Berlin – Roboter erkunden gefährliche Bereiche, Sensoren erfassen Umweltgefahren und körperliche Belastungen, Ortungssysteme bestimmen die Position von Einsatzkräften auch ohne GPS. Wie diese Technologien zusammenarbeiten, hat das europäische Forschungsprojekt Synergise am 15. Oktober 2026 auf einem Testgelände der Polizei in Berlin demonstriert. Das Technische Hilfswerk (THW) koordiniert das seit September 2023 laufende Projekt und brachte Erfahrungen aus dem Einsatzalltag in die Entwicklung ein.
Im Rahmen des EU-Projekts Synergise erproben die Projektpartner unter anderem Roboter zur Erkundung von Einsatzstellen. Sie sollen gefährliche Bereiche untersuchen können, bevor Einsatzkräfte diese betreten. (Bild: THW/Leon Karl)
Im Mittelpunkt der Entwicklung steht ein System, das Informationen verschiedener Technologien zusammenführt. Das sogenannte Novel Integrated Toolkit for Collaborative Response and Enhanced Situational Awareness (NIT-CRES) kombiniert Robotik, Drohnen, Sensorik, Ortungssysteme, tragbare Technik und digitale Anwendungen. Ziel ist es, Einsatzkräften und Führungspersonal ein gemeinsames Lagebild zur Verfügung zu stellen.
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Ortung auch ohne GPS-Empfang
Roboter können beispielsweise Bereiche einer Einsatzstelle erkunden, bevor Menschen diese betreten. Sensoren erfassen mögliche Gefahren in der Umgebung sowie Vitaldaten der Einsatzkräfte. Ortungssysteme sollen deren Position auch innerhalb von Gebäuden bestimmen, in denen kein GPS-Empfang möglich ist.
Die gesammelten Informationen fließen in ein gemeinsames System ein. Dadurch sollen Einsatzkräfte und Einsatzleitung Gefahren früher erkennen, die Lage besser beurteilen und Maßnahmen aufeinander abstimmen können. Auch die Kommunikation zwischen beteiligten Einheiten und die Koordination der verfügbaren Ressourcen gehören zum Konzept.
Bei der Entwicklung arbeitete das THW mit Rettungsteams aus Polen, Griechenland und Schweden zusammen. Gemeinsam definierten sie Einsatzszenarien, identifizierten konkrete Anwendungsfälle und formulierten Anforderungen an die Technik.
Anschließend erprobten sie die entwickelten Lösungen in praxisnahen Feldtests und bewerteten ihre Eignung für den Einsatz. Ehrenamtliche THW-Kräfte leisteten während der mehr als dreijährigen Projektlaufzeit insgesamt rund 4.000 Stunden Projektarbeit.
Das Forschungsvorhaben erhielt unter anderem Mittel aus dem EU-Programm Horizon Europe. Mit der Abschlussdemonstration in Berlin präsentierten die Projektpartner das Zusammenspiel der entwickelten Technologien.