Waldbrandbekämpfung in Serbien

GFFF-V DE1 verzahnt Boden- und Luftkräfte

Deliblato (Serbien) – Bei der Waldbrandbekämpfung im Naturschutzgebiet Deliblatska Pescara arbeitete das deutsche EU-Waldbrandmodul GFFF-V DE1 eng mit serbischen und weiteren internationalen Kräften zusammen. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Abstimmung zwischen den Einsatzkräften am Boden und der Luftunterstützung: Kritische Bereiche wurden in einem gemeinsamen digitalen Kommunikationssystem markiert, Beobachtungen aus der Luft wiederum direkt an die Bodentruppen weitergegeben.

Einsatzfahrzeuge des GFFF-V DE1 am ersten Einsatztag in Serbien. (Bild: Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn)

Nach der Ankunft am 24. August ging ein Teil des deutschen Moduls noch am selben Abend in den Einsatz. Zwei Waldbrandbekämpfungsteams arbeiteten anschließend im Tag- und Nachtschichtbetrieb an verschiedenen Einsatzstellen. Sie bekämpften Bodenfeuer, verteidigten und kontrollierten Brandschneisen, führten Nachlöscharbeiten durch und schützten gefährdete Bereiche und Objekte.

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Das rund 30.000 Hektar große Naturschutzgebiet Deliblatska Pescara stellte die Einsatzkräfte dabei vor besondere Anforderungen. Sandiger Boden, dichter Bewuchs und schwer zugängliche Abschnitte machten geländegängige Lösch- und Führungsfahrzeuge erforderlich. Teilweise mussten die Kräfte größere Strecken zu Fuß zurücklegen und Löschrucksäcke, Handwerkzeuge sowie lange Schlauchleitungen einsetzen.

Löschwasser über Übergabepunkte und lange Schlauchleitungen

An den Einsatzstellen arbeiteten deutsche und serbische Feuerwehrkräfte unmittelbar zusammen. Serbische Löschfahrzeuge transportierten unter anderem Wasser zu geeigneten Übergabepunkten. Von dort unterstützte das deutsche Modul die weitere Förderung über lange Schlauchleitungen bis zu den jeweiligen Einsatzstellen.

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Mit sinkender Brandaktivität verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf Kontroll- und Nachlöscharbeiten. Die Kräfte suchten nach Glutnestern und überprüften insbesondere Übergänge zwischen verbrannten und unverbrannten Flächen. Schwer erreichbare Abschnitte mussten dabei ebenfalls zu Fuß erkundet werden.

Durch die direkte Ablösung an der Einsatzstelle waren rund 20 Einsatzkräfte mit fünf Einsatzfahrzeugen durchgehend im Einsatzgebiet präsent.

Einen aufgefundenen Igel bringen die Kräfte in Sicherheit. (Bild: Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn)

Bodentruppen markieren Ziele für Hubschrauber

Eine Besonderheit des Einsatzes war die Verzahnung von Boden- und Luftkräften. Unter Koordination der serbischen Einsatzleitung wurden gemeinsam mit einem tschechischen AFFF-H-Modul gezielte Löschwasserabwürfe durch Hubschrauber durchgeführt.

Die deutschen Einsatzkräfte identifizierten vom Boden aus besonders kritische Bereiche und markierten sie in einem gemeinsam genutzten digitalen Kommunikationssystem. Die Hubschrauberbesatzungen konnten diese Angaben anschließend für gezielte Wasserabwürfe nutzen.

Einsatzkräfte am Boden übermitteln Informationen für den Einsatz der Löschhubschrauber. (Bild: Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn)

Der Informationsfluss funktionierte auch in umgekehrter Richtung: Entdeckten Kräfte aus der Luft neue Rauchentwicklungen, wurden deren Positionen unmittelbar an die Einheiten am Boden weitergegeben. Diese konnten die entsprechenden Bereiche daraufhin kontrollieren und mögliche Entstehungsbrände bekämpfen.

Verbindungskräfte koordinieren internationale Einheiten

Für die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen setzte der Einsatzverband auf Verbindungskräfte. Sie hielten den Kontakt zwischen der serbischen Einsatzleitung, dem deutschen Modul und weiteren internationalen Einheiten und unterstützten bei der Abstimmung von Einsatzaufträgen und verfügbaren Ressourcen. Serbische Verbindungskräfte begleiteten die deutschen Führungskräfte dabei kontinuierlich.

Zum GFFF-V DE1 gehörten neben den beiden Waldbrandbekämpfungsteams eine Modulführung sowie Logistik- und Versorgungskräfte. Sechs Einsatzkräfte von @fire unterstützten mit Fachwissen zu Vegetationsbrandbekämpfung, Wetter und Taktik sowohl die Führung als auch die Mannschaften auf den Löschfahrzeugen.

Kameraden bei der Lageerkundung im Waldbrandgebiet. (Bild: Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn)

Vier Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe übernahmen gemeinsam mit der Logistik des Moduls Teile der autarken Versorgung. Dazu gehörten zwei warme Mahlzeiten täglich, kalte Zwischenmahlzeiten und die sanitäre Infrastruktur. Notfallsanitäter in den Brandbekämpfungsteams sowie ein eigener Rettungswagen stellten die medizinische Versorgung sicher.

Nach elf Tagen endete der Serbien-Einsatz des GFFF-V DE1. Die Einsatzkräfte kehrten am 1. September zu ihren Heimatstandorten zurück. Zum deutschen Verband gehörten Kräfte aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, darunter Angehörige der Feuerwehren Bonn, Düsseldorf, Leverkusen und Königswinter. Serbien war für das Modul der vierte Waldbrandeinsatz des Jahres 2026 nach den Einsätzen in den Niederlanden, Spanien und im Kreis Düren.

Abschlussfoto der EU-Waldbrandeinheit aus Nordrhein-Westfalen am Einsatzort in Serbien. (Bild: Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn)

Erst rund eine Woche zuvor war das Modul in Hürtgenwald (NW) im Einsatz: Dort unterstützte es ab dem 13. August bei einem Waldbrand im Kreis Düren, der sich auf rund 300 Hektar ausbreitete und zeitweise die Evakuierung des Ortsteils Gey erforderlich machte. Der Einsatz gilt inzwischen als unter Kontrolle. Er reiht sich in eine Debatte ein, die auch die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (dfeug) angestoßen hat: Sie fordert angesichts der Häufung von Wald- und Vegetationsbränden ein flächendeckendes Gesamtkonzept zur Waldbrandbekämpfung für Nordrhein-Westfalen.

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