Fahrerin eingeklemmt

MANV 20: Linienbus mit Schulkindern kracht in Wohnhaus

Bad Oldesloe (SH) – Ein Linienbus mit Schulkindern im Kreis Stormarn ist am Freitagmorgen nach mehreren Kollisionen in ein Mehrfamilienhaus geprallt. Die Feuerwehr befreite die eingeklemmte Busfahrerin, die schwere Verletzungen erlitt. Auch unter den Fahrgästen gab es Schwerstverletzte, darunter Kinder. Das Technische Hilfswerk (THW) wurde hinzugezogen, um die Standsicherheit des beschädigten Gebäudes zu überprüfen.

Ein Linienbus mit Schulkindern ist in Bad Oldesloe (SH) nach mehreren Kollisionen gegen ein Mehrfamilienhaus geprallt. Die Feuerwehr befreite die eingeklemmte Busfahrerin. (Bild: NEWS5 / René Schröder)

Der Unfall ereignete sich gegen 7:20 Uhr auf der Straße Sülzberg. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizeidirektion Ratzeburg war die 63-jährige Busfahrerin in Richtung Innenstadt unterwegs. An der Einmündung zur Bangertstraße passierte sie mit dem Linienbus rechts einen Mini, der vor einem Fußgängerüberweg angehalten hatte. Dabei streifte der Bus den Pkw.

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Anschließend geriet das Fahrzeug vor der Einfahrt zum Kreisverkehr über einen Grünstreifen auf die Gegenfahrbahn. Dort stieß es seitlich mit einem entgegenkommenden VW Up zusammen. Der Bus überquerte daraufhin den Kreisverkehr im Bereich der Kurparkallee, verließ die Fahrbahn und prallte frontal gegen das Mehrfamilienhaus. Dabei durchbrach er die Außenwand im Erdgeschoss und kam im Wohnbereich des Gebäudes zum Stehen.

Feuerwehr rettet eingeklemmte Busfahrerin

Rund 60 Feuerwehrkräfte waren vor Ort. Einsatzleiter Christian Brand zufolge mussten sich die Kräfte zunächst einen Überblick über die Zahl und den Zustand der Betroffenen verschaffen. Unter den Fahrgästen befanden sich zahlreiche Kinder, darunter auch Kleinkinder.

Die Busfahrerin war in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Mit schweren Verletzungen wurde sie anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben Brands übernahmen Feuerwehrkräfte außerdem die Erstversorgung weiterer Betroffener, bevor der Rettungsdienst die medizinische Versorgung fortsetzte.

Aufgrund der zunächst angenommenen Verletztenzahl wurde das Einsatzstichwort „Massenanfall von Verletzten 20“ (MANV 20) ausgelöst. Neben Feuerwehr und Rettungsdienst war auch die Polizei mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Nach Informationen des NDR waren insgesamt mehr als 100 Einsatzkräfte aus dem Kreis Stormarn sowie aus Bad Segeberg und Lübeck vor Ort. Die genaue Zahl der Verletzten ist nach Angaben der Polizei noch nicht bestätigt. Auch wie viele Menschen sich zum Unfallzeitpunkt im Bus befanden, ist Bestandteil der Ermittlungen.

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THW prüft beschädigtes Wohnhaus

Nach dem Zusammenstoß wurde das Mehrfamilienhaus evakuiert. Das THW unterstützte die Einsatzkräfte mit einem Statiker, um die Standsicherheit des beschädigten Gebäudes zu begutachten. Inzwischen wurde der Linienbus mithilfe eines Krans aus dem Haus gezogen. Zuvor hatte das Fahrzeug laut Einsatzleitung leicht versenkt in Richtung Kellergeschoss gehangen. In der Außenwand blieb eine große Öffnung zurück. Ob das Gebäude einsturzgefährdet ist, wird weiterhin geprüft.

Die Unfallursache ist weiterhin ungeklärt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Lübeck wurde zur Klärung ein Gutachter hinzugezogen. Die Polizei hatte den Bereich rund um die Unfallstelle großräumig abgesperrt. Am Mittag war der Kreisverkehr nur noch teilweise gesperrt. Gegen 10:30 Uhr meldete der Kreisfeuerwehrverband Stormarn den Einsatz als beendet. Für Angehörige und Betroffene wurde eine zentrale Anlaufstelle im Kreistagssitzungssaal in Bad Oldesloe eingerichtet.

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