Große Evakuierung in Misburg-Nord

Zwei Fliegerbomben in Hannover entschärft

Hannover (NI) – Im Hannoveraner Stadtteil Misburg-Nord mussten am Sonntag 17.500 Menschen einen Sicherheitsbereich verlassen, damit zwei Kampfmittelverdachtspunkte untersucht werden konnten. Beide Verdachtsfälle bestätigten sich: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen entschärfte eine amerikanische 250-kg- und eine 500-kg-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt waren 707 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst beteiligt.

Einer der entschärften Bombenkörper nach der Kampfmittelbeseitigung in Hannover-Misburg-Nord. (Bild: Feuerwehr Hannover)

Ausgangspunkt der Maßnahme war ein Kampfmittelverdachtspunkt auf einem Baufeld im Steinbruchsfeld. Nach Angaben der Feuerwehr Hannover war anschließend eine erweiterte Auswertung historischer Luftbilder veranlasst worden. Dabei zeigte sich ein weiterer Verdachtspunkt im Bereich der Kafkastraße. Beide Stellen konnten dadurch in eine gemeinsame Erkundungs- und Evakuierungsmaßnahme einbezogen werden. Ziel war es, mögliche weitere Kampfmittel frühzeitig zu erkennen und zusätzliche Evakuierungen nach Möglichkeit zu vermeiden.

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In Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen wurde um die Verdachtspunkte ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von 1.000 Metern eingerichtet. Insgesamt wurden 528 Menschen in Betreuungsstellen versorgt. Davon kamen 394 in der Integrierten Gesamtschule Roderbruch unter. Weitere Betroffene aus zu evakuierenden Pflegeeinrichtungen wurden in eigens vorbereiteten Betreuungsstellen aufgenommen.

Für 83 mobilitätseingeschränkte Personen waren Krankentransporte erforderlich. Um 14:01 Uhr meldeten die Räumkräfte den Evakuierungsbereich als sicher. Erst danach konnten die Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit der Untersuchung der Verdachtspunkte beginnen.

Zwischendurch mussten sie ihre Arbeiten unterbrechen. Trotz vorheriger Informationen sowie Kontroll- und Räumungsmaßnahmen hielten sich noch Menschen innerhalb des Sicherheitsbereichs auf. Der Bereich wurde deshalb erneut überprüft, bevor die Erkundung fortgesetzt werden konnte.

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Im Steinbruchsfeld bestätigte sich der Verdacht auf eine amerikanische 250-kg-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Auch an der Kafkastraße wurde ein Kampfmittel gefunden. Dort handelte es sich um eine amerikanische 500-kg-Fliegerbombe. Beide Bomben konnten vor Ort entschärft werden.

Um 17:48 Uhr wurde der Sicherheitsbereich aufgehoben. Die von der Evakuierung betroffenen Menschen konnten anschließend in ihre Wohnungen zurückkehren.

Christoph Bahlmann, Direktor der Feuerwehr Hannover, verwies nach Abschluss der Maßnahme insbesondere auf den organisatorischen Aufwand. Neben der eigentlichen Entschärfung hätten die Räumung des großen Sicherheitsbereichs, die Betreuung der Betroffenen und die Kontrolle der Gebäude eine erhebliche logistische Aufgabe dargestellt. Viele der mehr als 700 beteiligten Einsatzkräfte seien ehrenamtlich tätig gewesen.

Beim eingerichteten Bürgertelefon gingen bis 18 Uhr rund 400 Anrufe ein.


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