Fahrzeugbeschaffung

Feuerwehr Hannover: Zwei neue ITW auf MAN TGM

Hannover (NI) – Die Feuerwehr Hannover hat zwei neue Intensivtransportwagen (ITW) in Dienst gestellt. Erstmals setzt sie dabei auf Lkw-Fahrgestelle statt auf die bisher verwendeten Transporter. Die Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von zwölf Tonnen bieten mehr Platz für medizinische Geräte und spezialisierte Behandlungsteams. Pro ITW investiert die Landeshauptstadt rund 450.000 Euro ohne medizinische Ausstattung.

Offizielle Übergabe der beiden ITW vor dem Neuen Rathaus in Hannover. Von links: Feuerwehrdirektor Christoph Bahlmann, Feuerwehrdezernent Dr. Axel von der Ohe und Prof. Dr. André Gottschalk, Chefarzt am Diakovere Friederikenstift. (Bild: Feuerwehr Hannover)

Die beiden baugleichen ITW sind auf der Feuer- und Rettungswache 5 stationiert und ersetzen die bisherigen Fahrzeuge. Während ein Wagen für Intensivtransporte bereitsteht, dient der zweite als technische Reserve. Die Landeshauptstadt Hannover übernimmt diese Aufgabe im Auftrag des Landes Niedersachsen.

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Mit dem Wechsel auf das MAN TGM-Fahrgestell reagiert die Feuerwehr auf die gestiegenen Anforderungen bei der Verlegung schwerkranker und verletzter Patienten. Nach Angaben von Feuerwehrdirektor Christoph Bahlmann müssen die Besatzungen immer mehr medizinische Geräte mitführen. Zudem begleiten zunehmend spezialisierte Teams die Transporte. Die bisher verwendeten Fahrzeuge auf Transporter-Basis boten dafür weniger Platz.

Die neuen ITW verfügen über eine zulässige Gesamtmasse von 12 Tonnen und einen 235 kW starken Motor. Sie sind 8,78 Meter lang, 2,50 Meter breit und 3,22 Meter hoch. Den Aufbau fertigte die WAS Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH.

Zur technischen Ausstattung gehören unter anderem eine Luftfederung an der Hinterachse, eine Ladebordwand mit 1.500 Kilogramm Hubkraft sowie ein 360-Grad-Kamerasystem. Das Spiegelersatzsystem erweitert die Fahrzeugbreite auf 2,85 Meter. Hinzu kommen eine besondere Klimatisierung des Patientenraums und eine Kamera zur Überwachung des Patientenbereichs, deren Bilder nicht gespeichert werden.

Zwei Beatmungsgeräte und sechs Perfusoren an Bord

Für die intensivmedizinische Betreuung stehen in jedem Fahrzeug unter anderem zwei Corpuls 3 Touch-Monitore, zwei Hamilton T1 Intensivbeatmungsgeräte und sechs Perfusoren bereit. Zur Beladung zählen außerdem ein Blutgasanalysegerät, ein Transportultraschall, zwei Absaugpumpen und mechanische Reanimationshilfen.

Innenraum ITW
Blick in den Patientenraum eines der beiden neuen ITW der Feuerwehr Hannover. Die Fahrzeuge bieten mehr Platz für die medizinische Ausstattung und spezialisierte Behandlungsteams. (Bild: Feuerwehr Hannover)

Die beiden Intensivtragensysteme sind für unterschiedliche Patientengewichte ausgelegt. Das Starmed HeavyStar kann Patienten mit einem Gewicht von bis zu 400 Kilogramm aufnehmen, das Starmed ITS Terra ist für maximal 180 Kilogramm vorgesehen.

Eine flexibel ausgeführte Tragenaufnahme ermöglicht darüber hinaus den Transport von Inkubatoren der Medizinischen Hochschule Hannover und des Kinderkrankenhauses auf der Bult.

Regulär besteht die Besatzung eines ITW aus zwei speziell ausgebildeten Notfallsanitätern der Feuerwehr Hannover und einem Intensivmediziner des Diakovere Friederikenstifts. Insgesamt bieten die Fahrzeuge Platz für bis zu acht Personen zusätzlich zum Patienten.

Koordinierung für ganz Niedersachsen

Die ITW werden nicht ausschließlich in Hannover eingesetzt. Sie übernehmen Verlegungen zwischen spezialisierten Kliniken innerhalb Niedersachsens. Während dieser Fahrten muss die intensivmedizinische Betreuung durchgehend gewährleistet bleiben.

Die Disposition übernimmt die Koordinierungsstelle für Intensiv- und Sekundärtransporte in Niedersachsen (KoST). Sie ist in die Regionsleitstelle Hannover integriert und koordiniert entsprechende Transporte im gesamten Bundesland. Neben bodengebundenen Intensivtransportwagen stehen dafür auch Intensivtransport- und Rettungshubschrauber zur Verfügung.

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Für die ärztliche Besetzung arbeitet die Feuerwehr Hannover weiterhin mit dem Diakovere Friederikenstift zusammen. Dessen Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin bringt ihre Erfahrung bei der Begleitung komplexer Patiententransporte ein.

Chefarzt Prof. Dr. med. André Gottschalk betonte bei der Fahrzeugübergabe, dass die medizinische Versorgung während einer Verlegung ohne Einschränkungen fortgeführt werden müsse. Die neuen Fahrzeuge böten dafür die entsprechenden Voraussetzungen.

Bei der offiziellen Übergabe am 8. Oktober 2026 verwies Feuerwehrdezernent Dr. Axel von der Ohe auf die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Klinik.

Die Anschaffungskosten liegen bei rund 450.000 Euro je Fahrzeug. Die medizinische Ausstattung ist darin nicht enthalten, da ein großer Teil aus den bisherigen ITW übernommen werden kann.

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