Übung

190 Einsatzkräfte schützen fiktive Ortschaft vor Waldbrand

Kastellaun (RP) – Ein Waldbrand bedroht eine Ortschaft im Rhein-Hunsrück-Kreis. Um die Gebäude vor den Flammen zu schützen, rücken 190 Einsatzkräfte mit 42 Fahrzeugen an. Dieses Szenario hat die Einsatzbereitschaft Bad Kreuznach am Samstag auf dem ehemaligen Raketenstützpunkt Pydna bei Kastellaun geübt. Im Mittelpunkt standen der überörtliche Einsatz geschlossener Verbände, die Wasserversorgung und der Schutz von Gebäuden.

Mit Handwerkzeugen entfernen Feuerwehrleute Vegetation und legen eine Schneise im Wald an. Damit trainieren sie, wie sich die Ausbreitung eines Waldbrandes begrenzen lässt. (Bild: Jörg Dindorf - Team Medien Landkreis Bad Kreuznach)

Vier Löschzüge übernahmen bei der Übung die Sicherung einer fiktiven, bereits evakuierten Ortschaft. Jeder Zug bestand aus zwei Löschfahrzeugen, einem Schlauchwagen, einem Mannschaftstransportwagen und einem Führungsfahrzeug. Die Feuerwehrleute verlegten lange Schlauchleitungen und trainierten den wassersparenden Einsatz von Strahlrohren.

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Um die Gebäude vor einem Übergreifen des Feuers zu schützen, setzten die Einsatzkräfte unter anderem Kreisregner ein. Außerdem entfernten sie Vegetation im unmittelbaren Umfeld der Gebäude und legten Schutzstreifen an.

Löschwasser aus der Luft vorgesehen

Ein weiterer Übungsschwerpunkt war die Zusammenarbeit mit einem Löschhubschrauber. Dieser sollte mit einem Außenlastbehälter Wasser aus einem Reservoir aufnehmen, ins Einsatzgebiet transportieren und direkt in mobile Faltbehälter der Feuerwehr abgeben. Von dort sollte das Löschwasser über Schlauchleitungen an die Brandfront gelangen.

Der eingeplante Hubschrauber konnte aus organisatorischen Gründen nicht teilnehmen. Die Einsatzkräfte trainierten deshalb lediglich den Aufbau für diese Form der Wasserversorgung.

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Alarmierung bereits drei Tage vor der Übung

Die Übung begann bereits am Mittwoch (21. Oktober) mit der Alarmierung der Wehrleiter der beteiligten Einheiten. Am Donnerstag besprach die Bereitschaftsführung in einer Videokonferenz die Verlegung des Verbandes.

Die Fahrzeuge der Einsatzbereitschaft auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstation Pydna bei Kastellaun. An der Waldbrandübung beteiligten sich Einheiten aus den Kreisen Birkenfeld, Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück. (Bild: Jörg Dindorf - Team Medien Landkreis Bad Kreuznach)

Am Samstagmorgen sammelten sich die Einheiten zunächst in Birkenfeld. Dort erfasste die Führung die eingetroffenen Kräfte und stellte den Verband zusammen. Ein Vorauskommando fuhr nach Kastellaun, wo die örtliche Feuerwehr die Kräfte in die angenommene Lage einwies. Anschließend folgte der gesamte Verband.

Unter der Leitung von Bereitschaftsführer Stefan Bohnenberger beteiligten sich sämtliche Züge und Module der Einsatzbereitschaft an der Übung. Unterstützung erhielten sie von der Drohneneinheit des Wasserrettungszuges des Rhein-Hunsrück-Kreises und der Freiwilligen Feuerwehr Leideneck.

Die Versorgung der 190 Einsatzkräfte übernahm der Verpflegungszug, den der Malteser Hilfsdienst aus Simmern gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Bad Kreuznach stellt. Der Logistikzug kümmerte sich um den Nachschub von Material und Kraftstoff.

Überörtliche Hilfe für Großschadenslagen

Die Einsatzbereitschaft gehört zum rheinland-pfälzischen Konzept der „Vorgeplanten überörtlichen Hilfe größeren Umfangs“. Dafür stellen die Kreise Birkenfeld, Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück aufeinander abgestimmte Einheiten bereit.

Abschlussbesprechung
Nach der Waldbrandübung versammeln sich die beteiligten Einsatzkräfte zur Abschlussbesprechung. (Bild: Jörg Dindorf - Team Medien Landkreis Bad Kreuznach)

Die Stammbereitschaft umfasst rund 160 Einsatzkräfte mit etwa 30 Fahrzeugen. Bei größeren Schadenslagen können die Einheiten auch außerhalb ihrer Heimatkreise sowie in anderen Bundesländern eingesetzt werden.

Mit der Übung trainierten die Beteiligten die gesamte Einsatzkette von der Alarmierung über die Marschplanung und Verlegung bis zur Zusammenarbeit im Schadensgebiet.

Bereitschaftsführer Stefan Bohnenberger bewertete das Ergebnis bei der Abschlussbesprechung positiv. „Die gesetzten Übungsziele wurden voll erreicht“, erklärte er und dankte den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz.

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