Feuerwehr in Social Media

Feuerwehren und Verbände tummeln sich bei Facebook, Berufsfeuerwehren twittern rund um die Uhr, Blaulicht-Videos fluten YouTube. Immer noch als neue Medien bezeichnet, sind diese Online-Plattformen mittlerweile fest in unserer Hand. Ein großes Plus auch bei Notfällen. Wir stellen spannende Seiten vor und geben Tipps, wie es noch besser geht.

Soziale Medien sind Segen und Fluch zugleich. Im zweiten Teil unseres Service-Beitrags zeigen wir auf, was zu beachten ist und was gar nicht geht. Denn Facebook und Co. sind kein rechtsfreier Raum. Die Kameraden müssen einige Regeln beim Posten beachten.

Denken! Prüfen! Posten

Sturmtief “Friederike” forderte im Januar 2018 acht Tote und viele Verletzte. Besonders erschütternd für die Feuerwehr-Welt und unsere Redaktion: Auch zwei Feuerwehrleute ließen im Sturmeinsatz ihre Leben.

Ein Kommentar von Ann-Christin Westphal, Feuerwehr-Magazin-Autorin

In Sundern (Sauerland) starb ein 51-jähriger Kamerad, der bei Aufräumarbeiten plötzlich zusammengebrochen war. In Bad Salzungen in Thüringen wurde ein 28-jähriger Kamerad von einem Baum erschlagen, als er eine eingeklemmte Pkw-Fahrerin befreien wollte.

Bei diesem Unglück zog sich ein weiterer Feuerwehrmann schwerste Verletzungen zu. Aber er überlebte!

Laut Aussagen der Stadtverwaltung und des Landesfeuerwehrverbandes Thüringen konnte er sogar bereits am darauffolgenden Tag aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Doch für viele Feuerwehrleute war er Donnerstagnacht bereits tot. Warum? Weil einige Feuerwehren über Social Media die Informationen verbreiteten, dass auch er inzwischen verstorben sei. Geht’s noch? Was für ein Schlag für die Angehörigen, Freunde und Kameraden, so etwas lesen zu müssen!

Die Falschinformation, dass ein dritter Kamerad gestorben sei, verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Etliche Feuerwehren teilten dieses Gerücht auf ihren Facebook-Kanälen – ohne zu hinterfragen, welche Quelle eigentlich dahintersteht. Meldungen von Feuerwehren, die ihr Profilbild mit Trauerflor oder Trauerschleife wechselten, überschwemmten den Newsfeed von Facebook – oftmals mit dem Hinweis, dass drei Kameraden gestorben seien.

Auch wir nahmen diese ungesicherte Informationen in einem Facebook-Post mit dem Titel „Eilmeldung“ am Donnerstagabend auf. Dass wir uns auf die anderen beriefen, die diese Informationen verbreiteten, schützt uns nicht vor dem Vorwurf, journalistisch unsauber gearbeitet zu haben. Doch wir haben schnell nachrecherchiert.

Am Freitag verfassten wir einen Online-Beitrag zu den tragischen Ereignissen. Im Zuge dessen riefen wir auch bei der Verwaltung in Bad Salzungen an und bekamen die Antwort, dass der Feuerwehrmann bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurde. “Ein Toter reicht doch”, sagte die Dame am Telefon zu mir.

“Ein Toter ist schon zu viel”, dachte ich mir. Dennoch hielt sich hartnäckig das Gerücht über den dritten toten Feuerwehrmann – auch nach Veröffentlichung unserer aktuellen Meldung.

Wir bekamen viele Nachrichten mit dem Hinweis, dass wir falsch informiert seien und bereits ein weiterer Feuerwehrmann verstorben sei. Auf Nachfrage nach der Quelle dafür hieß es häufig: “Habe ich irgendwo gelesen” oder steht auf der Facebook-Seite von “Feuerwehr XYZ”, die in der Regel noch nicht einmal aus demselben Bundesland wie der verletzte Kamerad stammte.

Was ist los mit Euch? Nicht alles, was im Internet steht, ist wahr. Nicht nur Medienseiten sollten sich vorher Gedanken machen, was sie schreiben und posten, auch Feuerwehren sollten dies beherzigen. Wir müssen immer daran denken, welche Konsequenzen so eine Verbreitung von Falschmeldungen haben kann und in wessen Namen wir posten.

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