Mittwoch, 16. August 2017

Änderung bei Truppmannausbildung geplant

2. Juli 2013 von  

Hannover (NI) – Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport ist dabei, die Regelung für die Truppmannausbildung Teil II zu ändern. Geplant ist der Verzicht der Prüfung im zweiten Teil der Feuerwehrgrundausbildung für ehrenamtliche Einsatzkräfte, die während ihrer Jugendfeuerwehrzeit erfolgreich die Leistungsspange erworben haben.

Truppmannausbildung in Niedersachsen. Symbolfoto: Thomas WeegeDer demografische Wandel ist in aller Munde. Den Feuerwehren fehlt es an jungen Nachwuchskräften und aus den Wehren wird Kritik an den Ausbildungsrichtlinien geübt. Zu hoch sei der Aufwand für die Grundausbildung der freiwilligen Feuerwehrleute, die in der Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV) 2 Truppmannausbildung genannt wird.

In Niedersachsen können 16-Jährige in die Einsatzabteilung eintreten, beziehungsweise von der Jugendfeuerwehr überwechseln. Die FwDV 2 „Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren“ sieht für die jungen Kameraden eine zweigeteilte Trupmannausbildung, jeweils beide Teile mit Prüfung, vor. Hier will das Land Niedersachsen nun eine Änderung vornehmen. Jugendfeuerwehrleute die nach mindestens einjähriger  Dienstzeit die Leistungsspange nach den Richtlinien der Deutschen Jugendfeuerwehr erfolgreich abgelegt haben, sollen später von der Prüfung in der Truppmannausbildung Teil II befreit werden. Das Innenministerium folgt mit diesem Vorstoß einer Anregung der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr.

Die Feuerwehren haben nun bis zum 30. September 2013 Zeit, Stellung zu dieser beabsichtigten Regelung zu beziehen. (Symbolfoto: Thomas Weege)

Kommentare

28 Kommentare zu “Änderung bei Truppmannausbildung geplant”
  1. Es werden sich Gedanken gemacht und diesen ersten Ansatz finde ich gut.
    Hoffentlich kommt auch etwas dabei heraus. Die Hochsetzung der Altersgrenze um ein Jahr war ein Witz.

  2. Oliver sagt:

    Als ob die Leistungsspangenabnahme ein adäquater Ersatz für die TrM-II-Prüfung wäre… Ist zwar nett gemeint, aber ehrlich: Soooo hoch sind die Anforderungen nun auch nicht, nur etwas lernen sollte schon sein. Wer das aber nicht packt, muss auch nicht zur Feuerwehr. Wenn die Anforderungen immer weiter zurückgeschraubt werden, können wir gleich einen örtlichen Traditions-Trachtenverein mit Löschfunktion einrichten. 🙁

  3. Matthias Mundt sagt:

    GRUNDSÄTZLICH ist der Gedankengang nicht verkehrt. Allerdings beißt sich hier die Katze in den Schwanz. Sollte diese Regelung eingeführt werden, hätte die JF mehr Motivationsmöglichkeiten, die Leistungsspange überhaupt zu erwerben. Andererseits müssten dann – logischerweise – die Anforderungen an die Leistungsspange ENORM erhöht werden, um der TM-Ausbildung II gerecht zu werden! Das wiederum wird mit Sicherheit VIELE Jugendliche abschrecken, überhaupt an der Leistungsspange teilzunehmen. Verflixt aber auch….. 😉 🙂

  4. Stefan sagt:

    Das wird auch Zeit!Die Änderung der DV 2 war der größte Fehler.
    Hoffentlich denkt man in Hessen auch bald so. Wir haben schon einige Leute gehabt, die die Lust verloren haben, nur weil sie ohne TM2 Prüfung den Maschinistenlehrgang nicht machen durften.

  5. J.F. sagt:

    Man macht sich über die Ausbildung Gedanken, dass finde ich schon einmal gut.
    Was aber viel wichtiger ist, finde ich, ist eine verkürzte Ausbildung für Quereinsteiger die schon Jahrzehnte als bzw Handwerksgesellen in Lohn und Brot stehen.
    Denen muss man nicht mehr stundenlang zeigen, wie man Schläuche kuppelt o.ä., die können so etwas.
    3 WEs feuerwehrspezifische Grundlagen und gut ist.
    Fachlehrgänge kommen dann ja später noch, wenn die älteren Truppmänndr überhaupt noch können und wollen.

  6. Huber37 sagt:

    Wenn ich mir das „Beispielbild“ anschaue denke ich, dass hier deutlich Handlungsbedarf bezüglich Ausbildung besteht. Das „Schuhwerk“ des Kameraden Maschinist sehen nciht gerade „normgerecht“ aus. Und das in der Ausbildung?

    Aber noch eine Anmerkung zum Thema „Lernen“ oder besser „lebenslanges lernen“. Gerade für uns in der Feuerwehr ist es unabdingbar zum einen immer Neues zu lernen, zum anderna baer auch die „Grundtätigkeiten“ aus dem effeff zu beherschen. Dazu gehört nun einmal üben, üben üben und wiederholen, wiederholen, wiederholen. Auch wenn dies nicht spannend ist, Zeit kostet und man ja viel anders in der Zeit machen könnte. Aber die ERfahrung zeigt, bei jedem Einsatz lohnt sich dieses „ewig Gleiche lernen“. Denn nur das blinde Verstehen im Einsatz, das Wissen, das der Kamerad das gleiche „denkt“ gibt uns in gefährlichen Situationen die notwendige Ruhe wieder.

  7. Flo sagt:

    Hallo liebe Feuerwehrkameraden,
    ich finde es prinzipiell gut dass sich Gedanken um die Ausbildung gemacht wird.
    Die Ausbildung in den einzelnen Lehtgängen sollte immer auf einander aufgebaut werden. Also dort wo ein Lehrgangsziel erreicht wurde beginnt der Lehrstoff für den nächsten Lehrgang. Ich persönlich finde die Ausbildung der Kameraden wichtig da immer weniger in den eigenen Reihen der Feuerwehr dazu kommen.
    Stellt einfach mal eine Mannschaft zusammen und laßt diese die Grundübung machen. Ihr werdet nicht glauben was ihr da erleben werdet.
    Als die FwDV 2 neu verabschiedet wurde, haben bereits ein paar Kreisausbilder angemerkt darüber nachzudenken den Trm Teil 2 so zu gestalten und auch zeitlich so einzuordnen, dass man sagt wer die Ausbildung erfolgreich absolviert und alle Vorraussetzungen erfüllt beendet den Lehrgang als Truppführer und wer nicht bleibt Truppmann.
    Dadurch würde eine Prüfung entfallen und die Kameraden welche als Maschinisten vorgesehen sind können diesen Lehrgang absolvieren auch wenn sie die Prüfung zum jetzigen Trm Teil 2 nicht bestehen. Weiterhin kann dann auch festgelegt werden wann eine Wiederholung des Lehrgangs stattfinden kann. Also beispielsweise nach zwei Jahren bei nicht bestehen. Somit wird der Kamerad nicht ausgegrenzt und kann trotzdem seine erworbenen Kenntnisse aus dem Trm Teil 1 verfestigen und neue hinzu gewinnen um diesen Lehrgang dann erfolgreich zu bestehen.
    Ich hoffe und wünsche mir dass auf jeden Fall ein paar Kameraden bei den entsprechenden Herren Gehör finden und dass bei einer eventuellen Änderung dies berücksichtigt wird.
    Also sollte jemand Fragen haben ich stehe zur Verfügung.

  8. Huber37 sagt:

    @Flo Sorry aber was will ich mit einem Maschinisten, der seinen TM 2 nicht bestanden hat. Ne weitergehende Ausbildung wenn die Basis nicht sitzt? Wenn ich keine „Lust“ auf TM2 habe oder „zu doof“ bin, dann habe ich auch als Maschinist schlechte Karten. oder macht das „merh Spaß“? Ein bisschen Auto fahren und an der Pumpe stehen? Nur auch als Maschinist komme ich nicht bei jedem Einsatz anch vorne links. Und wenn ich dann „hinten“ sitez muss ich mein allgemeines Feuerwehrhandwerk auch verstehen.

  9. Flo sagt:

    @Huber 37, dafür hat er doch bereits den Trm Teil 1 sowie die zweijährige Ausbildung. Es fehlt halt nur eine Prüfung. Es gibt viele Beispiele aus dem täglichen Leben wo alle eine

  10. Flo sagt:

    Siehe oben:
    Bestimmte Grundlagen vermittelt bekommen und dann sich auf bestimmte Gebiete spezialisieren.
    Sicher ist es in der Feuerwehr nicht so einfach zu handhaben da am besten alle alles können sollen. Deshalb sagte ich ja es reicht nicht nur eine Dienstvorschrift zu ändern, sondern es muß in der Gesamtheit betrachtet werden um alle Vor- und Nachteile abzuwägen. Dies ist sicher keine einfache Aufgabe aber wenn es vernünftig geregelt werden soll braucht es auch ein wenig Zeit. Schnellschüsse bringen uns nicht weiter.

  11. stupser sagt:

    Sorry wenn ich direkt mal deutlich werde, einige Vorposter haben nicht verstanden was mit der zweigeteilten Truppmannausbildung bezweckt werden soll.
    Die Leistungsspange steht nicht mal ansatzweise im Bezug zur Truppmannausbildung.
    Was soll denn in der Truppmannausbildung ausgebildet werden?

    Truppmann Teil 1:
    Tätigkeiten im Lösch-und Hilfeleistungseinsatz unter Aufsicht/Anleitung.
    Warum wird dieser überörtlich ausgebildet?
    Damit alle Absolventen auf einem gleichen Niveau sind.

    Truppmann Teil 2:
    Was soll ausgebildet werden?
    Das selbe wie im Teil 1, nur das diese Tätigkeiten nachher ohne Aufsicht/Anleitung selbstständig durchgeführt werden sollen.
    Desweiteren kommt eine standortbezogene Fachausbildung dazu.

    Meiner Meinung nach, ist das ganze ein Schnellschuss der in die falsche Richtung geht.

  12. Markus-Björn Peisker sagt:

    Meines Erachtens ein völlig falscher Ansatz!
    Vereinfachung bzw. Verkürzung einer TM1 für JF-ÜbertreterInnen hielte ich durchaus für klug, WENN ein richtiges Konzept zwischen Kreisausbildung und der entsprechenden Kreis-Jugendfeuerwehr z.B. dahinterstünde… Dann könnte man z.B. durch pflichtgemäß durchzuführende Theorie-Module ggf. beim e-Learning – nach individueller Zeiteinteilung – Wissen aneignen und vertiefen (das hat generell Zukunft und würde das Zeitmanagement für die Ausbildung nach der FwDV2 bei immer knapperen Personalressourcen auch vereinfachen können…). Prüfungen hingegen müssen sein – natürlich auch zum TM2! Generell sollte allerdings in diesen Lehrgängen insbesondere die Fachpraxis nach ‚Grund-Tätigkeiten‘ und ‚Einheiten im Löscheinsatz‘ im Mittelpunkt stehen. Die Truppmannausbildung muss nicht mit Strahlrohr-Durchmessern oder ähnlichem Füllstoff überfrachtet werden, der frühestens für Gruppenführer (dann möglicherweise aber wirklich) von Belang ist…

  13. wolfgang sagt:

    Ich finde den Weg falsch, da wir bei der Ausbildung die Unterschiede zwischen Jugendfeuerwehr und Aktive merken. Hier ist doch vieles anders. Die Quereinsteiger schneiden in den Prüfungen meist besser ab. Es sollten erst einmal die Prüfungsfragen (vorgegebener Katalog) in Truppmann Teil 1 (Grundwissen)und Teil 2 (erweitertes Grundwissen)aufgegliedert werden. Es ist ja nicht möglich schon am Beginn der Ausbildung alles zu wissen. Die anschließende zweijährige Ausbildung gibt es ja schon seit Jahrzenten (frühere 80-Stunden Ausbildung). Jetzt wird nach zwei Jahren nur das in der Zwischenzeit hinzu gelernte in einer schriftlichen Prüfung abgefragt. Wer die zwei Jahre nicht durchhält, und das ist nicht schwer, ist so oder so verloren.

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