Fahrerin eingeklemmt

Linienbus mit Schulkindern kracht in Wohnhaus

Bad Oldesloe (SH) – Ein Linienbus mit Schulkindern im Kreis Stormarn ist am Freitagmorgen nach mehreren Kollisionen in ein Mehrfamilienhaus geprallt. Die Feuerwehr befreite die eingeklemmte Busfahrerin, die schwere Verletzungen erlitt. Auch unter den Fahrgästen gab es Schwerstverletzte, darunter Kinder. Das Technische Hilfswerk (THW) wurde hinzugezogen, um die Standsicherheit des beschädigten Gebäudes zu überprüfen.

Ein Linienbus mit Schulkindern ist in Bad Oldesloe (SH) nach mehreren Kollisionen gegen ein Mehrfamilienhaus geprallt. Die Feuerwehr befreite die eingeklemmte Busfahrerin. (Bild: NEWS5 / René Schröder)

Der Unfall ereignete sich um 7:23 Uhr im Bereich Sülzberg/Kurparkallee. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizeidirektion Ratzeburg war die 63-jährige Busfahrerin in Richtung Innenstadt unterwegs. An der Einmündung zur Bangertstraße passierte sie mit dem Linienbus rechts einen Mini, der vor einem Fußgängerüberweg angehalten hatte. Dabei streifte der Bus den Pkw.

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Anschließend geriet das Fahrzeug vor der Einfahrt zum Kreisverkehr über einen Grünstreifen auf die Gegenfahrbahn. Dort stieß es seitlich mit einem entgegenkommenden VW Up zusammen. Der Bus überquerte daraufhin den Kreisverkehr im Bereich der Kurparkallee, verließ die Fahrbahn und prallte frontal gegen das Mehrfamilienhaus. Dabei durchbrach er die Außenwand im Erdgeschoss und kam im Wohnbereich des Gebäudes zum Stehen.

Feuerwehr rettet eingeklemmte Busfahrerin

Rund 60 Feuerwehrkräfte waren vor Ort. Einsatzleiter Christian Brand zufolge mussten sich die Kräfte zunächst einen Überblick über die Zahl und den Zustand der Betroffenen verschaffen. Unter den Fahrgästen befanden sich zahlreiche Kinder, darunter auch Kleinkinder.

Die Busfahrerin war in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Mit schweren Verletzungen wurde sie anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Laut Brand übernahmen Feuerwehrkräfte außerdem die Erstversorgung weiterer Betroffener, bevor der Rettungsdienst die medizinische Versorgung fortsetzte.

Zunächst wurden die Feuerwehren Bad Oldesloe und Reinfeld mit dem Stichwort „Technische Hilfe Groß, zehn verletzte Personen“ (THG R10) alarmiert. Aufgrund der Lage erhöhte der Einsatzleiter das Stichwort erst auf R15 und anschließend auf R20. Daraufhin wurden weitere Rettungsmittel hinzugezogen, darunter auch ehrenamtliche Einheiten. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands (KFV) Stormarn waren insgesamt 52 Kräfte des Rettungsdienstes beteiligt. Die Einsatzkräfte erhielten Unterstützung aus Lübeck, dem Kreis Herzogtum Lauenburg und Bad Segeberg. Im Verlauf des Einsatzes wurden elf Personen durch den Rettungsdienst gesichtet und in umliegende Krankenhäuser transportiert.

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THW sichert beschädigtes Wohnhaus

Nach dem Zusammenstoß wurde das Mehrfamilienhaus evakuiert. Das THW unterstützte die Einsatzkräfte mit einem Statiker, um die Standsicherheit des beschädigten Gebäudes zu begutachten. Inzwischen wurde der Linienbus mithilfe eines Krans aus dem Haus gezogen. Zuvor hatte das Fahrzeug laut Einsatzleitung leicht versenkt in Richtung Kellergeschoss gehangen. In der Außenwand blieb eine große Öffnung zurück. 

Bei dem Aufprall wurde nach Angaben des THW unter anderem eine tragende Stütze zwischen zwei Fenstern vollständig zerstört. Um den beschädigten Bereich abzusichern, errichtet das THW ein sogenanntes Schwelljoch aus Unterzug, Schwelle und Stützen.

Der THW-Statiker konnte im Verlauf des Einsatzes Entwarnung hinsichtlich der Standsicherheit geben. Eine Wohnung wurde für unbewohnbar erklärt und ein Betretungsverbot für den Keller ausgesprochen, wie der KFV mitteilt. Der THW-Ortsbeauftragte Olaf Göttsche berichtete zudem von einer nicht bewohnbaren Hausmeisterwohnung. Die übrigen Bewohner können aus statischer Sicht in das Gebäude zurückkehren. Voraussetzung für einen tatsächlichen Wiedereinzug ist unter anderem die Wiederherstellung der beschädigten Heizungsanlage.

Die Unfallursache ist weiterhin ungeklärt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Lübeck wurde zur Klärung ein Gutachter hinzugezogen. Die Polizei hatte den Bereich rund um die Unfallstelle großräumig abgesperrt. Am Mittag war der Kreisverkehr nur noch teilweise gesperrt. Gegen 10:30 Uhr wurde der Einsatz beendet und die Einsatzstelle für die weiteren Ermittlungen an die Polizei übergeben. Das THW setzte seine Sicherungsarbeiten am Gebäude fort.

Für Angehörige und Betroffene wurde eine zentrale Anlaufstelle im Kreistagssitzungssaal in Bad Oldesloe eingerichtet. Dort standen Betreuungskräfte der Sanitätsdienste und der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) zur Verfügung. Auch den beteiligten Einsatzkräften wurde anschließend eine Einsatznachbesprechung durch eine PSNV-Einheit angeboten.

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