeckt. Doch dieser war sowohl von innen als auch von außen mit einem Tisch zugestellt. “Der zur Verfügung gestellte Feuerlöscher war zudem leider auch schwer zugänglich, sobald der Tisch besetzt war”, erklärt Roth. “Die Bediensteten sahen das eher gelassen und nahmen es mit der griechischen Gelassenheit so hin.”

Dieser Notausgang in einem Hotel auf Rhodos ist von innen und außen mit Tischen zugestellt. Foto: Florian Roth

Rheinhausen (BW) – Andreas Lang, stellvertretender Kommandant der FF Rheinhausen und Fachberater Bau des THW, hat diese Brandschutzsünde in einem Industriebetrieb entdeckt. “Die Metallblech- Coils (Spulen) wiegen mehrere hundert Kilogramm und lassen sich nicht von Hand bewegen”, erklärt Lang. “Auch der Feuerlösch- und Schlauchschrank links davon hat schon bessere Zeiten gesehen und ist aktuell ohne Funktion. Wenn auch die Halle als Lagerhalle genutzt wird und sich relativ wenig Mitarbeiter in ihr aufhalten sollte doch gelten: Wehret den Anfängen.” Sicheres Arbeiten sieht anders aus.

Diese vor einer Fluchttür abgestellte Palette mit einer großen Metallblech-Spule ist von Hand nicht zu bewegen. Foto: Andreas Lang

Bad Schwalbach (HE) – In einer Reha-Klinik in Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis) hat Bernhard Kleespies folgende Brandschutzsünde entdeckt: “In einem Verbindungsgang zwischen drei Gebäuden waren sämtliche Rauchmelder (8 Stück) sorgfältig zugeklebt”, sagt Kleespies. In dem Gang hängen lose Kabel von der Decke. Brandschotts zu Nachbarräumen und Brandschutzkanäle sind geöffnet beziehungsweise nicht vorhanden.

In diesem Gang einer Reha-Klinik sind acht Rauchmelder zugeklebt. Brandschotts stehen offen oder sind nicht vorhanden. Foto: Bernhard Kleespies

Die automatischen Feuerschutztüren sind alle geöffnet. “Hier schließt sicher keine Tür automatisch, wenn im Gang Rauch entsteht. Eine Ausbreitung in alle Gebäude ist die Folge”, schlussfolgert Kleespies. 2 Wochen später hat sich nichts geändert und er spricht die Verwaltung an. Der Zustand sei bekannt und die Melderlinien aus der Brandmeldeanlage herausgenommen. “Die Melder blieben weiterhin zugeklebt, obwohl ich dem stellvertretenden Verwaltungsleiter nach weiteren 4 Tagen nochmals auf die Brisanz angesprochen habe.”

Berlin – Tobias Holz hat bei einem Besuch in einem Berliner Elektronik-Markt eine Brandschutzsünde für uns entdeckt. Im Schließradius einer Brandschutztür sind eine Euro-Palette mit eingeschweißten Trittleitern darauf sowie eine aufgeklappte Leiter daneben abgestellt. “Das Schild weist deutlich auf eine Brandschutztür hin, welche nicht verstellt werden darf”, sagt Holz. Die Tür würde im Fall eines Feuers nicht schließen, sodass sich die Flammen ungehindert weiter verbreiten. Deshalb sollte dieser Bereich der letzte sein, um ihn als Verkaufsfläche zu nutzen.

Diese Palette mit Trittleitern steht direkt im Schließradius einer Brandschutztür eines Berliner Elektronik-Marktes. Foto: Tobias Holz

Frankfurt am Main (HE) – Dieser Wandhydrant ist zwar noch zu erkennen, aber ein bisschen weniger “Dekoration” wäre wünschenswert. Stefan Rampfel hat diese Brandschutzsünde in einem Büchershop am Frankfurter Hauptbahnhof entdeckt. Kunststoffkrebse zieren die Tür und Tragetaschen verdecken teilweise die Ränder des Hydranten. Wegen der in fast derselben Farbe gestrichenen Wand ist im Ernstfall wahrscheinlich ein zweiter Blick nötig, um die “getarnte” Tür zu finden. Der Riegel zum Öffnen des Hydranten ist aus der fotografierten Perspektive nicht sichtbar.

Dieser Wandhydrant wurde so “getarnt”, dass er im Brandfall schwer zu finden sein dürfte. Foto: Stefan Rampfel
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Kleine Übungen - Teil 1: 12 kreative Ideen für Übungen in der Feuerwehr, die selbst für „alte Hasen“ noch Überraschungen und Abwechslung bieten.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Tja da hat der Uli recht, kleine Sünde kann der Feuerwehr schon korrigieren, was ist aber echt gefährlich, die Reha Klinik in Bad Schwalbach was Menschenleben kosten kann und diesen Elektromarkt wobei auch bei einen kleineren Brand viel Rauch-schade entstehen kann.

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  2. Ein Dixi-Klo ist in Sekunden weg!
    Kabelbinder und Band sind an einem Notausgang kein ernstes Hindernis.

    Man kann auch übertreiben.

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