Acht Zweiertrupps im Gefahrstoffeinsatz

Rattengift reagiert: Statt Kleinbrand CBRN-Lage

Windeck (NW) – Im Rhein-Sieg-Kreis hat die Feuerwehr am Samstag, 12. September, wegen einer chemischen Reaktion mit Rattengift 13 Menschen aus umliegenden Wohnhäusern in Dattenfeld evakuiert. Mehr als 40 Feuerwehrleute waren mehrere Stunden im Einsatz. Acht Zweiertrupps räumten zwei betroffene Lichtschächte in Chemikalien-Schutzanzügen (CSA) und unter Atemschutz leer; außerdem richteten die Einsatzkräfte einen Dekontaminationsplatz ein.

Einsatzkräfte gehen unter CSA vor: Ein angenommener Kleinbrand entwickelte sich in Windeck (NW) zum Gefahrstoffeinsatz. Foto: Fuhrmann

Begonnen hatte der Einsatz um 12:23 Uhr mit der Alarmierung der Einheit Dattenfeld zu einem Kleinbrand. Ein Bewohner hatte weißen Rauch bemerkt, der aus einem Lichtschacht aufstieg. Die Feuerwehr ging zunächst von einem Schwelbrand aus. Als die Einsatzkräfte Wasser auf den betroffenen Bereich gaben, stiegen jedoch Dämpfe auf und ein Knistern war zu hören. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Marco Brauner hatte der Bewohner am Morgen Rattengift in den Lichtschächten verteilt. Dieses reagierte mit der dort vorhandenen Feuchtigkeit.

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Brauner zufolge enthielt das Rattengift offenbar Phosphor. Die Substanz könne auch unter Wasser brennen und sei als Pestizid seit Jahrzehnten verboten. Nach Einschätzung des Feuerwehrsprechers war das sichergestellte Mittel sehr alt. Es wurde beschlagnahmt.

Weitere Einheiten und ABC-Fahrzeuge angefordert

Zunächst kam der Dattenfelder Einheitsführer Peter Mennicken zur Einsatzstelle, später auch der Leiter der Feuerwehr, Daniel Walter. Dieser ließ weitere Kräfte aus Dattenfeld sowie die Einheiten Herchen und Leuscheid nachfordern. Darunter befanden sich auch Fahrzeuge für ABC-Lagen und zur Dekontamination von Personen.

Die umliegenden Wohnhäuser wurden geräumt. Betroffen waren 13 Menschen. Nach Angaben Brauners kamen die meisten von ihnen bei Nachbarn unter. Zusätzlich ließ die Gemeinde das Hallenbad öffnen. Der Kreisverband Windeck des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) übernahm die Betreuung und versorgte auch die Feuerwehrleute. Ordnungsamt und Untere Wasserbehörde des Rhein-Sieg-Kreises waren ebenfalls eingebunden.

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Acht Zweiertrupps räumen Lichtschächte

In CSA und unter Atemschutz gingen Feuerwehrleute an den beiden Lichtschächten vor. Diese bestanden aus Kunststoffverschalungen vor den Fenstern und waren von Schotter umgeben. Die Einsatzkräfte mussten den Schotter entfernen und die Kunststoffteile herausschlagen. Für die Arbeiten waren insgesamt acht Zweiertrupps erforderlich. Mitarbeiter des Kreisfeuerwehrhauses brachten zusätzliche Atemschutzflaschen zur Einsatzstelle. Parallel richteten weitere Kräfte einen Dekontaminationsplatz ein, an dem die eingesetzten Feuerwehrleute ihre Einsatzkleidung ablegen konnten, ohne den hochgiftigen Staub einzuatmen.

Mit einer Kübelspritze gaben die Einsatzkräfte anschließend Wasser auf die Schächte. Damit kontrollierten sie, ob weiterhin eine Reaktion auftrat. Den ausgebauten Schotter füllten sie in Fässer und Wannen und verschlossen die Behälter luftdicht. Der Bauhof übernahm das Material zur Entsorgung als Sondermüll.

Gegen 18 Uhr waren die Arbeiten abgeschlossen. Danach begann das Aufräumen des materialintensiven Einsatzes. Insgesamt waren mehr als 40 Feuerwehrleute sowie Angehörige des DRK vor Ort. Die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner konnten anschließend in ihre Häuser zurückkehren. Ob dem Bewohner die Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden können, muss nach Angaben Brauners die Gemeindeverwaltung prüfen.

 

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