Fahrzeugvorstellung

Die sechs Tatra Force der BF Wien

Wien (Österreich) – Zum Fuhrpark der Berufsfeuerwehr Wien gehören sechs Löschfahrzeuge des Typs LFG 3200 (Löschfahrzeug-Gelände) auf Tatra Force T815-7 4×4.Die von Rosenbauer als TLFA 3000 aufgebauten Fahrzeuge sind für Wald- und Vegetationsbrände sowie Katastropheneinsätze ausgelegt. Mit 1,20 Metern Wattiefe, einer Bergsteigfähigkeit von 68 Prozent und einem eigenen Selbstschutzsystem verfügen sie über mehrere technische Besonderheiten.

Sechs LFG 3200
Die sechs LFG 3200 der BF Wien basieren auf Tatra Force T815-7 4×4 mit Aufbauten von Rosenbauer. Jedes Fahrzeug führt 3.200 Liter Löschwasser sowie weitere 300 Liter für den Selbstschutz mit. (Bild: Tschann)

Die Spezialfahrzeuge sollen es den Einsatzkräften ermöglichen, auch bei überfluteten oder beschädigten Straßen sowie in schwer zugänglichem Gelände voranzukommen. Zum Einsatzgebiet gehört neben dem Stadtgebiet auch der Wienerwald.

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Tatra Force mit Zentralrohrrahmen und Einzelradaufhängung

Anstelle eines konventionellen Leiterrahmens verwendet der tschechische Hersteller einen verwindungssteifen Zentralrohrrahmen mit Einzelradaufhängung. Die Konstruktion hält Verwindungen vom Fahrzeugaufbau fern und ermöglicht den Rädern, Bodenunebenheiten unabhängig voneinander auszugleichen.

Eine elektronische Fahrwerksregelung erlaubt es, die Fahrzeughöhe über einen Verstellweg von 210 Millimetern anzupassen. Zusätzlich besitzen die Tatra eine integrierte Reifendruckregelanlage. Damit können die Einsatzkräfte den Reifenfülldruck an weiche oder schlammige Untergründe anpassen.

Für den Antrieb sorgt ein Sechszylinder-Dieselmotor von Cummins mit 291 kW (396 PS). Die Kraftübertragung übernimmt ein Allison-4500-Vollautomatikgetriebe mit Drehmomentwandler. Dieses ermöglicht Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 18 Tonnen erreichen die Fahrzeuge eine begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.

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3.200 Liter Löschwasser und Pump-and-Roll-Betrieb

Den feuerwehrtechnischen Aufbau fertigte Rosenbauer. Jedes TLFA 3000 führt 3.200 Liter Löschwasser mit. Die Feuerlöschkreiselpumpe des Typs N35 fördert bis zu 3.000 Liter pro Minute bei 10 bar.

Über einen Frontwasserwerfer vom Typ RM15 können die Einsatzkräfte bis zu 1.000 Liter Wasser pro Minute abgeben. Dank Pump-and-Roll-Funktion ist die Wasserabgabe auch während der Fahrt möglich.

Eine Besonderheit ist das Selbstschutzsystem, für das weitere 300 Liter Wasser zur Verfügung stehen. Düsen besprühen bei Bedarf die Reifen und den Fahrzeugunterboden. Die Bodendüsen lassen sich außerdem zur Bekämpfung von Flächenbränden einsetzen.

Zusätzliche Düsen am Fahrerhaus erzeugen einen Wasservorhang vor der Fahrzeugfront. Dieser dient bei Vegetationsbränden dem Schutz der Kabine.

Tatra fährt durch Wasser
Mit einer Wattiefe von 1,20 Metern können die LFG 3200 der BF Wien auch überflutete Straßen durchqueren. Das Tatra-Force-Fahrgestell verfügt über einen Zentralrohrrahmen mit Einzelradaufhängung. (Bild: Tschann)

Geschützte Kabine für vier Einsatzkräfte

Die Fahrerkabine bietet Platz für vier Feuerwehrleute und verfügt über einen integrierten Überrollschutz (ROPS, Roll Over Protection System). Eine Dachöffnung ermöglicht den Löschangriff aus dem Fahrerhaus.

Darüber hinaus besitzen die Fahrzeuge eine Hitzeschutzummantelung für kritische Kabel und Luftleitungen. Diese Ausstattung ergänzt den wasserbasierten Selbstschutz bei Einsätzen in Bereichen mit hoher Wärmebelastung.

Die BF Wien stellte die sechs Spezialfahrzeuge im März 2025 in Dienst. Noch im August 2026 nahm sie mit einem LFG 3200 an einer mehrtägigen Waldbrandübung des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands im Raum Lavamünd (Kärnten) teil.

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