3-monatige Testphase

Drohne soll Einsatzlage vor dem Eintreffen erkunden

Essen (NW) – Die Feuerwehr Essen testet seit ab heute eine Vorauserkundungsdrohne, die bei ausgewählten Einsatzmeldungen selbstständig starten und noch vor den ersten Kräften Bilder von der Einsatzstelle liefern soll. Die Aufnahmen werden in Echtzeit an die Leitstelle und die anfahrende Einsatzleitung übertragen. Während der 3-monatigen Testphase will die Feuerwehr untersuchen, welchen Zeit- und Informationsgewinn das System tatsächlich bringt.

Früh verfügbare Bilder könnten beispielsweise Hinweise auf die Größe eines Brandereignisses, mögliche Gefährdungen von Menschen sowie Zufahrts- und Aufstellmöglichkeiten liefern. Foto: © Bartoszak | Feuerwehr Essen

Stationiert ist die Drohne von Skyflow auf dem Dach der Hauptfeuerwache an der Eisernen Hand. Wird das System bei einer ausgewählten Meldung aktiviert, startet die Drohne automatisch und fliegt zur gemeldeten Einsatzstelle. Der Flug wird dabei permanent von einem Operator überwacht.

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Bis zu 15 Kilometer Reichweite

Nach Angaben der Feuerwehr bewegt sich die Drohne in der Regel in einer Höhe von etwa 100 bis 120 Metern. Ihre Reichweite beträgt rund 12 bis 15 Kilometer, die mögliche Flugzeit etwa 45 Minuten. Neben einer normalen Kamera ist das System mit einer Wärmebildkamera (WBK) ausgestattet.

Die Vorauserkundung soll der Leitstelle und der Einsatzleitung möglichst früh Informationen über die Lage liefern. Als mögliche Einsatzbereiche sind Brände, Technische Hilfeleistungen, Gefahrstoff- und Umweltgefahren, Wasserrettungseinsätze sowie größere Schadenslagen denkbar. Das System soll nicht die reguläre Erkundung durch die Einsatzleitung und die Einheiten an der Einsatzstelle ersetzen, sondern nur vorab Informationen liefern.

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Lagebild bereits während der Anfahrt

Der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Essen, Sascha Keil, verweist auf die Bedeutung der ersten Einsatzminuten. Früh verfügbare Bilder könnten beispielsweise Hinweise auf die Größe eines Brandereignisses, mögliche Gefährdungen von Menschen sowie Zufahrts- und Aufstellmöglichkeiten liefern. Dadurch sollen sich Maßnahmen bereits während der Anfahrt besser an die tatsächliche Lage anpassen lassen.

Während der Testphase steht das System montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr zur Verfügung. Wetterbedingungen, Entfernung, technische Einschränkungen oder ein bereits laufender Drohneneinsatz können einen Start verhindern.

Früh verfügbare Bilder könnten beispielsweise Hinweise auf die Größe eines Brandereignisses, mögliche Gefährdungen von Menschen sowie Zufahrts- und Aufstellmöglichkeiten liefern. Foto: © Bartoszak | Feuerwehr Essen

Feuerwehr wertet jeden Drohneneinsatz aus

Jeder Einsatz der Drohne soll anschließend ausgewertet werden, um einen eventuellen tatsächlichen Zeit- und Informationsgewinn aufzuzeigen. Geprüft werden soll auch, ob zusätzliche Lageinformationen dazu führen können, Einsatzkräfte und Fahrzeuge früher nachzufordern oder nicht benötigte Einheiten zu reduzieren.

Nach Abschluss der 3 Monate will die Feuerwehr bewerten, ob und in welcher Form eine Vorauserkundungsdrohne dauerhaft in ihre Einsatz- und Führungsstrukturen integriert werden kann. Die Stadt Essen begleitet das Projekt mit einer Informationsseite. Unter www.essen.de/einsatzdrohne ist unter anderem auf einer interaktiven Karte nachvollziehbar, wann und in welchen Bereichen des Stadtgebietes die Drohne während der Testphase eingesetzt wurde und welche Route sie geflogen ist.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo Wolfgang,

    eine ähnliche Vorgehensweise gibt es bereits in anderen (Groß-)Städten, richtig.

    Grüße aus der Redaktion

    Sebastian

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  2. Da waren die Münchner aber eher dran

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