ARTE-Dokumentation

Finnische Feuerwehr trainiert an Portugals Feuerfront

Baden-Baden (BW) – 50 finnische Feuerwehrleute trainieren in Portugal gemeinsam mit der dortigen Einheit FEPC für die Bekämpfung von Vegetationsbränden. Die ARTE-Dokumentation „An Europas Feuerfront“ begleitet die Ausbildung.

Die Feuerwehrleute Soini Kurki aus Finnland und Tiago Simoes aus Portugal kämpfen im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit gegen Waldbrände in Portugal. (Bild: ARTE | YLE)

Zur finnischen Gruppe gehören 49 Männer und eine Frau. Sie bereiten sich auf ihre Aufgabe im Europäischen Zivilschutzpool vor und reisen dafür aus ihrem von Eis und Schnee geprägten Einsatzgebiet nach Portugal. Dort treffen sie auf erfahrene Kräfte, die regelmäßig mit einer für die Finnen ungewohnten Brandintensität konfrontiert sind.

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Die Dokumentation folgt unter anderem Lauri und Soini während der körperlich und emotional belastenden Ausbildung. Tuula, Mutter von vier Kindern, übernimmt gemeinsam mit einem Rettungssanitäter die medizinische Absicherung der Einheit.

Gastgeber ist die rund 250 Feuerwehrleute starke portugiesische Einheit FEPC. Nach Darstellung von ARTE beschränken sich deren Einsatzkräfte nicht auf das Löschen der Brände. Sie versuchen auch, die Ausbreitung des Feuers durch taktische Maßnahmen gezielt zu beeinflussen.

Die Produktion stelle dabei die internationale Zusammenarbeit im Katastrophenschutz in den Mittelpunkt. Zugleich zeige sie, wie Feuerwehrkräfte ihre Kenntnisse an Einsatzbedingungen anpassen müssen, die sich deutlich von denen in ihrem Heimatland unterscheiden.

Waldbrandverfahren nicht unverändert übertragen

Prof. Dr. Michael Müller, Professor für Waldschutz an der TU Dresden, ordnet die in Portugal eingesetzten Verfahren anlässlich der Dokumentation für Deutschland ein. Von den dortigen Bodenbearbeitungstechniken könnten Einsatzkräfte methodisch lernen. Einige dieser Verfahren seien früher auch hierzulande genutzt worden.

Vor einer unveränderten Übertragung warnt Müller jedoch. Vorbeugendes Brennen und die häufige Nutzung von Gegenfeuern seien in Deutschland nicht erforderlich und ohne entsprechend erfahrene Fachleute mitunter nicht sinnvoll. Gegenfeuer seien nach Müllers Einschätzung nur die letzte Möglichkeit. Hierzulande stünden unter anderem mehr technische Mittel, vorbeugende Maßnahmen und der Waldumbau zur Verfügung.

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Unter Waldumbau versteht Müller vor allem eine veränderte Bewirtschaftung mit einem höheren Anteil an Laubbäumen und Mischwäldern. Solche Bestände könnten weniger empfänglich für Waldbrände sein. Entstehe dennoch ein Feuer, könnten sie die Löscharbeiten erleichtern.

Mit Hitze und Trockenheit steigen laut Müller zwar die Waldbrandindizes und bleiben länger auf einem hohen Niveau. Daraus folge jedoch nicht automatisch ein Brand. Im Wald gebe es keine Selbstentzündungen; fast immer seien Menschen die Ursache. Als häufigste Ursachengruppe nannte er Brandstiftungen, gefolgt von Fahrlässigkeit sowie Unfällen und technischen Auslösern, etwa bei Erntearbeiten.

Für Deutschland verweist der Professor auf die frühe Erkennung von Bränden. Durch Hinweise aus der Bevölkerung und kameragestützte Überwachung würden Waldbrände innerhalb von zehn Minuten entdeckt. Die Feuerwehr sei meistens nach den ersten 15 Minuten vor Ort. Um dieses Niveau zu halten, seien jedoch weiterhin ausreichend Personal und eine entsprechende Ausrüstung erforderlich.

„An Europas Feuerfront“ entstand unter der Regie von John Webster als deutsch-finnische Produktion von ARTE und YLE. Der 60-minütige Film ist über arte.tv abrufbar. Außerdem läuft der er am Dienstag, 28. Juli 2026, um 21:45 Uhr im Fernsehen.

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