Neustadt am Rübenberge (NI) – Bei Sondierungsbohrungen an der Bahntrasse Hannover-Nienburg beschädigen Arbeiter eine Hochdruckgasleitung. Das austretende Gas explodiert. Dadurch gerät ein Lkw, der unter zwei Straßenbrücken steht, in Brand. Die Feuerwehr kann zunächst nur aus sicherer Entfernung löschen. Der Einsatz hat auch am Folgetag noch Auswirkungen auf den Straßen- und Schienenverkehr in der Region Hannover.
Ausgelöst durch eine Gasexplosion fängt ein Lkw Feuer, das zwei Brücken bei Neustadt am Rübenberge (NI) beschädigt. Die Feuerwehr kann zunächst nur aus sicherer Distanz löschen. Foto: Stadtfeuerwehr Neustadt am Rübenberge
Die Feuerwehr Neustadt am Rübenberge wurde am Mittwoch, den 23. September 2026, gegen 9:30 Uhr zu einem Lkw-Brand mit Gasaustritt alarmiert. Die Einsatzstelle lag unter den Brücken einer kommunalen Straße und der Bundesstraße 6 über die Bahnstrecke Hannover–Nienburg.
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Zwei Arbeiter führten dort Sondierungsbohrungen durch und beschädigten dabei nach Angaben der Feuerwehr eine Hochdruckgasleitung. Das ausströmende Gas explodierte aus bislang ungeklärter Ursache und setzte einen Lkw in Brand. Die beiden Arbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und blieben unverletzt.
Feuerwehr muss zunächst auf Abstand bleiben
Als die ersten Kräfte eintrafen, stand der Lkw bereits in Vollbrand. Die Flammen schlugen nach Angaben der Feuerwehr bis über die darüberliegende Brücke. Dichter Rauch gefährdete sowohl den Verkehr auf den beiden Straßen als auch den Bahnbetrieb.
Direkt an den Brandherd konnten die Feuerwehrleute zunächst nicht vorgehen: Neben dem weiterhin ausströmenden Gas stellte die stromführende Oberleitung der Bahn eine erhebliche Gefahr dar. Die Kräfte positionierten deshalb zunächst einen stationären Wasserwerfer, der ohne Personal arbeiten kann, und bekämpften den Brand aus sicherer Entfernung.
Erst nachdem der Energieversorger die Gasleitung abgeschiebert und die Bahn die Oberleitung geerdet hatte, konnten Trupps von beiden Seiten näher an den Lkw heran. Sie löschten das Fahrzeug mit Schaum.
Da vor Ort keine Hydranten zur Verfügung standen, ließ die Einsatzleitung Tanklöschfahrzeuge (TLF) von sämtlichen Ortsfeuerwehren des Stadtgebiets nachfordern. So stellten die Kräfte die Löschwasserversorgung sicher. Anschließend brachten sie den Brand zügig unter Kontrolle.
Hitze beschädigt Brücken und Oberleitung
Die starke Hitze beschädigte Bauteile der beiden Brücken über der Bahnstrecke. Baufachberater des Technischen Hilfswerks (THW) und weitere Spezialisten prüfen seitdem die Standsicherheit. Dabei geht es auch um die Frage, ob Bauteile auf die Gleise stürzen könnten. Die Brücke der kommunalen Straße wurde nach Angaben der Feuerwehr erheblich beschädigt. Beide Brücken sollen planmäßig im Dezember abgerissen werden; eine Behelfsbrücke befindet sich bereits im Bau.
Auch die Bahninfrastruktur nahm Schaden. Nach Angaben der Bahn wurde ein Oberleitungsmast beschädigt, anschließend riss die Oberleitung herunter. Signale und Kabel entlang der Strecke waren nach ersten Erkenntnissen dagegen nicht betroffen.
B6 und Bahnverkehr am Donnerstag weiter beeinträchtigt
Die Folgen des Einsatzes sind auch am Donnerstag, den 24. September 2026, noch zu spüren. Die Brücke der B6 ist weiterhin gesperrt. Die genaue Dauer hängt vom Ergebnis der Untersuchungen ab. Auf der Bahnstrecke bestehen ebenfalls weiterhin Einschränkungen.
Insgesamt waren rund 80 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Beteiligt waren die Ortsfeuerwehren Neustadt, Eilvese und Poggenhagen sowie Tanklöschfahrzeuge aus Mardorf, Mariensee, Mandelsloh, Nöpke, Otternhagen und Schneeren. Hinzu kamen unter anderem die Gefahrgutgruppe mit Messfahrzeug, die Einsatzleitung vor Ort, das THW, das Notfallmanagement der Bahn, Bundes- und Landespolizei, die untere Wasserbehörde der Region Hannover sowie die beteiligten Energieversorger.