Bremen (HB) – Ein besonders einsatzreiches Wochenende liegt hinter den Seenotrettern. Vom 18. bis 20. September 2026 waren sie mit den Kreuzern und Booten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf Nord- und Ostsee insgesamt 32-mal unterwegs. Zeitgleich trainierten zahlreiche Einheiten der DGzRS bei einer groß angelegten Such- und Rettungsübung.
„Verena“, das Tochterboot des Seenotrettungskreuzers Hermann Marwede, ist in der Deutschen Bucht bei Helgoland auf der aufgewühlten Nordsee im Einsatz, um eine stark unterkühlte Seglerin zu versorgen. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Seenotretter und die Besatzung eines Rettungshubschraubers haben am Freitagmittag eine stark unterkühlte Seglerin in der Deutschen Bucht versorgt und nach Helgoland gebracht. Wegen des hohen Seegangs war eine direkte Rettung aus der Luft nicht möglich.
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Gegen 11:40 Uhr setzte die Besatzung einer knapp 12 Meter langen Segelyacht rund 9 Seemeilen nordöstlich von Helgoland einen Notruf ab. Drei der sechs Crewmitglieder litten unter starker Seekrankheit. Eine etwa 35-jährige Frau war besonders geschwächt und zeigte Anzeichen einer Dehydrierung.
Die Rettungsleitstelle See alarmierte den Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ sowie einen Rettungshubschrauber. Ein Notarzt und ein Notfallsanitäter wurden auf dem Kreuzer abgesetzt und mit dem Tochterboot „Verena“ zur Yacht gebracht. Unterstützt vom Notschlepper „Nordic“ übernahmen die Seenotretter die Patientin. Im Bordhospital der „Hermann Marwede“ wurde die Frau weiter versorgt und anschließend nach Helgoland gebracht. Dort übernahm der Rettungsdienst den Transport ins Inselkrankenhaus.
Seenotretter trainieren für ihre Einsätze
Neun Seenotrettungskreuzer und -boote trainierten während der groß angelegten Seenotretter-Such- und Rettungsübung SAREx am Freitag realitätsnahe und komplexe Einsatzlagen in der Eckernförder Bucht, als es zu einem Ernstfall kam: Gegen 16:10 Uhr meldete sich plötzlich eine Segelyacht über Seefunk bei der Rettungsleitstelle See der DGzRS. Die zweiköpfige Besatzung hatte am Ausgang der Eckernförder Bucht Mastbruch erlitten. Umgehend alarmierte die Rettungsleitstelle See die noch an der Übung beteiligten Seenotrettungsboote „Eckernförde“ und „Konrad-Otto“ zu dem Realeinsatz. Die Seenotretter brachen das Training ab und nahmen Kurs auf den Havaristen. Von der „Konrad-Otto“ stiegen zwei Rettungsleute auf die Segelyacht über. Sie bargen den gebrochenen Mast samt Rigg aus dem Wasser und sicherten die Teile an Bord des Havaristen. Anschließend brachten die Seenotretter das Boot samt Besatzung sicher in den Hafen von Damp.
Gegen 19:20 Uhr meldete sich das Kreuzfahrtschiff „Artania“ beim von der DGzRS betriebenen Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen. Eine Seniorin an Bord benötigte dringend medizinische Hilfe. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Falster auf dem Weg nach Aarhus. Die Rettungsleitstelle See alarmierte einen Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter und koordinierte einen Treffpunkt mit dem Kreuzfahrtschiff. Parallel stimmte sich ein Notfallsanitäter der DGzRS mit einem Arzt an Bord über den Zustand der Patientin ab. Der Hubschrauber nahm die Frau schließlich vom Schiff auf und flog sie in ein Krankenhaus.
Die Seenotretter der DGzRS-Station Prerow/Wieck schleppen ein festgekommenes Zeesenboot auf dem Koppelstrom vor Born auf dem Darß frei. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Nahezu zeitgleich rückten die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Station Prerow/Wieck aus. Ein Alleinsegler war mit seinem Zeesenboot auf dem Koppelstrom vor Born auf dem Darß festgekommen. Bei einsetzender Dunkelheit und Wellenhöhen von bis zu 1,5 Metern alarmierte die Rettungsleitstelle See das Seenotrettungsboot Pug. Dessen Besatzung schleppte das Boot frei. Anschließend konnte der Segler seine Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen.
Auf Borkum unterstützte die DGzRS am Freitagabend den Rettungsdienst. Gegen 21:45 Uhr wurden zwei Besatzungsmitglieder des Seenotrettungskreuzers „Hamburg“ zu einer gestürzten Seniorin im Hafen gerufen. Die Seenotretter übernahmen die Erstversorgung und stabilisierten die Frau, bis eine Rettungswagenbesatzung eintraf.
Am Samstagmittag bemerkte ein Mitglied der DGzRS-Station Gelting von Land aus einen Kitesurfer, der auf der Ostsee abtrieb. Die freiwilligen Seenotretter liefen mit dem Seenotrettungsboot „Ursula Dettmann“ aus. Sie nahmen den erschöpften Wassersportler über die Bergungspforte an Bord und brachten ihn sicher an Land.
Ebenfalls am Samstag meldete sich der Skipper einer Segelyacht über den international einheitlichen UKW-Not- und Anrufkanal 16 bei Bremen Rescue Radio, der Seenotküstenfunkstelle im MRCC. Eine etwa 40 Jahre alte Mitseglerin hatte sich vermutlich den Arm gebrochen und litt unter starken Schmerzen. Die Rettungsleitstelle See alarmierte daraufhin umgehend das Seenotrettungsboot „Jürgen Horst“. Wenig später erreichten die Seenotretter die Segelyacht. Ein Rettungsmann stieg auf das Boot über und übernahm die medizinische Erstversorgung der Verletzten.
Da die Frau nicht selbstständig auf das Seenotrettungsboot wechseln konnte, wurde sie mithilfe einer Schleifkorbtrage übernommen. Die Seenotretter brachten die Patientin anschließend in den Hafen von Laboe. Dort übergaben sie die Frau an den landseitigen Rettungsdienst, der sie zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportierte.
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