Ermittlungen nach Großbrand

Mutmaßliche Brandstiftung auf Reitanlage

Heusenstamm (HE) – Nach dem Brand auf einer Reitanlage und in einem angrenzenden Wald in Heusenstamm, Kreis Offenbach, geht die Polizei inzwischen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler nach ihren bisherigen Untersuchungen aus. Rund 200 Feuerwehrleute waren bei dem Großbrand im Einsatz, eine Ersthelferin und ein Feuerwehrmann wurden leicht verletzt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr im Bereich der Reitanlage in Heusenstamm. Im Hintergrund ist deutlicher Feuerschein hinter dem Baumbestand zu erkennen.
Einsatzkräfte der Feuerwehr im Bereich der Reitanlage in Heusenstamm. Im Hintergrund ist deutlicher Feuerschein hinter dem Baumbestand zu erkennen. (Bild: 5Vision.News)

Brandermittler der Kriminalpolizei untersuchten den Brandort am Montag und suchten nach weiteren Spuren. Zunächst war neben anderen möglichen Ursachen auch ein technischer Defekt geprüft worden. Diese Möglichkeit schlossen die Ermittler inzwischen aus. Bei dem Feuer auf dem Anwesen wurden außerdem zwei Anhänger zerstört.

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Der Brand war am späten Samstagabend gegen 22:19 Uhr bei der Rettungsleitstelle gemeldet worden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannten Bereiche der Reitanlage. Auch im nahe gelegenen Wald stellten die Einsatzkräfte einen Brandherd fest. Nach Angaben von Mario Rebell, Pressesprecher der Feuerwehr Heusenstamm, waren mehrere hundert Quadratmeter Waldfläche betroffen. Für die Feuerwehren im Kreis Offenbach wurde Großalarm ausgelöst.

Im Erstangriff bauten die Einsatzkräfte Riegelstellungen zu benachbarten Gebäudeteilen auf. Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich in noch nicht vom Feuer betroffenen Bereichen Stallungen mit Pferden und Eseln. Gemeinsam mit Ersthelfern brachten Feuerwehrkräfte alle Tiere in sichere Bereiche. Sie blieben unverletzt. Eine Ersthelferin wurde vermutlich bei der Rettung der Pferde leicht verletzt. Auch ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen.

Für die Einsatzkräfte stellte die Rettung der Tiere eine zusätzliche Herausforderung dar. Feuerwehrsprecher Rebell zufolge waren die Pferde als Fluchttiere in der Paniksituation nur schwer einzuschätzen.

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Tanklöschfahrzeuge fahren im Pendelverkehr

Die schwierige Löschwasserversorgung gehörte nach Angaben der Feuerwehr zu den größten Herausforderungen des Einsatzes. Bis eine stabile Versorgung aufgebaut war, brachten Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Wasser zur Einsatzstelle. Zusätzlich unterstützten Landwirte aus der Region die Feuerwehr mit Wasserfässern.

Nach Angaben des Feuerwehrsprechers hatten die Einsatzkräfte den Brand nach rund zwei Stunden unter Kontrolle. Im weiteren Einsatzverlauf entschied die Feuerwehr, das gelagerte Stroh und Heu kontrolliert abbrennen zu lassen. Aufgrund der Trockenheit bestand weiterhin die Gefahr einer Brandausbreitung.

Auf dem Gelände der Reitanlage brennt gelagertes Stroh und Heu. (Bild: Feuerwehr Heusenstamm)

Gegen 7:40 Uhr am Sonntagmorgen galt der Brand nach Polizeiangaben als gelöscht. Die Arbeiten am gelagerten Heu und Stroh dauerten jedoch weiter. Nach rund neun Stunden Brandbekämpfung richtete die Feuerwehr eine Brandwache ein, um ein erneutes Aufflammen von Glutnestern zu verhindern.

Auch am Folgetag dauerten die Arbeiten auf der Reitanlage an. Im weiteren Verlauf zogen die Einsatzkräfte das noch brennende Stroh auseinander und löschten es vollständig ab.

Insgesamt waren rund 200 Feuerwehrleute aus dem Kreis Offenbach beteiligt. Eingesetzt waren Feuerwehren aus Heusenstamm, Dietzenbach, Obertshausen, Neu-Isenburg, Dreieich, Egelsbach, Hainburg, Langen, Mühlheim, Rodgau, Rödermark, Seligenstadt und Mainhausen.

Den Schaden bezifferte die Polizei zunächst auf mindestens 80.000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandstiftung dauern an.

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