Göppingen (BW) – Im Kreis Göppingen haben am Mittwochabend 236 Einsatzkräfte aus zwölf Feuerwehren sowie weitere Kräfte von Rettungsdienst und Fachdiensten eine groß angelegte Alarmübung an der FBG-Pipeline absolviert. Übungsannahme war eine Leckage mit austretendem Kerosin. Acht Beschäftigte der Pipelinegesellschaft galten als verletzt. Trainiert wurden unter anderem die Suche nach der Schadensstelle, Menschenrettung und Dekontamination, die Abdichtung der Leitung sowie der Schutz von Gewässern.
Bei der Alarmübung an der FBG-Pipeline dekontaminieren Einsatzkräfte eine als verletzt angenommene Person nach der Rettung aus dem Gefahrenbereich. (Bild: SDMG/Woelfl)
Rund 100 Einsatzkräfte waren nach Angaben von Kreisbrandmeister Prof. Dr.-Ing. Michael Reick als Suchtrupps entlang der Pipeline unterwegs. Sie kontrollierten die ihnen zugewiesenen Abschnitte mit Fahrzeugen und zu Fuß, um die angenommene Austrittsstelle zu lokalisieren. Die Übung erstreckte sich über das untere Filstal und den Schurwald.
Anzeige
Zu den beteiligten Feuerwehren gehörten unter anderem Schlierbach, Albershausen, Uhingen, Ebersbach, Rechberghausen, Wangen, Birenbach, Börtlingen und Wäschenbeuren. Die angenommene Leckage wurde schließlich im Bereich Uhingen gefunden.
Fünf Stellen für Ölsperren vorbereitet
Parallel zur Suche trainierten die Einsatzkräfte den Gewässerschutz. An insgesamt fünf vorbereiteten Stellen kamen Ölsperren zum Einsatz. Mit ihnen soll bei einem tatsächlichen Austritt verhindert werden, dass sich Kerosin oder andere Mineralölprodukte über Fließgewässer weiter ausbreiten.
Die Feuerwehr Rechberghausen war für zwei Ölsperren im Marbach zuständig. Die Kräfte bauten die Sperren auf, brachten sie in das Gewässer ein, sicherten sie und betreuten die Einrichtungen während der weiteren Übung. Damit umfasste das Szenario auch Maßnahmen, die entfernt von der eigentlichen Schadensstelle erforderlich werden können.
Rauch, Reizgase, Spannung: Drei Sonderhefte mit über 300 Seiten für sicheres Vorgehen unter Atemschutz, im Gefahrgut und an Anlagen erneuerbarer Energien. Nur 14,90 € statt 29,40 €, limitiert bis 30.08.2026.
Am angenommenen Leck in Uhingen lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Menschenrettung. Acht Beschäftigte der Pipelinegesellschaft galten als verletzt und kontaminiert. Kräfte der Feuerwehr Uhingen retteten sie zunächst aus dem Gefahrenbereich.
Anschließend wurden die Betroffenen dekontaminiert, um anhaftendes Kerosin zu entfernen, und dem Rettungsdienst übergeben. Die Übungsannahmen sahen unterschiedlich schwere Verletzungen vor. An der Schadensstelle waren laut Reick rund 50 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk eingesetzt.
Spezialkräfte für Mineralölschäden und Rohrleitungen
Unterstützung erhielten die örtlichen Feuerwehren von spezialisierten Einheiten. Die Werkfeuerwehr Zeller+Gmelin war mit Technik zur Aufnahme von Mineralölen beteiligt.
Zum Szenario gehörte zudem die Abdichtung der Leckage. Eingebunden war dafür der Gefahrstoffzug der Feuerwehr Salach. Dessen Spezialkräfte verfügen über Möglichkeiten, beschädigte beziehungsweise unter Druck stehende Rohrleitungen abzudichten und damit einen weiteren Stoffaustritt einzudämmen.
Auch die Bundeswehr war in die Übung eingebunden. Nach Angaben des Kreisbrandmeisters ist sie mit einem Verbindungselement in der Führungsstruktur vertreten. Damit steht bei einer realen Großschadenslage ein direkter Ansprechpartner zur Verfügung, wenn Unterstützung oder spezielles Gerät der Bundeswehr benötigt werden.
Neben den technischen Maßnahmen gehörten deshalb auch Kommunikation und Führungsstrukturen zwischen Feuerwehren, Rettungsdienst, THW und weiteren beteiligten Organisationen zum Übungsumfang.
Der neue Rosenbauer Imagekalender 2027 – BUILT FOR THAT MOMENT. Jetzt vorbestellen und sich die streng limitierte Auflage vorab sichern, exklusiv im Feuerwehr-Magazin-Shop!
29,90 €
Lieferzeit: Die Auslieferung startet voraussichtlich im Dezember 2026
Eine Übung dieser Größenordnung findet nach Angaben von Reick an der Pipeline etwa alle fünf bis sieben Jahre statt. Dabei werden unter anderem die Suche nach einer Leckage, die Alarmierung entlang der Strecke, das Einrichten von Ölsperren und die Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten praktisch erprobt.
Gegen 21:30 Uhr endete die Alarmübung. In Rechberghausen bauten die Kräfte anschließend die beiden Ölsperren im Marbach zurück und stellten die Einsatzbereitschaft wieder her.