Bochum (NW) – Bei einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in Bochum-Hofstede sind am Dienstagmorgen drei Menschen ums Leben gekommen. Fünf weitere Personen wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Die Feuerwehr setzte bei der Menschenrettung eine Drehleiter, tragbare Leitern und ein Sprungpolster ein.
Symbolbild: Raaf
Um 4:15 Uhr wurde die Feuerwehr Bochum zu dem Feuer in der Poststraße alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatte sich der Brand bereits weit ausgedehnt. Um Menschen aus dem Gebäude zu retten, nutzten die Feuerwehrleute mehrere Rettungswege: Zwei Personen brachten sie über eine Drehleiter in Sicherheit, zwei weitere über tragbare Leitern. Eine fünfte Person wurde mithilfe eines Sprungpolsters gerettet.
Anzeige
In einer Wohnung entdeckten die Einsatzkräfte zudem drei leblose Erwachsene. Sie begannen unmittelbar mit Rettungsmaßnahmen und Reanimationsversuchen. Dennoch starben alle drei Personen noch an der Einsatzstelle. Der Rettungsdienst versorgte die fünf Verletzten und transportierte sie in Bochumer Krankenhäuser.
Rund 25 Menschen in Bus betreut
Auch nach der Menschenrettung blieb die Feuerwehr über mehrere Stunden beschäftigt. Einsatzkräfte durchsuchten und kontrollierten das Mehrfamilienhaus mehrfach. Für die Betreuung der Menschen an der Einsatzstelle wurde ein Bus der BOGESTRA (kurz für: Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG) angefordert. Darin fanden etwa 25 Personen vorübergehend einen betreuten Aufenthaltsort.
Unterstützung kam von einer Betreuungsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie der Notfallseelsorge. Gleichzeitig begann das PSU-Team (Psychosoziale Unterstützung) der Feuerwehr Bochum noch am Einsatzort mit der Betreuung der eingesetzten Feuerwehrkräfte.
Während des Einsatzes retteten Feuerwehrleute außerdem eine Katze aus dem Gebäude. Das Tier erhielt zunächst Sauerstoff und wurde anschließend tierärztlich versorgt.
Die Stadtwerke unterbrachen die Energieversorgung sowohl des betroffenen Mehrfamilienhauses als auch der Nachbargebäude. Deshalb waren die Gebäude zum Zeitpunkt der Feuerwehrmeldung nicht bewohnbar. Für eine Person organisierte das Sozialamt eine Unterkunft. Die übrigen Bewohner kamen bei Freunden und Angehörigen unter.
Zeitweise waren rund 90 Kräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz. Beteiligt waren unter anderem die Feuer- und Rettungswachen Innenstadt, Wattenscheid und Werne, mehrere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Ausbildungseinheit. Hinzu kamen Rettungsdienstkräfte aus Bochum und umliegenden Städten.
Damit der Grundschutz im Stadtgebiet gewährleistet blieb, besetzten Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr die durch den Einsatz vorübergehend nicht besetzten Feuer- und Rettungswachen.
Um 8 Uhr übergab die Feuerwehr die Einsatzstelle an die Polizei. Im weiteren Verlauf des Vormittags führte sie eine Brandnachschau durch. Bei den Ermittlungen zur Brandursache unterstützt die Feuerwehr die Polizei unter anderem mit einer Drehleiter. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat und die Amtsleitung der Feuerwehr hatten die Einsatzstelle bereits am Morgen besucht.