Internationale Erdbebenhilfe

THW-SEEBA besteht UN-Prüfung als Medium-USAR-Team

Wiener Neustadt (A) – Die Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) des Technischen Hilfswerks (THW) hat am 8. Oktober 2026 in Österreich ihre Klassifizierung als Medium Urban Search and Rescue Team (MUSAR) erhalten. Dafür absolvierten 49 Einsatzkräfte und vier Rettungshunde eine mehr als 36-stündige Übung unter internationaler Beobachtung. Mit der neuen Einstufung erfüllt die SEEBA die Vorgaben der Vereinten Nationen (UN) für internationale Rettungseinsätze nach Erdbeben.

Die Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) des THW hat die UN-Klassifizierung als Medium Urban Search and Rescue Team (MUSAR) erfolgreich bestanden (Bild: THW/Thiesen)

Auf einem Gelände des österreichischen Bundesheeres in Wiener Neustadt mussten die ehrenamtlichen THW-Kräfte verschiedene Aufgaben nach einem fiktiven Erdbeben bewältigen. Die Austrian Forces Disaster Relief Unit (AFDRU) hatte dafür ein Übungsszenario vorbereitet, das die Einheit über zwei Tage hinweg forderte.

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Im Mittelpunkt standen die Suche nach vermissten Personen und deren Rettung aus Trümmern. Die Einsatzkräfte nutzten dafür sowohl ihre Rettungshunde als auch technische Ortungsgeräte. Um zu den Verschütteten vorzudringen, stellten sie mit Trennschleifer und Aufbrechhammer Durchbrüche durch Beton, Stahl und Holz her.

Zwölf internationale Fachleute überprüften während der Übung die Fähigkeiten der SEEBA. Neben der technischen Rettung bewerteten sie auch die Koordination innerhalb der Einheit sowie die Zusammenarbeit mit anderen Rettungsorganisationen und örtlichen Behörden.

Die Übung hatte bereits im hessischen Rüsselsheim begonnen. Dort waren die 49 Einsatzkräfte aus drei THW-Landesverbänden zusammengekommen, bevor sie gemeinsam nach Österreich reisten.

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SEEBA wechselt von Heavy zu Medium

Mit der erfolgreichen Prüfung hat das THW die SEEBA nach einer strukturellen Neuausrichtung als MUSAR-Team klassifizieren lassen. Bereits 2007 war die Auslandseinheit erstmals von der INSARAG als sogenanntes Heavy Team klassifiziert worden. Grundlage für die Umstellung waren nach Angaben des THW die Erfahrungen aus zurückliegenden Einsätzen. Die neue Struktur soll einen flexiblen Einsatz der Einheit ermöglichen.

Die Klassifizierung erfolgt nach den Standards der International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG). Das UN-Gremium vereint Fachleute aus mehr als 80 Ländern und legt Qualitätsanforderungen für internationale Urban Search and Rescue Teams (USAR) fest. Diese Einheiten werden nach schweren Erdbeben zur Ortung und Rettung Verschütteter in dicht besiedelten Gebieten eingesetzt. Eine erneute Überprüfung der Klassifizierung ist alle fünf Jahre vorgesehen.

THW-Präsidentin Sabine Lackner würdigte nach der Übung insbesondere den Ausbildungsstand und das hohe technische Niveau der SEEBA. Sie verwies zudem auf die Leistungen der Einheit bei Einsätzen in Venezuela und der Türkei. Die erfolgreiche Prüfung in Österreich sei auch das Ergebnis umfangreicher Ausbildung und regelmäßiger Trainings.

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