Vegetationsbrandbekämpfung

Leichte PSA für Vegetationsbrände beschafft

Arnsberg (NW) – Die Feuerwehr Arnsberg aus dem Hochsauerlandkreis hat rund 80 leichte Schutzoveralls für Wald- und Vegetationsbrände beschafft und verbindet die neue Ausrüstung mit einer festen Wechselstrategie im Einsatz. Wie wichtig angepasste PSA bei Hitze sein kann, zeigt auch eine bundesweite Befragung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter 1.735 Feuerwehrangehörigen: Den größten Handlungsbedarf für sicheres und gesundes Arbeiten bei Extremwetterlagen sehen die Befragten bei Vegetationsbränden.

Leichte Schutzoveralls für die Feuerwehr Arnsberg: Die Ausrüstung soll die körperliche Belastung bei Einsätzen unter hohen Temperaturen reduzieren. (Bild: Feuerwehr Arnsberg)

Hintergrund der Beschaffung sind die körperlichen Belastungen bei Vegetationsbränden im unwegsamen Gelände und bei hohen Sommertemperaturen. Arnsberger Einheiten waren zuletzt im Rahmen der überörtlichen Hilfe bei den Großbränden in Sundern-Stemel und Marsberg-Helminghausen im Einsatz. Dort wurden die neuen Schutzgarnituren erstmals getragen.

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Die einteiligen Overalls stammen von Watex. Sie sind leichter als die für den Innenangriff vorgesehene Feuerwehr-Überbekleidung. Ihre rote Farbe soll die Sichtbarkeit der Einsatzkräfte auch aus der Luft verbessern. Am Rücken befinden sich Taschen für zwei Trinkflaschen mit jeweils 0,5 Liter Inhalt. Zur Ausstattung gehören außerdem Schutzbrillen gegen Brandrauch und feine Partikel sowie leichte Atem- beziehungsweise Tuchmasken von Uvex.

60 Garnituren auf dem Gerätewagen

Für die Versorgung direkt an der Einsatzstelle hat die Feuerwehr den in Müschede stationierten Gerätewagen Licht umgerüstet. Er transportiert nun 60 Waldbrandoveralls samt Brillen und Atemschutztüchern. Hinzu kommen Löschrucksäcke, Kreissegmentregner und Pulaski-Äxte.

Damit verbindet die Feuerwehr die neue Ausstattung mit einem konkreten Ablauf: Der Erstangriff erfolgt weiterhin in der regulären Schutzkleidung. Kräfte, die später eingesetzt oder aus einem vorherigen Einsatzabschnitt abgelöst werden, können anschließend vor Ort auf die leichten Overalls wechseln.

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Auch bei den Arbeits- und Löschgeräten erweitert Arnsberg die Ausstattung. Pulaski-Äxte kombinieren Axt und Hacke. Die Einsatzkräfte können damit unter anderem den Boden öffnen, Schneisen anlegen oder tiefer liegende Glutnester freilegen. Kreissegmentregner ermöglichen eine kontinuierliche Wasserabgabe auf größere Flächen oder Riegelstellungen.

Solche Regner stehen bereits beim Wasserförderzug des Hochsauerlandkreises zur Verfügung. Mit dem eigenen Material kann die Feuerwehr Arnsberg nun auch unabhängig davon darauf zugreifen.

Weitere Ausrüstung soll folgen. Nach Angaben der Feuerwehr befinden sich zusätzliche Löschrucksäcke und Waldbrandwerkzeuge sowie Faltbehälter mit 5.000 und 25.000 Litern Fassungsvermögen in der Beschaffung. Ergänzt werden sollen außerdem D-Schläuche und D-Armaturen für Arbeiten in unwegsamem Gelände.

Befragung sieht Handlungsbedarf bei Vegetationsbränden

Wie relevant die körperliche Entlastung von Einsatzkräften sein kann, zeigt eine bundesweite Befragung der DGUV Akademie und der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord im Rahmen einer explorativen Studie. Zwischen März und Juni 2025 nahmen 1.735 Feuerwehrangehörige teil. 94 Prozent gehörten einer Freiwilligen Feuerwehr an, 76 Prozent hatten eine Führungs- oder Leitungsfunktion. 

Fast die Hälfte der Befragten gab zusätzliche Belastungen durch Einsätze bei extremen Wetterlagen an. Rund 77 Prozent bewerteten gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge lang andauernder Hitzeperioden als mindestens mittleres Risiko. Den größten Handlungsbedarf für sicheres und gesundes Arbeiten unter Extremwetterbedingungen sahen die Teilnehmer bei Vegetationsbränden.

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Zudem berichteten jeweils rund drei Viertel der Befragten von einem höheren Zeit- und Personalbedarf bei Extremwetterlagen. Knapp 73 Prozent nahmen einen steigenden Bedarf an technischer Ausstattung wahr. Als wichtige Ansätze nennen die ausgewerteten Angaben unter anderem einsatzgerechte persönliche Schutzausrüstung, Ausbildung und Sensibilisierung sowie Anpassungen bei Einsatzplanung und Personalorganisation.

Die HFUK Nord verweist im Zusammenhang mit Hitze und Vegetationsbränden außerdem auf eine verlässliche Trinkwasserversorgung, ausreichende Pausen und Regenerationszeiten sowie eine an Hitze und Witterung angepasste Einsatzplanung. Bei der PSA kommen demnach auch leichtere und besser belüftete Materialien in Betracht.

Bereits die DGUV-Handlungshilfe FBFHB-035 zur Sicherheit und Gesundheit bei der Vegetationsbrandbekämpfung weist mit Stand vom 30. August 2022 auf die Belastung durch für den Innenangriff konzipierte Schutzkleidung hin. Bei sehr warmer Witterung könne deren Isolationswirkung zu starkem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen und gesundheitlichen Gefährdungen führen. Die Handlungshilfe nennt deshalb unter anderem angepasste PSA, ausreichende Getränkeversorgung, rechtzeitige Ablösung sowie organisierte Ruhe- und Erholungsphasen als Maßnahmen für die Einsatzplanung.

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