Meuselwitz (TH) – Was zunächst wie ein gewöhnlicher Vegetationsbrand aussieht, entwickelt sich zu einem außergewöhnlichen Großeinsatz: Auf einem ehemaligen Tagebaugelände bei Meuselwitz im Kreis Altenburger Land brennt nicht nur der Wald – tief im Boden schwelen Kohlereste. In einem langwierigen Einsatz bringen die Feuerwehren den oberirdischen Brand erst nach mehreren Tagen unter Kontrolle. Kohlereste glimmen jedoch auf rund 8 Hektar unter der Erde weiter – seit nunmehr 13 Wochen. Aus einem „normalen“ Waldbrand entwickelt sich eines der ungewöhnlichsten Feuer in Deutschland.
Bei Meuselwitz (TH) entwickelt sich aus einem Vegetationsbrand ein unterirdischer Kohlebrand mit hoher Rauch- und Geruchsbelästigung (rechts). Wie der Kohlestaub unter der Erde schwelt, verdeutlicht eine Aufnahme der Wärmebildkamera (links). Foto: Feuerwehr
Am Nachmittag des 27. Juni 2026 entdeckt ein Anwohner Rauch über dem ehemaligen Kohlebergbaugebiet zwischen Mumsdorf und Falkenhain. Die ersten Kräfte der FF Meuselwitz finden einen Brand auf einer zunächst rund 50 × 200 Meter großen Fläche vor. Hinzu kommt eine weitere Gefahr: Funken schlagen von einer Stromtrasse in die Vegetation, weshalb die Leitung zunächst abgeschaltet werden muss.
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Das Feuer breitet sich schließlich auf mehr als 8 Hektar aus. Ein Polizeihubschrauber unterstützt die Löscharbeiten aus der Luft. Doch bei der Erkundung zeigt sich, dass die größte Hitze nicht von der Oberfläche kommt: In einem früheren Kohletrübebecken schwelen unterirdisch Ablagerungen aus Kohlestaub und Asche.
Damit ändert sich die Einsatztaktik grundlegend. Wegen Hohlräumen und Glutlöchern besteht Einsturzgefahr, große Teile der Fläche dürfen nicht mehr betreten werden. Die Feuerwehren bauen Riegelstellungen auf, kühlen die Randbereiche und versuchen vor allem, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Mehr als 30 Feuerwehren aus dem Altenburger Land sowie Einheiten aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kommen zum Einsatz.
Um eine Ausbreitung des unterirdischen Kohlebrandes zu verhindern, ziehen die Einsatzkräfte eine bis zu 1,60 Meter tiefe Furche und füllen diese mit Wasser und Netzmitteln auf. Foto: LMBV/Kortüm
Bis zur Übergabe der Einsatzstelle an die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) sind nach behördlichen Angaben 714 Einsatzkräfte mit 177 Fahrzeugen und speziellen technischen Einsatzmitteln beteiligt. Rund 5.000 Kubikmeter Löschwasser werden eingesetzt. Vollständig beseitigt ist der Brand damit allerdings nicht: Die unterirdischen Glutnester erreichen Temperaturen von bis zu 150 Grad Celsius. Die endgültige Sanierung der Brandfläche könnte mehrere Jahre dauern.
Wie die Einsatzleitung auf die ungewöhnliche Gefahrenlage reagierte, warum die Feuerwehr ihre Taktik ändern musste und welche Rolle Löschhubschrauber, Kreisregner und eine kilometerlange Wasserversorgung spielten, zeigt unser ausführlicher Einsatzbericht im Feuerwehr-Magazin 10/2026.
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