Feuerwehr-Magazin 10/2026 ab sofort erhältlich

Pragmatisch gegen die Flammen

Mitte August brennt es im Hürtgenwald bei Gey auf einer Fläche von rund 400 Hektar. Der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein- Westfalens führt uns die Dimensionen vor Augen, mit denen wir künftig rechnen müssen. Aufgrund des Ausmaßes wird die Ortschaft Gey im Kreis Düren evakuiert und 1.800 Menschen in Sicherheit gebracht. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, unterstützt von Hubschraubern der Bundeswehr sowie von Landes- und Bundespolizei. Bemerkenswert: Auch das EU-Waldbrandmodul wird eingebunden. Grundsätzlich für Auslandseinsätze konzipiert, kommt es erstmals seit seiner Gründung 2019 im eigenen Land zum Einsatz. Ein Weckruf, der zeigt: Vegetationsbrände dieser Größenordnung sind längst keine Ausnahme mehr, sondern Teil unserer neuen Realität.

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Welche zusätzlichen Gefahren bei solchen Bränden auftreten können, verdeutlicht unser Einsatzbericht ab Seite 76: Aus einem vermeintlich gewöhnlichen Vegetationsbrand bei Meuselwitz in Thüringen hat sich ein unterirdischer Kohlebrand entwickelt. Dessen endgültige Beseitigung wird vermutlich noch Jahre dauern.

Gerade bei solchen Lagen entscheidet die Wasserversorgung über Erfolg oder Misserfolg des Einsatzes. Eine Messreihe der FF Hooksiel und der TU Bergakademie Freiberg liefert dafür verlässliche Druckverlustwerte für moderne Schläuche. Ab Seite 18 lest Ihr, warum diese Werte bei langen Förderstrecken, wie sie Vegetationsbrände typischerweise erfordern, besonders wertvoll sind.

In unserer Titelgeschichte ab Seite 38 zeigen wir außerdem, wie konsequente Spezialisierung auf besondere Gefahren aussehen kann. Die WF im Chemiepark Knapsack schützt mit eigens entwickelten Fahrzeugen und Konzepten einen der anspruchsvollsten Industriestandorte Deutschlands. Dabei kooperiert sie nicht nur mit anderen Werkfeuerwehren südlich von Köln, sondern arbeitet bei Ausbildung und Übungen außerdem eng mit Freiwilligen Feuerwehren der Region zusammen.

Matthias Hendrich, Chefredakteur (Bild: Archiv FM)

Dass Zusammenhalt über Grenzen hinweg auch abseits akuter Lagen zählt, beweist das Internationale Jugendfeuerwehr-Zeltlager in Behringen. Wie Verständigung, Kameradschaft und Freundschaft bereits im Jugendalter heranwachsen, lest Ihr ab Seite 70. Von der Zusammenarbeit profitieren alle beteiligten Wehren – jetzt und in Zukunft. Der Sommer 2026 hat uns gezeigt, dass wir uns auf neue Dimensionen der Gefahrenabwehr einstellen müssen. Pragmatismus und Spezialisierung werden dabei zu unseren wichtigsten Werkzeugen.

Viel Freude beim Lesen!

matthias.hendrich@ebnermedia.de 

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