Gelsenkirchen (NW) – Nach dem Zusammenstoß zweier Straßenbahnen im Stadtteil Beckhausen unterstützte die Feuerwehr Essen die Bergung der erheblich deformierten Fahrzeuge mit Spezialkräften. Schneidbrenner, Greifzüge und ein Feuerwehrkran kamen dabei zum Einsatz. Nach Angaben der Polizei vom Freitagmorgen wurden insgesamt 42 Menschen verletzt; niemand befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in Lebensgefahr.
Mit technischen Maßnahmen bereiten Einsatzkräfte eine der beschädigten Straßenbahnen für das spätere Anheben und Umsetzen vor. (Bild: Feuerwehr Essen)
Der Unfall ereignete sich am Donnerstag, 6. August 2026, gegen 12:30 Uhr auf der Kurt-Schumacher-Straße kurz vor der Haltestelle Willy-Brandt-Allee. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizei war eine Fahrschul-Straßenbahn in Fahrtrichtung Stadtsüden zum Stehen gekommen. Eine nachfolgende, mit Fahrgästen besetzte Straßenbahn fuhr auf sie auf. Warum die Fahrschulbahn gestoppt hatte, war zunächst unklar.
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Die Feuerwehr Gelsenkirchen übernahm die technische Rettung, die medizinische Versorgung und die Koordination im Unfallbereich. Wegen der hohen Zahl an Verletzten wurden zusätzlich Kräfte aus Essen und Recklinghausen angefordert.
Aus Essen rückte zunächst eine ÜMANVS-Komponente an. Die Abkürzung steht für die nachbarschaftliche Soforthilfe bei einem Massenanfall von Verletzten. Die aus dem Regelrettungsdienst sofort verfügbare Einheit besteht aus zwei Rettungswagen, einem Krankentransportwagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug.
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Gegen 16 Uhr wurde zusätzlich der Rüstzug der Feuerwehr Essen mit Feuerwehrkran, Rüstwagen-Kran und einem Führungsdienst angefordert. Für die Bergung mussten die durch den Zusammenstoß stark deformierten Straßenbahnen zunächst technisch vorbereitet werden.
Mit Schneidbrennern trennten die Einsatzkräfte Teile des massiv verformten Fahrzeugrahmens ab. Greifzüge kamen zum Einsatz, um deformierte Drehgestelle wieder in die erforderliche Position zu bringen. Erst danach konnten die Straßenbahnen mit dem Feuerwehrkran angehoben und auf spezielle Rollwagen gesetzt werden. Die Bahnen wiegen nach Angaben des WDR jeweils rund 40 Tonnen.
Einsatzkräfte arbeiten an den stark deformierten Straßenbahnen und bereiten die Fahrzeuge für die Bergung vor. (Bild: Feuerwehr Essen)
Die technische Unterstützung der Feuerwehr Essen dauerte nach deren Angaben rund sechs Stunden. Sie war mit 14 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen beteiligt. Nach Angaben der Stadt Gelsenkirchen vom Donnerstagabend waren bei Feuerwehr und Rettungsdienst insgesamt rund 80 Einsatzkräfte im Einsatz.
Die Angaben zu den Verletzten wurden im Verlauf mehrfach korrigiert. Am Freitagmorgen meldete die Polizei insgesamt 42 Verletzte, darunter zwölf Schwerverletzte. Drei Menschen hatten sich zunächst in Lebensgefahr befunden. Ihr Zustand hatte sich über Nacht stabilisiert.
Zur Klärung des Unfallhergangs wurde ein speziell geschultes Verkehrsunfallaufnahmeteam der Polizei Bochum eingesetzt. Die Ermittlungen zur Ursache des Zusammenstoßes dauern an.