Gilching (BY) – Bayerns Feuerwehren starten mit einem erweiterten Konzept in die vierte Runde der Realbrandausbildung. Neu sind die systematische Einbindung eines Ampelschemas zur Lagebeurteilung, Module zur Einsatzhygiene und zu Entkleidungsprozeduren sowie die Darstellung unterschiedlicher Brandverläufe in der mobilen Übungsanlage.
Ein Atemschutzgeräteträger betritt während der Realbrandausbildung die holzbefeuerte Übungsanlage Fire Dragon 1000. Technische Neuerungen ermöglichen darin die Darstellung unterschiedlicher Brandverläufe in Gebäuden. (Bild: Drägerwerk AG & Co. KGaA)
Das an den bayerischen Landesfeuerwehrschulen etablierte Ampelschema soll künftig fester Bestandteil der Trainings sein. Es dient der Lagebeurteilung und wird während der Übungen systematisch angewendet.
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Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Gesundheitsschutz der Atemschutzgeräteträger. Neue Ausbildungsmodule behandeln Maßnahmen der Einsatzhygiene sowie Entkleidungsprozeduren. Dadurch sollen gesundheitliche Belastungen durch Rauchgase reduziert werden.
Auch die holzbefeuerte Brandübungsanlage Fire Dragon 1000 wurde technisch weiterentwickelt. Mit ihr lassen sich nun verschiedene Brandverläufe in Gebäuden darstellen. Die Einsatzkräfte trainieren unter anderem den Umgang mit Feuer, Rauch und Hitze, das richtige Verhalten im Brandeinsatz sowie den Schutz vor einer Raumdurchzündung, einem sogenannten Flashover.
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Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes Bayern führen moderne Bauweisen und der zunehmende Einsatz kunststoffhaltiger Materialien dazu, dass Brände häufig schneller verlaufen und für Einsatzkräfte gefährlicher werden. Im Realbrandtraining sollen Atemschutzgeräteträger deshalb Abläufe unter körperlicher und psychischer Belastung anwenden und bis zur Routine festigen.
Der Auftakt der vierten Ausbildungsrunde fand am 16. Juli 2026 bei der Freiwilligen Feuerwehr Gilching statt. Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner gab dort gemeinsam mit dem LFV-Vorsitzenden Johann Eitzenberger und Dräger-Vorstandsmitglied Rainer Klug den offiziellen Startschuss.
Einsatzkräfte und Projektbeteiligte beim Auftakt der „Realbrandausbildung 4.0“ in Gilching. Das erweiterte Trainingskonzept umfasst unter anderem Lagebeurteilung, Einsatzhygiene und Entkleidungsprozeduren. (Bild: LFV Bayern)
Von 2026 bis 2028 soll die mobile Anlage an rund 60 Standorten in Bayern eingesetzt werden. Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration finanziert das Projekt. Seit Beginn der Realbrandausbildung haben rund 16.000 Atemschutzgeräteträger an den Trainings teilgenommen.