Trümmer erschweren Einsatz

Nach Explosion: Wohnhaus zu instabil für eine Suche

Regensburg (BY) – Eine Explosion zerstört am frühen Mittwochmorgen Teile eines Mehrfamilienhauses in Regensburg. Anschließend gerät das Gebäude in Vollbrand. Fünf Menschen werden verletzt, zwei weitere gelten als vermisst. Für die Feuerwehr gestalten sich die Löscharbeiten schwierig: Große Trümmerteile versperren die Zugänge, zudem besteht erhebliche Einsturzgefahr.

Über eine Drehleiter bekämpfen Einsatzkräfte der Feuerwehr Regensburg den Brand in einem Mehrfamilienhaus. Eine Explosion hat Teile des Gebäudes zerstört. (Bild: NEWS5/N5 DESK)

Gegen 4 Uhr gehen bei der Leitstelle zahlreiche Notrufe aus der Von-Reiner-Straße ein. Anwohner berichten von mehreren lauten Knallgeräuschen. Es kommt zu Explosionen, die anschließend einen Brand in dem Mehrfamilienhaus auslösen, wie die Polizei mitteilt. Als die ersten Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Regensburg eintreffen, liegen größere Gebäudeteile auf der Straße. Eine Hausseite ist weitgehend zerstört, der Brand bereits fortgeschritten.

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Aufgrund der Lage erhöht die Einsatzleitung die Alarmstufe auf Brand 5 und löst einen MANV 10-15 aus. Die Feuerwehr teilt die Brandbekämpfung in zwei Einsatzabschnitte auf und greift das Feuer von der Straßen- und der Hofseite aus an. Dabei setzt sie mehrere B- und C-Rohre sowie zunächst zwei Drehleitern ein. Wegen der Einsturzgefahr scheiden ein Innenangriff und die Kontrolle der noch intakten Wohnungen aus.

Nach Angaben von Christoph Tresch von der Feuerwehr Regensburg konzentrieren sich die Einsatzkräfte zunächst darauf, eine Ausbreitung der Flammen auf benachbarte Gebäude und den gesamten Dachstuhl zu verhindern. Das gelingt. Zur Kontrolle der Brandausbreitung setzt die Feuerwehr außerdem eine Drohne ein.

Trümmer behindern Aufstellung der Drehleiter

Besondere Schwierigkeiten bereiten den Einsatzkräften die Folgen der Explosion. Sowohl auf der Straßenseite als auch im Innenhof liegen zahlreiche Trümmer, darunter größere Bauteile. Sie erschweren den Zugang zum Gebäude und die Aufstellung der Einsatzfahrzeuge, insbesondere der Drehleiter.

Zudem muss die Einsatzleitung zunächst mit weiteren Explosionen rechnen. Die Feuerwehr hält deshalb bei ihren Maßnahmen möglichst Abstand zum Gebäude.

In der Spitze sind laut Tresch knapp 90 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Die Drehleiter der FF Lappersdorf, die Löschzüge Wutzlhofen und Graß sowie hauptamtliche Kräfte stellen währenddessen die Besetzung der Hauptwache sicher. Rettungsdienst und Polizei unterstützen bei der Versorgung der Betroffenen und der Evakuierung angrenzender Gebäude.

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Feuerwehr nutzt Google Maps zur Lageerkundung

Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Zahl der betroffenen Wohnungen und Bewohner zu ermitteln. Das Gebäude ist durch die Explosion so stark beschädigt, dass die Einsatzkräfte zunächst nicht einmal sicher feststellen können, wie viele Wohnungen ursprünglich vorhanden waren.

Um die Gebäudestruktur zu rekonstruieren, greift die Feuerwehr unter anderem auf frühere Straßenansichten bei Google Maps zurück. Hinzu kommen Abfragen der Einwohnermeldedaten. Gemeinsam mit der Polizei versuchen die Einsatzkräfte, die Bewohner den einzelnen Wohnungen zuzuordnen und zu klären, wer sich zum Zeitpunkt der Explosion im Haus aufgehalten haben könnte.

Im nahe gelegenen Antoniushaus richten die Helfer eine Betreuungsstelle ein. Dort befragen sie die Bewohner und erfassen die Betroffenen. Auch Menschen aus zwei unmittelbar angrenzenden Häusern müssen ihre Wohnungen verlassen.

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THW soll einsturzgefährdetes Gebäude sichern

Nach Abschluss der ersten Brandbekämpfung übernimmt das Technische Hilfswerk (THW) eine zentrale Aufgabe. Nicht nur das betroffene Mehrfamilienhaus, sondern auch zwei angrenzende Gebäude gelten als einsturzgefährdet. Selbst äußerlich noch intakte Wohnungen dürfen die Einsatzkräfte deshalb zunächst nicht betreten.

Das THW bereitet Sicherungs- und Abstützmaßnahmen vor. Dabei kommen ein Baufachberater, ein Statiker und das Einsatzstellensicherungssystem zum Einsatz. Die Feuerwehr bleibt unterdessen mit zwei Drehleitern und zwei Löschfahrzeugen in Bereitstellung, um bei erneuter Rauchentwicklung eingreifen zu können.

Nach Angaben der Polizei werden vier Menschen aus dem betroffenen Mehrfamilienhaus verletzt in Krankenhäuser gebracht, einer davon schwer. Hinzu kommt ein Polizeibeamter, der eine leichte Rauchgasvergiftung erleidet. Er kann das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Zwei Personen werden nach Angaben der Polizei noch in dem Gebäude vermutet. Sobald das THW die einsturzgefährdete Gebäudestruktur ausreichend gesichert hat, wollen die Einsatzkräfte die Suche nach ihnen aufnehmen. Wann dies möglich sein wird, ist noch unklar.

Die Ursache der Explosion ist weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei Regensburg und Spezialisten des Landeskriminalamts untersuchen zunächst das Umfeld des zerstörten Gebäudes. Eine Einsatzhundertschaft durchsucht das Trümmerfeld nach möglichen Hinweisen. Im Gebäude selbst können die Ermittler erst tätig werden, wenn die Standsicherheit ausreichend gewährleistet ist. Möglicherweise kommen dann auch Spürhunde zum Einsatz.

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