Wilnsdorf (NW) – Beim Fahrzeugausbauer ITURRI in Wilnsdorf (Kreis Siegen-Wittgenstein) hat der Rheingau-Taunus-Kreis drei neue Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) für seine CBRN-Einheiten übernommen. Die baugleichen Fahrzeuge werden künftig in Bad Schwalbach, Eltville am Rhein und Idstein (HE) stationiert und kommen bei Gefahrgut- und CBRN-Lagen im gesamten Kreisgebiet zum Einsatz. Rund 2,8 Millionen Euro investiert der Rheingau-Taunus-Kreis in die drei GW-G einschließlich ihrer Spezialausstattung.
Einer der drei baugleichen Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) des Rheingau-Taunus-Kreises bei der Abholung. Das Fahrzeug verfügt über eine umfangreiche, modular auf Rollwagen verlastete Spezialausstattung für CBRN-Einsätze. (Bild: Rheingau-Taunus-Kreis)
Mit dieser Beschaffung stellt der Rheingau-Taunus-Kreis seine Gefahrgutabwehr neu auf: Im Rahmen eines neuen operativ-taktischen CBRN-Konzepts übernimmt der Kreis die Verantwortung für die entsprechende Spezialausstattung und stattet die drei CBRN-Züge einheitlich aus.
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Die bisherigen Gerätewagen waren vor etwa 25 Jahren von den jeweiligen Kommunen beschafft worden. Nach Angaben des Kreises entsprechen sie technisch und taktisch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Von der Ausschreibung bis zur Auslieferung dauerte die Neubeschaffung rund vier Jahre.
Neun Chemikalienschutzanzüge pro GW-G
Jeder der drei neuen Gerätewagen verfügt unter anderem über neun Chemikalienschutzanzüge sowie Mess- und Nachweistechnik für A- und C-Einsätze. Zur Ausstattung gehören außerdem eine Wetterstation und ein pneumatischer Lichtmast.
Für Dekontaminationsmaßnahmen führen die Einsatzkräfte ein Dekontaminationszelt mit. Hinzu kommt ein beheizbares Aufenthaltszelt. Über ein Tablet können die Einsatzkräfte vor Ort Informationen zu Gefahrstoffen und deren Eigenschaften recherchieren.
Ein Schwerpunkt des Fahrzeugkonzepts liegt auf der modularen Beladung. Die Spezialausrüstung ist auf Rollwagen verlastet und lässt sich über die Ladebordwand entnehmen. Dazu zählen unter anderem Geräte zum Umpumpen und Auffangen gefährlicher Stoffe sowie Material für Dekontaminationsmaßnahmen.
Mit der Stationierung in Bad Schwalbach, Eltville am Rhein und Idstein verteilt der Rheingau-Taunus-Kreis die drei GW-G auf mehrere Standorte. Bei größeren oder länger andauernden Gefahrgutlagen können sich die CBRN-Einheiten gegenseitig ergänzen.
Kreisbrandinspektor Christian Rossel sieht vor allem in der einheitlichen Ausstattung einen Vorteil für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Sie könnten bei Gefahrstofflagen mit moderner Technik arbeiten und im Ernstfall schneller die notwendigen Maßnahmen einleiten.
Bevor die GW-G regulär in den Einsatzdienst gehen, werden die Einsatzkräfte an den drei Standorten geschult. In den kommenden Wochen sollen dabei sowohl die Fahrzeuge als auch ihre Beladung praktisch geübt werden.