170 Kräfte im Einsatz

Löscharbeiten dauern 21 Stunden lang

Herdecke (NW) – Im Ennepe-Ruhr-Kreis hat die Feuerwehr Herdecke einen kräftezehrenden und langwierigen Einsatz bei einem Recyclingbetrieb im Gewerbegebiet Loerfeld beendet. Rund 900 Quadratmeter Hallenfläche waren von dem Großbrand am Montag, 14. September, betroffen. Um an Glutnester zu gelangen, mussten Einsatzkräfte das Brandgut mit Baggern freilegen und aus der Halle fahren. In der Spitze waren rund 170 Kräfte gleichzeitig vor Ort.

21 Stunden lang waren 170 Feuerwehrleute beim Großbrand einer Recyclinghalle in Herdecke gefordert. Foto: Feuerwehr

Beim Eintreffen der Feuerwehr ab 0:28 Uhr brannte die Halle bereits in voller Ausdehnung. Zweimal drohte eine Rauchgasdurchzündung. Nach der ersten Brandbekämpfung konzentrierten sich die Arbeiten darauf, verbliebene Brand- und Glutstellen aufzuspüren und abzulöschen.

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Dafür wurde das gelagerte Material mit Baggern freigelegt, kontrolliert aus der Halle gebracht und anschließend gezielt mit Wasser sowie Schaum als Netzmittel abgelöscht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens unterstützten die Einsatzkräfte dabei. Zur Brandbekämpfung kamen handgeführte Strahlrohre und Wasserwerfer zum Einsatz.

Zudem aktivierten die Einsatzkräfte frühzeitig den vorhandenen Rauch- und Wärmeabzug der Halle. Zwei Hochleistungslüfter des Ennepe-Ruhr-Kreises unterstützten die Entrauchung. Eine Drohne mit Wärmebildkamera diente dazu, Brand- und Glutstellen aufzuspüren.

Löschwasserversorgung als eigener Einsatzabschnitt

Besonders während der Nacht stellte die Löschwasserversorgung die Feuerwehr vor eine Herausforderung. Dafür richtete die Einsatzleitung einen eigenen Einsatzabschnitt ein. Nach Abstimmung mit dem Energieversorger konnte zusätzlich Wasser über den Bereich der Dortmunder Landstraße bereitgestellt werden.

Insgesamt gliederte die Einsatzleitung die Lage in vier Einsatzabschnitte mit weiteren Unterabschnitten. Regelmäßige Lagebesprechungen dienten der Abstimmung zwischen den Verantwortlichen.

Bei dem Großbrand waren sieben Feuerwehren aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sowie die Feuerwehren Hagen und Dortmund beteiligt. Geführt wurde der Einsatz über den Einsatzleitwagen (ELW) 2 des Ennepe-Ruhr-Kreises. Wegen der langen Einsatzdauer arbeitete auch die Einsatzleitung im Schichtbetrieb.

Währenddessen stellten Kräfte der Feuerwehren Sprockhövel und Witten von der Feuerwache Herdecke aus den Grundschutz für das Stadtgebiet sicher. Am Tag kam der Tagesdienst der Feuerwehr Herdecke hinzu.

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THW prüft beschädigte Halle

Der Brand beschädigte die rund 900 Quadratmeter große betroffene Halle insbesondere im Dachbereich erheblich. In Teilbereichen bestand Einsturzgefahr. Ein Baufachberater des THW unterstützte die Einsatzleitung bei der Beurteilung der Statik. Das Technische Hilfswerk leuchtete die Einsatzstelle während der Nacht außerdem aus.

Wegen möglicher herabfallender Teile der Dachkonstruktion wurde am Abend vorsorglich abgesperrt. Der Betriebshof der Stadt Herdecke diente während des Einsatzes als Logistik- und Versorgungsstützpunkt. Die Johanniter-Unfall-Hilfe versorgte die Kräfte dort mit Getränken und warmen Speisen.

Aufgrund der Rauchentwicklung führten Einsatzkräfte während der Nacht und im Tagesverlauf umfangreiche Schadstoffmessungen im Stadtgebiet durch. Nach den vorliegenden Messergebnissen wurden keine auffälligen Schadstoffbelastungen in der Umgebungsluft festgestellt. In der Nacht war über NINA eine Warnung veröffentlicht worden.

Um 21:45 Uhr beendete die Feuerwehr den Einsatz. Das betroffene Unternehmen stellte für die Nacht vorsorglich eine Brandwache. Eine Kameradin musste an der Einsatzstelle ambulant vom Rettungsdienst behandelt werden und konnte den Einsatz nicht fortsetzen. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden.

Die Polizei ermittelt zur Brandursache. Feuerwehrangaben zur Ursache oder zur Höhe des Sachschadens liegen nicht vor.

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