Hannover (NI) – Bei einem Gebäudebrand hat die Feuerwehr Hannover am Sonntagabend sieben Menschen aus einem Mehrfamilienhaus gerettet. Eine Person gelangte über einen Sprungretter ins Freie, sechs weitere über tragbare Leitern. Elf Menschen, darunter fünf Kinder, brachte der Rettungsdienst zur weiteren Behandlung in hannoversche Kliniken.
Elf durch Rauchgase leichtverletzte Bewohner beim Brand in einem Mehrfamilienhaus in Hannover kommen in Kliniken. Die Feuerwehr rettet sie über Sprungretter sowie eine Schiebeleiter. Foto: IMAGO | Herrmann
Gegen 17:37 Uhr gingen bei der Regionsleitstelle mehrere Notrufe zu dem Brand in der Badenstedter Straße ein. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte es im Treppenraum. Dadurch war der Fluchtweg versperrt, während die Obergeschosse stark verraucht waren. Mehrere Bewohner machten sich an Fenstern und auf dem Dach bemerkbar.
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Für die Menschenrettung setzte die Feuerwehr unter anderem einen Sprungretter und tragbare Leitern ein. Gleichzeitig gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung und zur Durchsuchung des Gebäudes vor. Die unmittelbar vor dem Haus verlaufende Straßenbahntrasse erschwerte mit ihren Oberleitungen den Einsatz der Drehleiter.
Zwischenzeitlich befanden sich nach Angaben eines Feuerwehrsprechers gegenüber NDR Niedersachsen noch zwei Personen im Gebäude. Sie wurden von Feuerwehrkräften betreut; Lebensgefahr bestand demnach nicht.
Wegen der Zahl der Betroffenen lösten die Einsatzkräfte das Einsatzstichwort „Massenanfall von Verletzten“ (MANV) aus. Der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst ließen insgesamt 14 Menschen medizinisch sichten. Die Patientenversorgung erfolgte in einer nahegelegenen Kindertagesstätte. Elf Personen kamen anschließend in Kliniken: zwei Frauen, vier Männer, zwei Mädchen und drei Jungen. Genauere Altersangaben lagen zunächst nicht vor.
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Gegen 18:45 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis etwa 21 Uhr. Zusätzlich kam die Fachgruppe Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen zum Einsatz. Ihre Kräfte unterstützten bei Kontrollarbeiten im Dachbereich auf der von der Straße abgewandten Gebäudeseite.
Das Mehrfamilienhaus war nach dem Brand nicht bewohnbar. Der Energieversorger enercity trennte aus Sicherheitsgründen die Energieversorgung. Für sieben Bewohner ohne andere Unterbringungsmöglichkeit organisierte die Landeshauptstadt Hannover eine vorübergehende Unterbringung in einer Notunterkunft. Während des Einsatzes blieb die Badenstedter Straße für den Fahrzeug- und Straßenbahnverkehr vollständig gesperrt. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit bis zu 91 Einsatzkräften und 30 Fahrzeugen vor Ort.
Zur Brandursache und zur Schadenshöhe lagen nach Angaben der Feuerwehr zunächst keine Erkenntnisse vor. Die Polizeidirektion Hannover nahm die Ermittlungen auf. Nach Abschluss der Löscharbeiten führte die Feuerwehr noch Sicherungsmaßnahmen am Gebäude durch.