Mainz (RP) – Ein Schrottcontainer, darin eine radioaktive Probe: So beginnt eines von zwei Übungsszenarien, die die Berufsfeuerwehr Mainz in diesem Sommer auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität durchspielt. An sieben Terminen trainieren die Einsatzkräfte dort den Umgang mit radioaktiven Stoffen, gemeinsam mit der Universität und unter Aufsicht des zuständigen Ministeriums. Die zweite Übungslage bildet einen Transportunfall ab, wie er nach Angaben der Feuerwehr beim Transport radioaktiver Arzneimittel zu Krankenhäusern auf der Autobahn auftreten könnte.
Symbolfoto: Michael Rüffer
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Feuerwehr in der Regel zuerst vor Ort
Bei entsprechenden Schadenslagen ist die Feuerwehr in der Regel vor allen anderen Stellen vor Ort. Deshalb kommt der schnellen Lageeinschätzung und dem Einleiten geeigneter Maßnahmen eine besondere Bedeutung zu. Die Übungsreihe soll theoretisches Fachwissen in konkrete Handlungsschritte übertragen. Menschenrettung und Schutz der Einsatzkräfte stehen dabei im Mittelpunkt.
„Solche Übungen sind für uns wichtig, weil seltene Lagen nur dann sicher beherrscht werden, wenn Abläufe vorher praktisch trainiert wurden“, sagt Stefan Behrendt, Amtsleiter der Feuerwehr Mainz. Er dankt der Universität und dem Ministerium für die fachliche Zusammenarbeit.
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Schwache Strahlenquellen wie in Forschung und Medizin
Zum Einsatz kommen ausschließlich sehr schwache und kontrollierte Strahlenquellen, wie sie auch in Forschung und Medizin üblich sind. Nach Angaben der Feuerwehr bestehe weder für die Teilnehmenden noch für die Bevölkerung oder die Umwelt eine Gefahr. Außerhalb des unmittelbar abgegrenzten Übungsbereichs sei keine Strahlung messbar.
Feuerwehr und Universität haben die Szenarien gemeinsam entwickelt. Die JGU bringt ihre fachliche Expertise zu Radioaktivität und Strahlenschutz ein. Sie unterstützt die Feuerwehr zudem mit geeigneten Bedingungen für die Übungen. Eingebunden ist das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten als atomrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde.
Die Universität bildet seit vielen Jahren Menschen im Umgang mit ionisierender Strahlung aus. Dazu zählen neben der akademischen Lehre auch Angebote für Lehrkräfte an Mint-Schulen, Feuerwehrangehörige aus Rheinland-Pfalz und einzelne CBRN-Einheiten der Bundespolizei. Diese Einheiten sind auf chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren spezialisiert.