Feuerwehr rettet eingeklemmte Jugendliche

15-Jähriger am Steuer: Zwei Tote bei schwerem Unfall

Nidda (HE) – Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der L3185 nahe Ober-Lais, Wetteraukreis, sind am Mittwoch zwei Jugendliche ums Leben gekommen. In einem Mazda CX-5 saßen nach Angaben der Polizei acht Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren. Sechs von ihnen wurden schwer verletzt. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Pkw, mehrere Insassen waren eingeklemmt.

Sichtschutz
Feuerwehrkräfte an der Unfallstelle: Eine Sichtschutzwand schirmt den Einsatzbereich ab. Bei dem Zusammenstoß kamen zwei Jugendliche ums Leben, sechs weitere wurden schwer verletzt. (Bild: 5Vision.News)

Nach dem aktuellen Ermittlungsstand der Polizei war der 15-jährige Fahrer gegen 13:15 Uhr auf der L3185 in Richtung Glashütten unterwegs. Im Einmündungsbereich zur K199 stand vor einer Verkehrsinsel ein Lkw für Markierungsarbeiten. Vor dem Lkw befand sich ein Anhänger.

Anzeige

Aus bislang ungeklärter Ursache kam der Mazda nach links von seinem Fahrstreifen ab und kollidierte mit dem Anhänger. Durch die Wucht des Aufpralls wurde dieser in den dahinterstehenden Lkw geschoben. Der Lkw wiederum wurde gegen einen Markierungswagen gedrückt, der hinter ihm stand.

Die Feuerwehr Nidda war zunächst zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person alarmiert worden. Nach Angaben von Stadtbrandinspektor Kevin Schubach erhöhte man das Alarmstichwort bereits während der Anfahrt, nachdem bekannt geworden war, dass mehrere Menschen im Pkw eingeklemmt waren.

Als die Feuerwehr die Unfallstelle erreichte, brannte das Auto bereits. Ersthelfer hatten zu diesem Zeitpunkt schon Insassen aus dem Fahrzeug befreit. Die Feuerwehr leitete die Brandbekämpfung ein und führte parallel die technische Menschenrettung durch. Schubach zufolge verhinderten die Einsatzkräfte dabei ein Übergreifen des Feuers auf die Fahrgastzelle.

PDF-Download: Download: PSNV für Einsatzkräfte

PSNV für Einsatzkräfte: Wie Feuerwehrleute nach belastenden Einsätzen psychosoziale Unterstützung erhalten und langfristig einsatzfähig bleiben.

3,90 €
AGB

Der 15-jährige Fahrer und eine 14-jährige Insassin erlitten bei dem Zusammenstoß tödliche Verletzungen. Die sechs weiteren Jugendlichen wurden nach Angaben der Polizei schwer verletzt und in Krankenhäuser eingeliefert. Für Versorgung und Transport der Verletzten kamen unter anderem mehrere Rettungshubschrauber zum Einsatz.

Im Fahrerhaus des Lkw befanden sich drei Arbeiter. Ein 53-Jähriger wurde schwer verletzt, sein 57 Jahre alter Kollege erlitt leichte Verletzungen. Ein 28-Jähriger blieb unverletzt und konnte nach einer Untersuchung an der Unfallstelle entlassen werden. Die beiden anderen Arbeiter kamen in ein Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft Gießen beauftragte einen Gutachter mit der Rekonstruktion des Unfallhergangs. Auch die Frage, wie die Jugendlichen in den Besitz des Pkw gelangten, ist nach Angaben der Polizei Bestandteil der laufenden Ermittlungen.

Für die beteiligten Einsatzkräfte wurde in einem Feuerwehrhaus eine Betreuungsstelle zur Notfallseelsorge eingerichtet. Schubach beschrieb den Einsatz als belastend für die eigenen Kräfte. Für die Bergungs- und Ermittlungsarbeiten war die L3185 voll gesperrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert