JF-Treffen in Weinheim:

Übertritt statt Austritt – was Jugendliche beim Wechsel in die Einsatzabteilung brauchen

Weinheim (BW) – Viele Jahre Jugendfeuerwehr – und dann? Gerade beim Wechsel in die Einsatzabteilung entscheidet sich oft, ob junge Menschen der Feuerwehr erhalten bleiben. Genau darüber wurde bei der Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg am 19. September 2026 in Weinheim intensiv diskutiert. Dabei kamen auch die Jugendlichen selbst zu Wort.

Zum wiederholten Mal fand die Delegiertenversammlung der JF Baden-Württemberg in Weinheim statt. Viele Beschlüsse wurden gefasst, um die Arbeit der JF im Land zu verbessern und zu optimieren. Foto: Feuerwehr Weinheim
Zum wiederholten Mal fand die Delegiertenversammlung der JF Baden-Württemberg in Weinheim statt. Viele Beschlüsse wurden gefasst, um die Arbeit der JF im Land zu verbessern und zu optimieren. Foto: Feuerwehr Weinheim

Delegierte und Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg waren dafür in die Stadthalle von Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis gekommen. Neben Berichten der Landesjugendleitung und des Jugendforums standen unter anderem das Schutzkonzept der JF Baden-Württemberg, Ehrungen und aktuelle Themen der Jugendarbeit auf dem Programm. Parallel dazu gab es Workshops für die Jugendlichen.

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Ein Schwerpunkt lautete „Übertritt statt Austritt“. Dahinter steckt eine Frage, die fast jede JF irgendwann beschäftigt: Wie gelingt es, Jugendliche nach ihrer JF-Zeit nicht zu verlieren, sondern ihnen einen guten Start in der Einsatzabteilung zu ermöglichen?

Was hält Jugendliche in der Feuerwehr?

Eine vorgestellte Befragung zeigte: Viele Jugendliche blicken grundsätzlich positiv auf den Wechsel in die Einsatzabteilung. Gleichzeitig gibt es Hürden. Schule, Ausbildung, Studium und Beruf benötigen Zeit. Hinzu kommen bei manchen Jugendlichen Unsicherheiten vor dem ersten Einsatzdienst, fehlender Kontakt zur Einsatzabteilung oder die Sorge, den Anforderungen dort nicht gerecht zu werden. Ein wichtiger Wunsch: eine feste Ansprechperson, die den Übergang begleitet.

Einer, der den Wechsel gerade selbst erlebt hat

Wie sich dieser Schritt tatsächlich anfühlt, schilderte bei einer Podiumsdiskussion der 18-jährige Yannis Weyhersmüller. Er ist seit 13 Jahren in der Feuerwehr aktiv und wechselte erst im Frühjahr 2026 selbst aus der JF in die Einsatzabteilung. Zugleich sammelte er vom Jugendsprecher bis zum Landesjugendsprecher Erfahrung in der Interessenvertretung junger Feuerwehrangehöriger.

„Übertritt statt Austritt“ lautete ein Schwerpunkt bei der Delegiertenversammlung der JF Baden-Württemberg. Während einer Podiumsdiskussion tauschten sich Jugendlichen mit dem Landesfeuerwehrverband, der Landesjugendfeuerwehr und der Feuerwehr vor Ort zu dem brennenden Thema aus. Foto: Feuerwehr Weinheim
„Übertritt statt Austritt“ lautete ein Schwerpunkt bei der Delegiertenversammlung der JF Baden-Württemberg. Während einer Podiumsdiskussion tauschten sich Jugendlichen mit dem Landesfeuerwehrverband, der Landesjugendfeuerwehr und der Feuerwehr vor Ort zu dem brennenden Thema aus. Foto: Feuerwehr Weinheim

Mit ihm diskutierten Landesjugendleiter Timo Kraft, Michael Wegel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, und Weinheims Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach. Eine zentrale Frage: Wie früh sollten Jugendliche eigentlich Kontakt zu ihrer späteren Einsatzabteilung bekommen?

Denn der Wechsel fällt ausgerechnet in eine Lebensphase, in der sich für viele besonders viel verändert. Ausbildung oder Studium beginnen, der erste Job steht an oder ein Umzug führt in eine andere Stadt. Feuerwehren müssen deshalb nicht nur einen guten Einstieg ermöglichen, sondern teilweise auch dabei helfen, den Kontakt zur Feuerwehr am neuen Wohnort herzustellen.

Die Botschaft aus Weinheim: Der Übertritt sollte nicht erst mit dem letzten Tag in der Jugendfeuerwehr beginnen. Jugendliche brauchen frühzeitig Kontakt zur Einsatzabteilung, Menschen, die Fragen beantworten, und die Möglichkeit, Schritt für Schritt in die neue Rolle hineinzuwachsen.

128 Kinder und Jugendliche bei der Feuerwehr Weinheim

Für die Feuerwehr Weinheim war die Delegiertenversammlung gleichzeitig ein Heimspiel für die eigene Nachwuchsarbeit. 85 Jugendliche, darunter 26 Mädchen, gehören derzeit den Weinheimer Jugendfeuerwehren an. Weitere 43 Kinder sind in den Kinderfeuerwehren aktiv. Damit engagieren sich insgesamt 128 Kinder und Jugendliche im Feuerwehrnachwuchs der Stadt.

Viele kreative Ideen entstanden bei den Workshops der JF Baden-Württemberg. Foto: Feuerwehr Weinheim
Viele kreative Ideen entstanden bei den Workshops der JF Baden-Württemberg. Foto: Feuerwehr Weinheim

Die Weinheimer Jugendfeuerwehr blickt dabei auf eine lange Geschichte zurück: Sie wurde 1962 gegründet. Bereits 1972 richtete Weinheim das erste Landeszeltlager der Jugendfeuerwehren Baden-Württembergs aus. Auch die Delegiertenversammlung war schon einmal zu Gast: 2017 kamen rund 220 Delegierte und Jugendliche nach Weinheim.

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