150 Kräfte im Einsatz

Großbrand auf Hof: 30 Kälbchen sterben, vier Personen verletzt

Henstedt-Ulzburg (SH) – Bei einem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Kreis Segeberg sind 30 Kälber ums Leben gekommen. Vier Personen wurden zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus gebracht, zwei Feuerwehrleute erlitten leichte Verletzungen. Rund 150 Einsatzkräfte bekämpften den Vollbrand von Stallungen und einem angrenzenden Reetdachhaus. Am folgenden Tag mussten Kräfte wegen erneuter Rauchentwicklung noch einmal anrücken.

Flammen schlagen aus dem landwirtschaftlich genutzten Gebäudekomplex in Henstedt-Ulzburg. Stallungen und das angrenzende Reetdachhaus standen bei Eintreffen der ersten Kräfte in Vollbrand. (Bild: KFV Segeberg)

Mehrere Anrufer meldeten der Kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn am Donnerstag gegen 22:25 Uhr eine starke Rauchentwicklung auf einem landwirtschaftlichen Betrieb an der Kadener Chaussee. Die Freiwillige Feuerwehr Henstedt-Ulzburg wurde daraufhin gemäß Alarm- und Ausrückeordnung mit dem Stichwort „FEU G“ alarmiert.

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Schon während der Anfahrt waren nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Segeberg eine erhebliche Rauchentwicklung und heller Feuerschein über dem Einsatzgebiet zu erkennen. Als die ersten Kräfte eintrafen, standen die Stallungen und das angrenzende Reetdachhaus in Vollbrand.

Anwohner hatten darauf hingewiesen, dass sich möglicherweise noch Menschen im Gebäude befinden könnten. Daraufhin erhöhte die Feuerwehr das Einsatzstichwort auf „FEU 2 Y“ und alarmierte die komplette Gemeindefeuerwehr Henstedt-Ulzburg.

Einsatzkräfte suchten das Gebäude nach Personen ab und retteten zwei Menschen. Zwei weitere hielten sich im Außenbereich auf. Der Rettungsdienst versorgte alle vier und brachte sie zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus.

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Vier Löschzüge und schwierige Wasserversorgung

Wegen der schnellen Brandausbreitung erhöhte die Einsatzleitung im weiteren Verlauf auf „FEU 4“. Damit waren vier Löschzüge für die Brandbekämpfung vorgesehen. Zusätzlich wurden die Freiwilligen Feuerwehren Alveslohe und Kaltenkirchen zur Löschhilfe alarmiert. Ihre Kräfte unterstützten bis in die frühen Morgenstunden bei dem Einsatz. Unter anderem halfen sie beim Aufbau der Wasserversorgung.

Diese gestaltete sich in dem Bereich schwierig. Um kontinuierlich Löschwasser zur Einsatzstelle zu fördern, richteten die Einsatzkräfte deshalb eine Wasserförderung über weite Wegstrecken ein.

Etwa gegen 0:25 Uhr informierte der KFV in einem Einsatz-Update über den Einsatz von vier Löschzügen. Zu diesem Zeitpunkt lief die Brandbekämpfung mit neun handgeführten C-Strahlrohren und zwei Wenderohren.

Einsatzkräfte gehen im Außenangriff mit einem Strahlrohr gegen den Brand vor. Insgesamt setzte die Feuerwehr neun handgeführte C-Strahlrohre und zwei Wenderohre ein. (Bild: KFV Segeberg)

Brandbekämpfung ausschließlich im Außenangriff

Die Feuerwehr ging ausschließlich im Außenangriff gegen das Feuer vor. Neben den neun handgeführten C-Strahlrohren kamen zwei Wenderohre über die Hubrettungsgeräte aus Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen zum Einsatz.

Schwerpunkte waren die Brandbekämpfung sowie der Schutz benachbarter Gebäudeteile. Die Einsatzkräfte sollten verhindern, dass die Flammen auf weitere Bereiche des landwirtschaftlichen Anwesens übergriffen.

Wegen der Rauchentwicklung wurde im Verlauf der Nacht über das Modulare Warnsystem MoWaS eine Warnung herausgegeben. Der KFV wies dabei darauf hin, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungsanlagen auszuschalten. Ein Einsatzleitwagen ELW 2 traf außerdem zur Führungsunterstützung an der Einsatzstelle ein.

Um an Glutnester und weiterhin brennende Teile des Reetdachs heranzukommen, mussten Teile des Gebäudes eingerissen und abgetragen werden. Das Technische Hilfswerk (THW) übernahm diese Arbeiten. Zusätzlich wurde ein privates Unternehmen mit Baggern hinzugezogen.

Im weiteren Verlauf konnten erste Kräfte aus dem Einsatz entlassen werden. Da die Arbeiten noch mehrere Stunden andauerten, wurde die Freiwillige Feuerwehr Ellerau um4:49 Uhr zur Ablösung eingesetzter Feuerwehrkräfte alarmiert.

Die Feuerwehr bekämpft den Großbrand von außen. Über der Brandstelle ist auch ein Hubrettungsgerät eingesetzt. (Bild: KFV Segeberg)

30 Kälber überleben den Brand nicht

Für 30 Kälber kam jede Hilfe zu spät. Das Kreisveterinäramt traf dazu entsprechende Maßnahmen. Außerdem verletzten sich zwei Feuerwehrleute während des Einsatzes leicht . Beide konnten jedoch durch den Rettungsdienst an der Einsatzstelle behandelt werden und mussten nicht in ein Krankenhaus gebracht werden.

Insgesamt waren etwa 150 Einsatzkräfte beteiligt. Neben den Freiwilligen Feuerwehren Henstedt-Ulzburg, Alveslohe, Kaltenkirchen und Ellerau waren unter anderem Kräfte des KFV Segeberg, Teile der Technischen Einsatzleitung mit Drohneneinheit und ELW 2, das THW, das DRK sowie der Rettungsdienst RKiSH im Einsatz. Dieser war mit fünf Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort.

Hinzu kamen die Psychosoziale Notfallversorgung des Malteser Hilfsdienstes, die Polizei sowie das Kreisveterinäramt. Das THW war mit einem Fachberater und Kräften der Ortsverbände Norderstedt, Bad Segeberg und Hamburg-Wandsbek beteiligt.

Dichter Rauch und Feuerschein prägen die Einsatzstelle in Henstedt-Ulzburg. Neben der Feuerwehr ist unter anderem auch der Rettungsdienst vor Ort. (Bild: KFV Segeberg)

Erneute Rauchentwicklung am Folgetag

Ganz beendet war der Einsatz in Henstedt-Ulzburg zunächst nicht. Am Freitag kam es erneut zu einer Rauchentwicklung, weshalb die Feuerwehr noch einmal zur Einsatzstelle ausrücken musste. Wenig später konnten alle Kräfte die Einsatzstelle verlassen.

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