Sieben neue Einsatzmittel übergeben

Dresden investiert 3,67 Mio. Euro in Drehleitern, TLF und Boote

Dresden (SN) – Die Feuerwehr Dresden hat am 30. September 2026 sieben neue Einsatzmittel übernommen: drei Rettungsboote RTB II, zwei Drehleitern DLAK 23-12 und zwei Tanklöschfahrzeuge TLF 4000. Rund 3,67 Millionen Euro investiert die Landeshauptstadt, etwa 1,56 Millionen Euro davon werden vom Freistaat Sachsen gefördert. Die Beschaffungen ersetzen ältere Technik und erweitern zugleich die Möglichkeiten bei Menschenrettung, Wasserrettung und dezentraler Löschwasserversorgung.

Am Elbufer präsentiert die Feuerwehr Dresden die neu beschaffte Einsatztechnik mit Drehleitern, Tanklöschfahrzeugen und Rettungsbooten. (Bild: Feuerwehr Dresden)

Die beiden neuen Drehleitern werden an den Feuer- und Rettungswachen Löbtau und Altstadt stationiert. Sie lösen zwei jeweils 19 Jahre alte Fahrzeuge ab, deren vorgesehene Nutzungsdauer erreicht ist beziehungsweise kurz davorsteht. Nach Angaben der Feuerwehr erschwert zudem die fehlende Verfügbarkeit einzelner Ersatzteile inzwischen die Instandhaltung.

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Die DLAK 23-12 basieren auf Scania-Fahrgestellen und besitzen Aufbauten von Rosenbauer. Ihr fünfteiliger Leitersatz ist mit einem Gelenkteil ausgestattet. Der Rettungskorb hat eine Nutzlast von bis zu 500 Kilogramm.

Gelenkteil schafft zusätzliche Möglichkeiten

Vor allem bei zurückgesetzten Gebäudeteilen, schwer erreichbaren Dachflächen und begrenzten Aufstellflächen soll das Gelenkteil den taktischen Spielraum vergrößern. Die Feuerwehr verweist dabei auch auf die Bedingungen im Dresdner Stadtgebiet mit engen Straßenräumen, dichter Bebauung und teilweise vorhandenen Straßenbahn-Oberleitungen.

Zur weiteren Ausstattung gehören eine modernisierte Krankentragenaufnahme und ein vollständig auf LED-Technik basierendes Beleuchtungskonzept. Die Drehleitern sind für die Menschenrettung aus Höhen und Tiefen sowie für Brand- und Hilfeleistungseinsätze vorgesehen.

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Drei RTB II ersetzen mehr als 20 Jahre alte Boote

Auch die Wasserrettung auf der Elbe erhält neue Technik. Die bisherigen Mehrzweckboote waren nach der Hochwasserkatastrophe 2002 beschafft worden. Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Einsatzdienst stehen auch für verschiedene Bauteile dieser Boote keine Ersatzteile mehr zur Verfügung.

Die drei neuen RTB II vom Typ Pioner Multi III werden an den Feuer- und Rettungswachen Albertstadt, Übigau und Striesen vorgehalten. Durch die Verteilung auf diese Standorte sollen kurze Wege zu den Slipstellen entstehen und grundsätzlich Boote auf beiden Seiten der Elbe verfügbar sein. Muss eines der Rettungsboote wegen Wartungs- oder Prüfarbeiten aussetzen, kann ein anderes umgesetzt werden.

Eines der neuen RTB II wird an einer Slipstelle zu Wasser gelassen. (Bild: Feuerwehr Dresden)

Jedes Boot ist 5,30 Meter lang und besitzt einen 70-PS-Außenbordmotor. Der Kunststoffrumpf wird in einem Stück gefertigt. Eine zu öffnende Bugklappe erleichtert die Aufnahme von Personen aus dem Wasser. Hinzu kommen ein fernsteuerbarer Suchscheinwerfer sowie ein Kartenplotter mit Sonartechnik.

Die Feuerwehr begründet die Neubeschaffung außerdem mit veränderten Anforderungen an die Wasserrettung. Stark schwankende Wasserstände der Elbe stellen andere Anforderungen an die eingesetzte Technik als zum Zeitpunkt der früheren Beschaffung.

TLF 4000 für Weißig und Langebrück

Je ein neues TLF 4000 geht an die Stadtteilfeuerwehren Weißig und Langebrück. Die Fahrzeuge sollen insbesondere die dezentrale Löschwasserversorgung stärken. Diese spielt nach Angaben der Feuerwehr unter anderem in Dresdner Randlagen, in Wald- und Vegetationsflächen sowie bei größeren Entfernungen zu leistungsfähigen Hydranten eine Rolle.

Die allradgetriebenen TLF auf Scania-Fahrgestellen verfügen über 360 PS und bieten sechs Einsatzkräften Platz. Mitgeführt werden jeweils 4.000 Liter Löschwasser und 500 Liter Schaummittel. Zusätzlich zur Normbeladung besitzen die Fahrzeuge Ausrüstung für Wald- und Vegetationsbrände sowie für Großschadenslagen wie Starkregen- und Sturmeinsätze.

Scania-Fahrgestelle bilden die Basis der neuen Drehleitern und TLF 4000 der Feuerwehr Dresden. (Bild: Feuerwehr Dresden)

Eine Besonderheit steckt in der Pumpensteuerung: Ein integrierter Trainingsmodus ermöglicht es den Einsatzkräften, die Bedienung der Pumpe und der Druckzumischanlage direkt am Fahrzeug zu üben, ohne dafür den Fahrzeugmotor laufen lassen zu müssen.

Jan Wolf, Abteilungsleiter Einsatz der Feuerwehr Dresden, ordnet die drei Beschaffungen unterschiedlichen taktischen Anforderungen zu. Die Gelenkdrehleitern sollen zusätzliche Möglichkeiten bei schwierigen Aufstellbedingungen schaffen, die neuen Boote die Wasserrettung verbessern und die TLF die dezentrale Löschwasserversorgung unterstützen.

Auch Dr. Michael Katzsch, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, sieht die Beschaffungen nicht als reine Ersatzmaßnahme. Die Feuerwehr nutze den Generationswechsel, um Erfahrungen aus dem bisherigen Einsatzdienst aufzunehmen und bestehende Konzepte weiterzuentwickeln.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Dresden. Im Hintergrund erkennt man die Neuzugänge. (Bild: Feuerwehr Dresden)

Insgesamt kosten die sieben neuen Einsatzmittel 3.665.021,79 Euro. Davon entfallen 2.033.336,34 Euro auf die beiden Drehleitern, 1.396.193,28 Euro auf die beiden TLF 4000 und 235.492,17 Euro auf die drei Rettungsboote einschließlich Trailer.

Der Freistaat Sachsen fördert die Beschaffungen mit insgesamt 1.564.619,13 Euro. Auf die Drehleitern entfallen davon 926.000 Euro, auf die Tanklöschfahrzeuge 462.000 Euro und auf die Rettungsboote 176.619,13 Euro. Den verbleibenden Eigenanteil von 2.100.402,66 Euro trägt die Landeshauptstadt Dresden.

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