Hamburg/Dortmund, Mönchengladbach und Schwelm (NW) – Eine nächtliche Gewitterfront mit Sturmböen hat in mehreren Städten zu umfangreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Umgestürzte Bäume trafen einen Kleinbus und beeinträchtigten den Verkehr auf drei Bahnstrecken. Zwei Züge mussten daraufhin geräumt werden.
Einsatzkräfte der Feuerwehr Dortmund arbeiten in der Nacht an der gesperrten Bahnstrecke. Nach der Kollision mit einem umgestürzten Baum mussten 52 Fahrgäste aus dem Zug evakuiert werden. (Bild: Feuerwehr Dortmund)
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Kleinbus unter Baumkrone eingeschlossen: sieben Menschen befreit
In Hamburg-Eilbek löste gegen 4:30 Uhr ein automatischer Notruf aus einem verunglückten Fahrzeug den Einsatz aus. Ein großer Baum war auf einen Kleinbus gekippt und hatte weitere Bäume mit sich gerissen – das Fahrzeug steckte vollständig unter dem Geäst fest.
Weil zunächst unklar war, wie viele Menschen sich im Wagen befanden und wie es um sie stand, forderte die Einsatzleitung zusätzliche Kräfte für Rettung und medizinische Versorgung an. Die Feuerwehr sägte sich Ast für Ast zu dem eingeschlossenen Fahrzeug vor. Anschließend befreiten sie alle sieben Insassen, darunter drei Kinder. Sechs Menschen erlitten leichte Verletzungen, eine Person wurde schwer verletzt. Alle kamen in umliegende Krankenhäuser. Rund 70 Kräfte aus Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Rettungsdienst standen zeitweise im Einsatz.
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Auch der Schienenverkehr blieb von den Sturmschäden nicht verschont. Zwischen Dortmund-Kruckel und dem Hauptbahnhof war gegen 0:30 Uhr ein Baum auf die Strecke gestürzt und hatte beide Oberleitungen beschädigt. Der Lokführer leitete zwar noch eine Notbremsung ein, konnte den Aufprall in der Dunkelheit aber nicht mehr abwenden. Der beschädigte Zug kam etwa 200 Meter weiter zum Stillstand.
Bevor die Feuerwehr den Gleisbereich betreten konnte, musste der Notfallmanager der Deutschen Bahn die beschädigten Oberleitungen erden. Danach setzte die Feuerwehr eine Drehleiter und mehrere Bodenscheinwerfer ein, um einen rund 300 Meter langen Streckenabschnitt auszuleuchten. Über Leitern gelangten die 52 Fahrgäste aus den Waggons und wurden von den Kräften sicher zum nächstgelegenen Bahnübergang gebracht. Die 52 Fahrgäste und der Triebfahrzeugführer blieben unverletzt.
An dem rund einstündigen Einsatz waren 20 Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Löschzug Persebeck der Freiwilligen Feuerwehr beteiligt. Die zweigleisige Strecke blieb währenddessen vollständig gesperrt.
Mönchengladbach: Regionalzug bleibt auf freier Strecke stehen
Auch im Mönchengladbacher Ortsteil Herrath legte ein umgestürzter Baum die Oberleitung lahm und zwang einen Regionalzug zum Halt mitten auf der Strecke. Feuerwehr, Deutsche Bahn und Bundespolizei holten die Fahrgäste gemeinsam aus dem Zug; im Anschluss brachten Busse sie zu ihren Anschlusszielen.
Der Bahneinsatz war nur einer von vielen an diesem Abend: Im gesamten südlichen Stadtgebiet rückten Berufsfeuerwehr und zahlreiche Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und beschädigte Bereiche abzusichern. Insgesamt waren rund 170 Kräfte verschiedener Organisationen im Einsatz.
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Eine andere Lösung fanden Feuerwehr und Bahn in Schwelm. Dort blieb gegen 0:30 Uhr ein ICE mit 132 Fahrgästen im Bereich Nordstraße/Hagener Straße stehen, weil Astwerk auf der Oberleitung lag und weitere Hindernisse vor und hinter dem Zug die Strecke blockierten.
Nach Angaben der Deutschen Bahn befanden sich die 132 Fahrgäste in guter Verfassung. Das Zugpersonal stellte während des Stillstands Getränke bereit. Die Feuerwehr prüfte unterdessen mehrere Möglichkeiten, die Menschen aus dem ICE zu bringen. Da jede Variante mit einem erhöhten Verletzungsrisiko verbunden gewesen wäre, entschieden sich Einsatzleitung und Notfallmanagement zunächst gegen eine Räumung. Ein Instandhaltungstrupp kontrollierte stattdessen die Strecke und beseitigte die Hindernisse. Gegen 3:40 Uhr war die Strecke wieder befahrbar und der ICE setzte seine Fahrt fort. Rund 20 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort.
Zwischen Montagnachmittag und Dienstagmorgen bewältigte die Feuerwehr Schwelm insgesamt 14 Einsätze. Neben dem ICE-Einsatz ging es dabei immer wieder um Äste und Bäume, die von Straßen, Leitungen und geparkten Autos entfernt werden mussten.
Feuerwehr rät zu Vorsicht
Die Feuerwehr Mönchengladbach appelliert an die Bevölkerung, Bereiche mit Baumbestand während und nach Unwettern zu meiden. Umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste sollten nicht selbst weggeräumt, sondern als Gefahrenstelle über den Notruf 112 gemeldet werden.