Verstöße gegen den Brandschutz

Brandschutzsünde entdeckt

Immer wieder kommt es zu haarsträubenden Verstößen gegen den Brandschutz. Hier haben wir Euch einige zusammengestellt. Wenn Ihr eine neue Brandschutzsünde entdeckt, könnt Ihr mir gerne direkt schreiben (buchenau@feuerwehrmagazin.de).

Lübeck (SH) – “In einem Spielzeuggeschäft in Lübeck habe ich meinen Augen nicht getraut”, schreibt Heiko Bergfelder, stellvertretender Gemeindewehrführer der FF Pronstorf. Ein Feuerlöscher ist durch Spielzeug vom Feuerwehrmann Sam verdeckt. “Der Feuerlöscher ist zudem noch an einer Wandhalterung montiert, aus der er nach oben hin herausgehoben wird. Das ist hier nicht möglich, da das Regal so tief angebracht ist. Auf meinen Hinweis an die Geschäftsinhaber wurde mir nur gesagt, dass es ja noch weitere Feuerlöscher im Geschäft gibt und für den verdeckten Löscher ja die Hausverwaltung zuständig ist.” Der Brandschutzbeauftragte der Verwaltung sei erst da gewesen und alles war ok. “Unglaubliche Sache, aber wahr”, resümiert der Oberbrandmeister.

Brandschutzsünde
Erst auf den zweiten Blick ist der echte Feuer-löscher hinter Spielzeuglöschern unten rechts zu erkennen. Das einzig Positive: Das Hinweis-schild ist klar sichtbar aufgehängt. Foto: Heiko Bergfelder

Kleinblittersdorf (SL) – Als Gast einer Hochzeit in Kleinblittersdorf (Regionalverband Saarbrücken) hat Niko Pawendenat eine Fluchttür entdeckt, die den Feiernden im Notfall aber nicht viel helfen würde. “Der komplette Fluchtweg war mit Stühlen und Tischen zugestellt”, erklärt Pawendenat. Im Brandfall wäre hier Endstation für die Fliehenden. Neben der Fluchttür sind ein Erste Hilfe-Kasten und ein Feuerlöscher samt Beschilderung vorschriftsmäßig und frei zugänglich aufgehängt. Allerdings nutzt jemand den Feuerlöscher als Kleiderständer und hat seine Jacke darüber gehängt. Besonders kurios bei dieser zweiten Brandschutzsünde wirkt der Kleiderhaken an der Wand direkt darüber.

Brandschutzsünde
Tische und Stühle versperren komplett diesen Fluchtweg. Im Brandfall wäre hier Endstation für die Fliehenden. Foto: Niko Pawendenat

Süderstapel (SH) – Bei der jährlichen Sicht- und Funktionsprüfung der Hydranten im Gemeindegebiet von Süderstapel trauen die Feuerwehrleute ihren Augen nicht. “Ein Löschwassersauganschluss war vom Grundstückseigentümer mit Maschendrahtzaun eingefasst worden und somit für die Einsatzkräfte schwer zugänglich”, erklärt Gemeindewehrführer Björn Baumann. Während der Überprüfung entfernten die Kameraden den Zaun, sodass die Wasserentnahmestelle wieder frei zugänglich ist. “Von weiteren Schritten gegen den Eigentümer haben wir abgesehen”, sagt Baumann.

Ein Grundstückseigentümer hatte einen Hydranten mit Maschendrahtzaun eingefasst. Foto: Björn Baumann

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Rhodos (Griechenland) – Im Speisesaal eines Hotels auf der griechischen Insel Rhodos hat Florian Roth von der Freiwilligen Feuerwehr Mainz-Weisenau diesen Notausgang entdeckt. Doch dieser war sowohl von innen als auch von außen mit einem Tisch zugestellt. “Der zur Verfügung gestellte Feuerlöscher war zudem leider auch schwer zugänglich, sobald der Tisch besetzt war”, erklärt Roth. “Die Bediensteten sahen das eher gelassen und nahmen es mit der griechischen Gelassenheit so hin.”

Dieser Notausgang in einem Hotel auf Rhodos ist von innen und außen mit Tischen zugestellt. Foto: Florian Roth

Rheinhausen (BW) – Andreas Lang, stellvertretender Kommandant der FF Rheinhausen und Fachberater Bau des THW, hat diese Brandschutzsünde in einem Industriebetrieb entdeckt. “Die Metallblech- Coils (Spulen) wiegen mehrere hundert Kilogramm und lassen sich nicht von Hand bewegen”, erklärt Lang. “Auch der Feuerlösch- und Schlauchschrank links davon hat schon bessere Zeiten gesehen und ist aktuell ohne Funktion. Wenn auch die Halle als Lagerhalle genutzt wird und sich relativ wenig Mitarbeiter in ihr aufhalten sollte doch gelten: Wehret den Anfängen.” Sicheres Arbeiten sieht anders aus.

Diese vor einer Fluchttür abgestellte Palette mit einer großen Metallblech-Spule ist von Hand nicht zu bewegen. Foto: Andreas Lang

Bad Schwalbach (HE) – In einer Reha-Klinik in Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis) hat Bernhard Kleespies folgende Brandschutzsünde entdeckt: “In einem Verbindungsgang zwischen drei Gebäuden waren sämtliche Rauchmelder (8 Stück) sorgfältig zugeklebt”, sagt Kleespies. In dem Gang hängen lose Kabel von der Decke. Brandschotts zu Nachbarräumen und Brandschutzkanäle sind geöffnet beziehungsweise nicht vorhanden.

In diesem Gang einer Reha-Klinik sind acht Rauchmelder zugeklebt. Brandschotts stehen offen oder sind nicht vorhanden. Foto: Bernhard Kleespies

Die automatischen Feuerschutztüren sind alle geöffnet. “Hier schließt sicher keine Tür automatisch, wenn im Gang Rauch entsteht. Eine Ausbreitung in alle Gebäude ist die Folge”, schlussfolgert Kleespies. 2 Wochen später hat sich nichts geändert und er spricht die Verwaltung an. Der Zustand sei bekannt und die Melderlinien aus der Brandmeldeanlage herausgenommen. “Die Melder blieben weiterhin zugeklebt, obwohl ich dem stellvertretenden Verwaltungsleiter nach weiteren 4 Tagen nochmals auf die Brisanz angesprochen habe.”

Berlin – Tobias Holz hat bei einem Besuch in einem Berliner Elektronik-Markt eine Brandschutzsünde für uns entdeckt. Im Schließradius einer Brandschutztür sind eine Euro-Palette mit eingeschweißten Trittleitern darauf sowie eine aufgeklappte Leiter daneben abgestellt. “Das Schild weist deutlich auf eine Brandschutztür hin, welche nicht verstellt werden darf”, sagt Holz. Die Tür würde im Fall eines Feuers nicht schließen, sodass sich die Flammen ungehindert weiter verbreiten. Deshalb sollte dieser Bereich der letzte sein, um ihn als Verkaufsfläche zu nutzen.

Diese Palette mit Trittleitern steht direkt im Schließradius einer Brandschutztür eines Berliner Elektronik-Marktes. Foto: Tobias Holz

Frankfurt am Main (HE) – Dieser Wandhydrant ist zwar noch zu erkennen, aber ein bisschen weniger “Dekoration” wäre wünschenswert. Stefan Rampfel hat diese Brandschutzsünde in einem Büchershop am Frankfurter Hauptbahnhof entdeckt. Kunststoffkrebse zieren die Tür und Tragetaschen verdecken teilweise die Ränder des Hydranten. Wegen der in fast derselben Farbe gestrichenen Wand ist im Ernstfall wahrscheinlich ein zweiter Blick nötig, um die “getarnte” Tür zu finden. Der Riegel zum Öffnen des Hydranten ist aus der fotografierten Perspektive nicht sichtbar.

Dieser Wandhydrant wurde so „getarnt“, dass er im Brandfall schwer zu finden sein dürfte. Foto: Stefan Rampfel

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Auch wenn es die Sache nicht wirklich besser macht:
    In dem “Berliner Elektronik-Markt” finden gerade umfangreiche Umbauarbeiten statt.
    Und da wird manches Teil hin und her geschoben und steht auch mal im Weg.
    An “normalen” Tagen sind die Fluchtwege dort frei und die Brandschutzanlagen in Ordnung.

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  2. @St. Böhm: Auf dem Schild steht “ständig frei halten” und nicht “meistens frei halten”.

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