Thannhausen (BY) – Menschen helfen, das gehört für Gabriel Dreher (24) zum Leben. Seit seinem zwölften Lebensjahr engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Thannhausen. Doch nicht nur im Einsatz setzt er sich für andere ein: Mit einer Stammzellspende hat der junge Feuerwehrmann einem schwer an Blutkrebs erkrankten Menschen die Chance auf Heilung gegeben. Hinter seiner Entscheidung steht auch ein persönlicher Schicksalsschlag.
Gabriel Dreher (24) engagiert sich bereits seit seinem zwölften Lebensjahr bei der FF Thannhausen. Sein Vater war ebenfalls Feuerwehrmann. Dessen Krebstod hat ihn nachhaltig geprägt und zu seiner Entscheidung für eine Stammzellspende beigetragen. (Bild: Feuerwehr/Landherr)
Sein Vater war viele Jahre selbst aktiver Feuerwehrmann. Schon als Kind erlebt Gabriel Dreher deshalb Übungen, Einsätze und den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Für ihn steht früh fest, dass auch er zur Feuerwehr gehen möchte. Heute ist der 24-Jährige ausgebildeter Atemschutzgeräteträger. Bei einem ausgedehnten Wohnungsbrand in Thannhausen im Januar 2026 gehört er zu den ersten Einsatzkräften im Gebäude. Die Spuren dieses Einsatzes sind noch immer an seinem Helm zu sehen.
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Der Verlust seines Vaters prägt ihn
Doch Gabriel Dreher weiß auch, dass sich nicht jedes Leben retten lässt. Als er 18 Jahre alt ist, stirbt sein Vater an Krebs. Der Verlust begleitet ihn bis heute. „Der Tod meines Vaters hat mir gezeigt, wie schnell eine schwere Erkrankung das Leben eines Menschen und seiner Familie verändern kann – und wie wertvoll jede Chance auf Heilung ist“, erzählt der Feuerwehrmann.
Im Sommer 2024 trifft er auf einem Musikfestival eine spontane Entscheidung: An einem Stand der DKMS lässt er sich als potenzieller Stammzellspender registrieren. Dass er tatsächlich einmal gebraucht werden könnte, damit rechnet er zunächst nicht.
Doch nur sieben Monate später erhält Gabriel einen Anruf. Seine Gewebemerkmale passen zu denen eines schwer an Blutkrebs erkrankten Menschen, der dringend eine Stammzellspende benötigt. Für den jungen Feuerwehrmann gibt es keinen Zweifel: Er will helfen.
Im April 2025 spendet Gabriel Dreher seine Stammzellen. Damit eröffnet er einem Menschen, den er nicht kennt, eine Chance auf Heilung.
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Vielleicht lernt er den Empfänger eines Tages kennen
Wie es dem Empfänger seiner Stammzellen heute geht, weiß Gabriel bislang nicht. Auch dessen Identität ist ihm unbekannt. Frühestens zwei Jahre nach der Spende können beide persönlich Kontakt aufnehmen – sofern sie das möchten.
Mit seiner Geschichte will der Feuerwehrmann andere dazu ermutigen, sich ebenfalls bei der DKMS registrieren zu lassen. „Der Aufwand ist sehr gering. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto höher ist die Chance, geeignete Spender zu finden“, sagt der 24-Jährige.
Für die Registrierung muss niemand eine Feuerwehruniform tragen. Unter www.dkms.de/registrieren können sich Interessierte kostenlos anmelden. Anschließend erhalten sie ein Testset nach Hause. Ein Wangenabstrich genügt, die Probe wird danach zurückgeschickt.