Sechs Hubschrauber im Einsatz

Katastrophenfall festgestellt: 300 Kräfte kämpfen gegen Bergwaldbrand

Oberwössen (BY) – Wegen des Bergwaldbrands an der Lackenbergwand, Kreis Traunstein, hat Landrat Andreas Danzer am Donnerstag um 11:30 Uhr den Katastrophenfall festgestellt. Rund 300 Einsatzkräfte und sechs Hubschrauber bekämpfen das Feuer. Nach dem aktuellen Lagebild sind 2,5 Hektar Waldfläche betroffen.

Ein Hubschrauber fliegt mit Außenlastbehälter über das verrauchte Brandgebiet an der Lackenbergwand (Bild: NH-News | Hallweger)

Die Freiwillige Feuerwehr Oberwössen wurde am Mittwoch, 29. Juli, gegen 18 Uhr gemeinsam mit zahlreichen umliegenden Feuerwehren alarmiert. Das Feuer war in schwer zugänglichem Gelände im Gipfelbereich auf knapp 1.000 Metern Höhe ausgebrochen. Bereits bei der Alarmierung war eine deutliche Rauchsäule sichtbar.

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Neben den Feuerwehren rückten Kräfte der Bergwacht, des Rettungsdienstes und der Bayerischen Polizei an. Die Feuerwehr baute eine Riegelstellung mit Kreisregneranlagen auf. Parallel richteten die Einsatzkräfte einen Pendelverkehr mit TLF ein, um Löschwasser in das schwer erreichbare Gebiet zu bringen.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit führten Hubschrauber der Bayerischen Polizei zahlreiche Löschwasserabwürfe durch. Wegen der Gefahren im steilen Gelände und der eingeschränkten Sicht reduzierten die Einsatzkräfte ihre Maßnahmen am Abend. Sie überwachten den Brandbereich während der Nacht weiter, setzten die bodengebundene Brandbekämpfung so weit wie möglich fort und bauten die Beregnungsstrecken aus.

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Im Verlauf der Nacht breitete sich das Feuer talwärts aus. Der Schwerpunkt lag auf dem Schutz gefährdeter Bereiche und der Eindämmung der weiteren Brandausbreitung. Ein umfassender Löscheinsatz aus der Luft war während der Dunkelheit nicht möglich.

In dieser Lage stellten die Verantwortlichen nach Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes einen besonderen Koordinierungsbedarf fest. Kreisbrandrat Christof Grundner wurde daraufhin zum Örtlichen Einsatzleiter bestellt. Zuvor hatte Kommandant Korbinian Mühlberger von der Freiwilligen Feuerwehr Oberwössen den Einsatz geleitet, unterstützt von Mitgliedern der Kreisbrandinspektion.

Mit der Feststellung des Katastrophenfalls werden die eingesetzten Kräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert. Zentrale Schutzziele sind der Schutz der Bevölkerung und des Schutzwaldes in Oberwössen.

Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben des Landratsamtes derzeit nicht. Im talwärts gelegenen Bereich bauten die Einsatzkräfte vorsorglich umfangreiche Riegelstellungen auf. Die Ausbreitung des Feuers konnte bislang eingegrenzt werden.

In der Nacht zu Donnerstag waren offene Flammen am bewaldeten Steilhang deutlich zu erkennen. (Bild: KFV Traunstein | Gasser)

Die Lage bleibt jedoch dynamisch. Das steile und teilweise felsige Gelände erschwert die Löscharbeiten erheblich. Auffrischender Wind kann zudem zu einer erneuten schnellen Ausbreitung führen.

Rund 300 Einsatzkräfte befinden sich inzwischen vor Ort. Vier Hubschrauber der Bayerischen Polizei unterstützen die Brandbekämpfung aus der Luft. Seit 15 Uhr sind zusätzlich zwei aus Österreich angeforderte Hubschrauber im Einsatz.

Bis zum Abend sollen die Hubschrauber und die Kräfte am Boden möglichst große Mengen Löschwasser in die betroffenen Bereiche einbringen. Damit wollen sie ein erneutes Aufflammen während der Nacht so gut es geht verhindern. Örtlicher Einsatzleiter Christof Grundner erklärte, entscheidend sei die intensive Bewässerung aus der Luft und vom Boden.

Einsatzkräfte befüllen einen Außenlastbehälter mit Löschwasser und bereiten ihn für weitere Abwürfe vor. (Bild: KFV Traunstein | Gasser)

Für die Löschwasserentnahme ist der Badesee in Unterwössen bis auf Weiteres gesperrt. Auch die B 305 bleibt im betroffenen Bereich großräumig gesperrt. Anwohner und Lieferverkehr können nach Maßgabe der Einsatzkräfte passieren.

Das Landratsamt hat außerdem ein Betretungs- und Befahrungsverbot für den Bereich der Lackenbergwand sowie für das Umfeld des Wössener Sees erlassen. Ausgenommen sind unter anderem Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie beauftragte Unternehmen. Im Bereich des Wössener Sees gilt die Ausnahme außerdem für Bewohner, Übernachtungsgäste der betreffenden Ferienwohnungen, Beschäftigte und den Lieferverkehr betroffener Unternehmen.

Die Bevölkerung soll den Einsatzbereich weiträumig meiden, Zufahrtswege für Einsatzkräfte freihalten und den Anweisungen vor Ort folgen. Wegen der Rauchentwicklung sollen Fenster und Türen geschlossen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abgeschaltet bleiben.

Taktisch bestimmen weiterhin das steile Gelände, die Wasserversorgung und die mögliche Brandausbreitung bei auffrischendem Wind den Einsatz. Die Riegelstellungen sollen ein weiteres Vordringen des Feuers verhindern. Bis zum Abend wollen die Kräfte aus der Luft und am Boden möglichst viel Löschwasser in die betroffenen Bereiche einbringen, um ein erneutes Aufflammen während der Nacht bestmöglich zu verhindern.

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