Facebook, Twitter, Instagram und Co.

Feuerwehr in Social Media

Feuerwehren und Verbände tummeln sich bei Facebook, Berufsfeuerwehren twittern rund um die Uhr, Blaulicht-Videos fluten YouTube. Immer noch als “neue Medien” bezeichnet, sind diese Online-Plattformen mittlerweile fest in unserer Hand. Ein großes Plus auch bei Notfällen. Wir geben Tipps, worauf Ihr achten solltet.

Einfache Tipps für Euren Social Media-Erfolg

Wir geben Euch 17 Tipps, wie Ihr Eure Seiten in den Sozialen Netzwerken noch besser gestalten und vernetzen könnt.

Allgemein:

Wählt gezielt aus, welche Kanäle Ihr bespielen wollt. Nichts ist schlimmer, als viele Seiten einzurichten und sie dann nur halbherzig zu pflegen.

Facebook:

  1. Postet immer mit Bild oder Video – ob als Linkbild zu einem Beitrag auf Eurer Website oder als Fotoposting.
  2. Schreibt keine langen Texte, fasst Euch kurz. Beschränkt Eure Beiträge auf maximal fünf Sätze.
  3. Wählt die direkte Ansprache.
  4. Setzt auf emotionale Postings und vermeidet 0815-Informationen, die andere in dem Moment auch bringen.
  5. Veröffentlicht nicht zeitlich willkürlich. Nutzt die Abendstunden, bestenfalls zwischen 19 und 21 Uhr, und die “Sofa-Zeiten” am Wochenende (beispielsweise Sonntagabend). Facebook bietet auch die Möglichkeit, Beiträge vorzuplanen.

Instagram:

  1. Hier zählen gute Bilder und Kurzvideos. Nehmt Euch Zeit für Bildauswahl und -bearbeitung.
  2. Setzt Schlagworte mit Hashtag, wie zum Beispiel #Ortsname und #Ehrenamt. *
  3. Bezieht andere Kanäle in Eurem Posting mit ein. Ganz einfach mit dem @-Zeichen markieren, beispielsweise “@deutsche_jugendfeuerwehr”.
  4. Verknüpft Euren Instagram-Account mit der Facebook-Fanpage. Achtet beim direkten Teilen der Instagram-Bilder auf Facebook, wie sie ausgespielt werden.

*Hashtags = Raute (#). Sie markieren Schlagworte und listen alle Postings auf, die dieses Schlagwort enthalten.

Twitter:

  1. Richtet Twitter nicht nur als Ableger von Facebook ein, sondern sendet exklusive Tweets.
  2. Setzt hier unbedingt auf Schlagworte mit Hashtags.
  3. Markiert in Euren Tweets andere Twitterer und Seiten mit dem @-Zeichen.
  4. Fotos und Videos sind nun auch bei Twitter immer wichtiger.

YouTube:

  1. Wählt GEMA-freie Musik zur akustischen Untermalung Eurer Videos aus.
  2. Setzt auf kurze Videos, bestenfalls nicht über 2 Minuten lang.
  3. Verschlagwortet die Überschrift und die textliche Beschreibung.

Wichtig: Beachtet die Schlagworte Datenschutz, Impressumsrecht, Bild- und Urheberrecht.

Sechs Regeln, die Ihr in sozialen Medien beachten müsst

Expertentipp von Michael Klöpper, Head of Social Media, Ebner Verlag

  1. Nicht zu schnell sein! Wer von der Unfallstelle aus berichtet oder vielleicht sogar „live“ sendet, ist zwar aktuell, aber überschreitet schnell ethische Grenzen. So ist zum Beispiel das Risiko hoch, dass Angehörige von Unfallopfern noch vor einer gesteuerten Information der Polizei nicht sachgerecht informiert werden. Außerdem kann eine solche Öffentlichkeitsarbeit zum Bumerang werden, wenn sich die Feuerwehr den Vorwurf anhören muss, das Gaffertum zu fördern.
  2. Unbearbeitete Bilder posten – das geht gar nicht! Kennzeichen, Gesichter, am besten auch das Firmenlogo auf dem verunglückten Wagen – so etwas gehört unkenntlich gemacht, um Opfer und Betroffene zu schützen. Wer auf dem Handy keine Bearbeitungsmöglichkeit hat, muss den Umweg über einen Rechner machen.
  3. Keine nicht bestätigten Informationen herausgeben! Auch wenn die Meldungen nicht wie eine Pressemitteilung aufgebaut sind – sie müssen sachlich richtig sein und dürfen keine Spekulationen enthalten. Brandursachenermittlung oder Darstellung des Unfallhergangs sind Aufgaben der Polizei. Gibt es hier keine Infos, muss die Feuerwehr darüber nicht informieren – und wenn noch so oft in den Kommentaren nachgefragt wird. Wertende Begriffe, wie „der Pkw-Fahrer raste“, sind kein guter Stil.
  4. Ein Konzept aufstellen: Wehrführung und Öffentlichkeitsarbeiter müssen gemeinsam genau festlegen, wie die Informationen aussehen sollen, die verbreitet werden sollen. Sonst ist Ärger oftmals vorprogrammiert. Soll es ein einzelnes Bild sein oder eine Bilderstrecke? Ein Video? Was soll erreicht werden? Werden Bilder von Unfallfahrzeugen gezeigt oder doch lieber die Feuerwehr bei der Arbeit? Auch Sperrfristen (zum Beispiel frühestens 5 Stunden nach dem Vorfall veröffentlichen) können ein Thema sein.
  5. Klare Strukturen und Regelungen schaffen. Es muss im Kameradenkreis deutlich kommuniziert werden, dass nur Informationen über den geregelten und offiziellen Kanal herausgehen – sprich der Pressesprecher oder sonstige Verantwortliche posten bei Facebook – dieser Beitrag darf dann natürlich geteilt werden. Ansonsten ist das Risiko hoch, dass der eine oder andere plötzlich selbst zum Handy greift und (vielleicht nicht so gewünschte) Inhalte erstellt.
  6. Medien zeitgleich informieren. Wer die Facebook-Seite frühzeitiger oder exklusiv bedient, wird womöglich kritische Fragen der örtlichen Medien erhalten – für ein gutes Miteinander ist es sinnvoll, die Informationen zeitnah auch an den Presseverteiler zu senden.

Twitter – “In Echtzeit auf virtuelle Lagen reagieren.”

Expertentipp von Markus Röck, Leiter der Stabstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr Frankfurt am Main

“Twitter ist ein sehr nützliches Instrument in der Notfallkommunikation und generell als Multiplikationskanal. Die offensichtliche Reichweite bei Facebook ist zwar deutlich höher. Aber via Twitter erreichen wir wesentliche Multiplikatoren, wie Institutionen sowie Redaktionen und freie Journalisten. Dies wirkt sich auf die Notfallkommunikation – die Information und Warnung der Bevölkerung – sehr positiv aus. In dem Zusammenhang müssen sich die Feuerwehr und andere Behörden mit den sozialen Netzwerken auseinandersetzen und bestenfalls lernen, sie richtig einzusetzen. Denn bei jedem Ereignis, so auch bei Anschlägen, Katastrophen und Einsätzen in der alltäglichen Gefahrenabwehr, entstehen virtuelle Lagen. In den sozialen Medien findet eine enorme und dynamische Kommunikation darüber statt. Und wem Vertrauen die Bürger? Von wem wollen sie Informationen haben? Richtig, von der Feuerwehr. So sind wir angehalten, diese Kommunikation vor, während und nach einer Lage zu leisten. Das ist mit den herkömmlichen Pressemitteilungen in der Form nicht möglich. Dafür bietet sich Twitter an – ermöglicht eine gezielte Information in Echtzeit.”

Posten, Snappen, Chatten – Jugend in den Netzen

Ob Berufsfeuerwehr oder Freiwillige, ob Kinder- oder Jugendfeuerwehr – gibt in den sozialen Netzwerken tausende Seiten. Mit dem Ziel, junge Leute anzusprechen. Aber wo tummeln sich die Jugendlichen eigentlich im Netz? Wir haben eine Idee.

Text: Ann-Christin Westphal, Social-Media-Expertin

1.) WhatsApp ist der mit Abstand am häufigsten genutzte Kanal der 12- bis 19-Jährigen. 94 Prozent verwenden die Messen-ger-App mindestens mehrmals pro Woche. Übrigens: WhatsApp ist von seinem Aufbau her gar kein klassisches soziales Medium.

Anfänglich diente die App vor allem als Alternative zur Kurznachricht (SMS). Doch inzwischen nutzen viele Nutzer private und öffentliche WhatsApp-Gruppen, um sich zu vernetzten. In den Gruppen werden auch Fotos und Videos miteinander geteilt. Insofern kann WhatsApp durchaus als Social Media-App betrachtet werden.

Wie junge Menschen soziale Netzwerke nutzen. Foto: C. von Bronewski

2.) Instagram steht an zweiter Stelle, was die Nutzungshäufigkeit angeht. Das Netzwerk kommt immerhin auf 57 Prozent wiederkehrende User. Allerdings postet nur ein Fünftel der jugendlichen Nutzer regelmäßig eigene Inhalte. Die meisten Jugendlichen abonnieren andere Nutzer, die sie persönlich kennen.

Auf Instagram:

>>Feuerwehr-Magazin
>>Deutsche Jugendfeuerwehr

Zudem kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Mädchen den bildzentrierten Dienst anders nutzen als Jungen. Sie posten öfter Fotos oder Videos von sich. Außerdem folgen sie häufiger Prominenten oder Influencern.

Wer oder was sind Influencer?

Influencer haben in sozialen Netzwerken eine hohe Reichweite. Sie genießen unter ihren Anhängern (Follower oder Abonnenten genannt) in der Regel ein hohes Ansehen. Insofern gehen Marketing-Experten davon aus, dass Influencer Einfluss auf die Meinung und das Kaufverhalten ihrer Abonnenten haben. Das Wort stammt vom englischen Verb to influence ab, was beeinflussen heißt.

3.) Snapchat liegt mit 49 Prozent regelmäßiger Nutzung knapp hinter Instagram. Allerdings teilen Jugendliche über Snapchat mehr private Inhalte als über seinen Konkurrenten. Zwei Drittel der jugendlichen Snapchat-User versenden immer wieder selbst Snaps. Snaps von Influencern spielen hingegen so gut wie keine Rolle für die Jugendlichen. Der persönliche Aspekt steht bei diesem sozialen Medium also eindeutig im Vordergrund.

Warum ist die Hemmschwelle, private Inhalte zu veröffentlichen, auf Snapchat geringer als auf Instagram? Ein Grund hier-für kann die zeitlich begrenzte Verfügbarkeit der Snaps sein. Auch wenn Instagram 2016 mit „Stories“ ein ähnliches Format eingeführt hat, sind Snaps in der Regel deutlich kürzer aufrufbar als Instagram-Stories. Häufig verschwinden Snaps bereits wenige Sekunden nach ihrem Aufruf.

Datenschutz, aber wie?

Es gilt die Datenschutz Grundverordnung (DSGVO). Sie regelt ab sofort einheitlich den Datenschutz. Alle Anbieter im Netz mussten ihre Datenschutzbestimmungen daran anpassen. Wahrscheinlich habt Ihr seitdem viele E-Mails bekommen und Snapchat, Instagram & Co. wollten deine Zustimmung zu ihren neuen Datenschutz und Nutzungsbedingungen.


 

4.) Facebook ist bei den Jugendlichen (fast) out. Nur noch ein Viertel der 12 bis 19-Jährigen nutzt das Social Media-Urgestein in 2017 regelmäßig. Ein Jahr zuvor waren es noch 43 Prozent.

5.) Was ist eigentlich mit YouTube? Viele Studien ordnen YouTube nicht als soziales Medium ein, sondern als Video-Plattform. Allerdings sprechen die seit Jahren stattfindenden Neuerungen auf der Plattform dafür, dass sich YouTube mehr und mehr zum Social Media-Kanal entwickelt.

Egal, ob soziales Medium oder nicht: Ein Drittel der Jugendlichen hält laut der JIM-Studie die YouTube-App auf dem Smartphone für unverzichtbar. Noch wichtiger seien nur Snapchat, Instagram und WhatsApp.

Was gibt es noch?

Jugendliche nutzen Twitter (9 Prozent), Pinterest (6 Prozent), Tumblr (4 Prozent) oder Google Plus (3 Prozent) nur kaum.

Für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit von und für Jugendfeuerwehren bedeuten die Forschungsergebnisse, dass eine Präsenz auf Instagram wesentlich mehr Jugendliche erreicht als auf Facebook. Imagefilme und Feuerwehr Videos zur Mit-gliederwerbung auf YouTube hingegen sind für die heutigen Jugendliche nach wie vor relevant.

Wichtig: Beachtet die Schlagworte Datenschutz, Impressumsrecht, Bild- und Urheberrecht.

Denken! Prüfen! Posten

Sturmtief “Friederike” forderte im Januar 2018 acht Tote und viele Verletzte. Besonders erschütternd für die Feuerwehr-Welt und unsere Redaktion: Auch zwei Feuerwehrleute ließen im Sturmeinsatz ihre Leben.

Ein Kommentar von Ann-Christin Westphal, Feuerwehr-Magazin-Autorin

In Sundern (Sauerland) starb ein 51-jähriger Kamerad, der bei Aufräumarbeiten plötzlich zusammengebrochen war. In Bad Salzungen in Thüringen wurde ein 28-jähriger Kamerad von einem Baum erschlagen, als er eine eingeklemmte Pkw-Fahrerin befreien wollte.

Bei diesem Unglück zog sich ein weiterer Feuerwehrmann schwerste Verletzungen zu. Aber er überlebte!

Laut Aussagen der Stadtverwaltung und des Landesfeuerwehrverbandes Thüringen konnte er sogar bereits am darauffolgenden Tag aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Doch für viele Feuerwehrleute war er Donnerstagnacht bereits tot. Warum? Weil einige Feuerwehren über Social Media die Informationen verbreiteten, dass auch er inzwischen verstorben sei. Geht’s noch? Was für ein Schlag für die Angehörigen, Freunde und Kameraden, so etwas lesen zu müssen!

Die Falschinformation, dass ein dritter Kamerad gestorben sei, verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Etliche Feuerwehren teilten dieses Gerücht auf ihren Facebook-Kanälen – ohne zu hinterfragen, welche Quelle eigentlich dahintersteht. Meldungen von Feuerwehren, die ihr Profilbild mit Trauerflor oder Trauerschleife wechselten, überschwemmten den Newsfeed von Facebook – oftmals mit dem Hinweis, dass drei Kameraden gestorben seien.

Auch wir nahmen diese ungesicherte Informationen in einem Facebook-Post mit dem Titel „Eilmeldung“ am Donnerstagabend auf. Dass wir uns auf die anderen beriefen, die diese Informationen verbreiteten, schützt uns nicht vor dem Vorwurf, journalistisch unsauber gearbeitet zu haben. Doch wir haben schnell nachrecherchiert.

Am Freitag verfassten wir einen Online-Beitrag zu den tragischen Ereignissen. Im Zuge dessen riefen wir auch bei der Verwaltung in Bad Salzungen an und bekamen die Antwort, dass der Feuerwehrmann bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurde. “Ein Toter reicht doch”, sagte die Dame am Telefon zu mir.

“Ein Toter ist schon zu viel”, dachte ich mir. Dennoch hielt sich hartnäckig das Gerücht über den dritten toten Feuerwehrmann – auch nach Veröffentlichung unserer aktuellen Meldung.

Wir bekamen viele Nachrichten mit dem Hinweis, dass wir falsch informiert seien und bereits ein weiterer Feuerwehrmann verstorben sei. Auf Nachfrage nach der Quelle dafür hieß es häufig: “Habe ich irgendwo gelesen” oder steht auf der Facebook-Seite von “Feuerwehr XYZ”, die in der Regel noch nicht einmal aus demselben Bundesland wie der verletzte Kamerad stammte.

Was ist los mit Euch? Nicht alles, was im Internet steht, ist wahr. Nicht nur Medienseiten sollten sich vorher Gedanken machen, was sie schreiben und posten, auch Feuerwehren sollten dies beherzigen. Wir müssen immer daran denken, welche Konsequenzen so eine Verbreitung von Falschmeldungen haben kann und in wessen Namen wir posten.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Vielleicht noch als Ergänzung zu Twitter. Sollte ein Tweet mit einem Mention anfangen zB “@feuerwehrmag text” wird dieser Tweet nur vom Eine kleine Ergänzung zu Twitter: Feuerwehrmagazin und seinen Followern in der Timeline auftauchen. Ein Workaround hier setzt ein Punkt vorweg also: “.@feuwehrmag text”

    Das Tool tweetdeck von Twitter erlaubt ebenfalls das vorplanen von Tweets.

    Auf jedenfall ein toller Beitrag von euch!

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