Überregionaler Frauendienst

Gemeinsam lernen, über Grenzen hinweg

Kuschkow (BB) – Fünf Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF) bringen 28 Teilnehmerinnen zum dritten überregionalen Frauendienst nach Berlin-Buch. Das Format ist aus einer Idee der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Kuschkow in der Gemeinde Märkische Heide entstanden und bringt Feuerwehrfrauen aus verschiedenen Ortswehren zu gemeinsamer Ausbildung und zum Austausch zusammen.

Frauendienst Gruppenfoto
Erinnerungsfoto nach erfolgreichem Frauendienst mit der Berliner Feuerwehr und der DRF Luftrettung. (Bild: KFV Dahme-Spreewald)

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Aus einer Ortswehr wird ein überregionales Format

Vor knapp zwei Jahren startete der Frauendienst bei der FF Kuschkow zunächst als „Versuch ins Blaue“, so Judith Hopsch. Sie ist Politikwissenschaftlerin und Gleichstellungsbeauftragte der Verwaltung des Deutschen Bundestages sowie aktive Einsatzkraft in der FF und Leiterin des Fachausschusses Gleichstellung im Kreisfeuerwehrverband (KFV) Dahme-Spreewald. Die Idee: Feuerwehrfrauen aus umliegenden Ortswehren gezielt zusammenbringen, Themen an ihren Bedürfnissen ausrichten und einen zusätzlichen Rahmen schaffen, in dem sie Fragen stellen, praktische Erfahrungen sammeln und sich über die eigene Wehr hinaus austauschen können.

Der Frauendienst findet halbjährlich statt und ergänzt die regulären Dienstabende. Der zweite Termin führte zur Feuerwehr Wittmannsdorf, der dritte nach Berlin-Buch. Letzterer wurde bewusst auf einen Samstag gelegt: Er sollte nicht erst nach einem langen Arbeitstag stattfinden und sich besser mit Familie und Alltag vereinbaren lassen.

Organisatorisch trägt die Feuerwehr Kuschkow das Format weiterhin. Der KFV Dahme-Spreewald unterstützt den Frauendienst über seine Fachausschussarbeit und nimmt Erfahrungen daraus in die Verbandsarbeit auf. Hinzu kommt die Unterstützung von Elke Voigt, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Dahme-Spreewald. Im Rahmen der Frauenwoche sorgte ein eigener Flyer für zusätzliche Sichtbarkeit im Kreis.

Für Hopsch zeigt das Beispiel, dass solche Angebote nicht einfach von oben vorgegeben werden können. Ausgangspunkt seien vielmehr Gespräche und Rückmeldungen aus der Praxis. Ein Konzept müsse deshalb an die Bedingungen vor Ort angepasst werden.

Frauendienst bei der Feuerwehr Berlin-Buch in Zusammenarbeit mit der Besatzung des Rettungshubschraubers „Christoph 100“ der DRF Luftrettung. (Bild: KFV Dahme-Spreewald)

Nächster Frauendienst am BER

Das Format greift zugleich ein Thema auf, das viele Feuerwehren betrifft: Frauen sind im Ehrenamt vielerorts weiterhin deutlich in der Minderheit. Neben der Gewinnung neuer Mitglieder geht es deshalb auch darum, passende Ausbildungsangebote, Austauschmöglichkeiten und Strukturen zu schaffen, die Feuerwehrfrauen dauerhaft im Ehrenamt halten.

Beim dritten Frauendienst in Berlin-Buch standen unter anderem Übungen mit der Drehleiter sowie Einblicke in die Zusammenarbeit mit der Besatzung von „Christoph 100“ auf dem Programm. Der Tag sollte dabei nicht nur Ausbildung bieten, sondern auch Raum für Austausch über Wehr- und Kreisgrenzen hinweg schaffen.

Der nächste Termin steht bereits fest: Am 10. Oktober 2026 findet der Frauendienst am Flughafen BER statt. Dafür liegen erstmals Anmeldungen nicht nur aus dem Kreis Dahme-Spreewald vor, sondern auch aus Oder-Spree, Teltow-Fläming und Berlin.

Der vollständige Gastbeitrag von Judith Hopsch in Feuerwehr-Magazin 10/2026 zeigt unter anderem, wie die Planung eines Frauendienstes in festen Etappen Monate vor dem Termin abläuft, wie Teilnehmerinnen an der Drehleiter über sich hinauswuchsen, was eine Wachleiterin und eine Notärztin über Karrierewege von Frauen berichteten und wie der KFV Dahme-Spreewald mit #InsideVorstand Verbandsarbeit sichtbar machen will.

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