Mönchengladbach (NW) – Genau 100 Einsatzkräfte sind bei der Feuerwehr Mönchengladbach täglich planmäßig im Dienst. Insgesamt gehören 421 Mitarbeitende der Berufsfeuerwehr (BF) und 418 aktive Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr (FF) zur Einsatzorganisation. Besonderheiten sind das einheitliche Fahrzeugkonzept und ein strukturiertes Pit-Stop-Verfahren bei Reanimationen.
Die Besatzungen einiger Standard- und Sonderfahrzeuge der BF sind vor dem 54.042 Besucher fassenden Ista-Borussia-Park, dem vereinseigenen Fußballstadion des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, zum Gruppenbild zusammengekommen. (Bild: Fichte)
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Drei Wachen, ein System
Die BF arbeitet von drei Feuer- und Rettungswachen (FRW) sowie einer Rettungswache aus. Auf jeder FRW stehen rund um die Uhr zehn Einsatzfunktionen bereit. Der Standardlöschzug besteht aus einem Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) 20 mit sechs Funktionen, einer Drehleiter mit Rettungskorb (DLK) 23/12 mit zwei Funktionen und einem Rettungswagen (RTW) mit zwei Funktionen. Ein C-Dienst als Abschnittsleiter kommt im Rendezvous-System hinzu.
Ein Schwerpunkt liegt an der FRW 2 im Stadtteil Holt. Dort bündelt das Technik- und Logistikzentrum (TLZ) die Sondertechnik der Feuerwehr. Die 24 Stellplätze für Großfahrzeuge sind im Fischgrätmuster angeordnet. Sechs Einsatzkräfte besetzen die Sonderfahrzeuge; ihr Leiter Technik und Logistik unterstützt Einsatzleitungen bei Bedarf als Fachberater für Sondergeräte und Zusatzmaterial.
Anders sieht es an der FRW 3 in Rheydt aus. Ein Neubau in Holz-Hybrid-Bauweise wurde kurz vor der Fertigstellung durch einen Brand schwer beschädigt. Die Betonteile können nach Angaben von Feuerwehrleiter Dirk Schattka saniert werden, der Holzteil muss neu entstehen. Mindestens 3 Jahre sind dafür vorgesehen. Der Standort sollte zugleich der FF-Einheit Rheydt ein neues Gerätehaus bringen, die seit mehr als 10 Jahren eine Zwischenlösung aus Containern und Garagenräumen nutzt.
Direkt an die FRW 3 grenzt das Führungs- und Lagezentrum mit Leitstelle, Führungsdienst und Stabsräumen. Die räumliche Nähe zum städtischen Not-Rathaus ermöglicht eine sichere Datenkabel-Verbindung.
Pit-Stop-Prinzip bei Reanimationen
Bei Reanimationen rücken Notarzteinsatzfahrzeug, RTW und HLF 20 gemeinsam aus. Damit stehen zehn Einsatzkräfte einschließlich Notarzt und Gruppenführer zur Verfügung. Zusätzlich bringt der Wassertrupp den Gerätewagen Rettungsdienst (GW-RettD) zur Einsatzstelle. Das Fahrzeug ist eine Eigenentwicklung der BF und führt unter anderem die mechanische Reanimationsunterstützung mit.
Das Pit-Stop-Verfahren weist den Beteiligten feste Aufgaben zu. Die detaillierte Rollenverteilung bleibt der Printreportage vorbehalten. Schattka sagt über das Konzept: „Durch den hohen Personaleinsatz und das Pit-Stop-Verfahren können wir eine sehr effiziente Reanimation gewährleisten.“ Im Deutschen Reanimationsregister belege Mönchengladbach regelmäßig Spitzenplätze und sei 2025 erneut in der „Champions League für Reanimationen“ gelandet.
Auch bei Ausbildung und Nachwuchs setzt die Feuerwehr eigene Akzente. Mit der dreijährigen 112-Medic-Ausbildung können geeignete Bewerber mit mittlerem Schulabschluss direkt die Ausbildung zum Notfallsanitäter beginnen. Danach folgt die 15-monatige 112-Direct-Ausbildung im Brandschutz. Aktuell befinden sich 54 Feuerwehrmänner und -frauen in 112-Medic oder 112-Direct.
Mehr im Heft: Peter Fichte stellt in der zwölfseitigen Reportage das strukturierte Pit-Stop-Reanimationsverfahren im Detail, den Fuhrpark aller drei Wachen, die Arbeit der Rettungshunde- und Ortungstechnik-Staffel sowie die 125-jährige Geschichte der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach vor.
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