Samstag, 10. Dezember 2016

Rauchmelder-Fehlalarme werden zur Belastung

10. Juli 2014 von  

Hamburg – In Hamburg gibt es nach Angaben der Feuerwehr über eine Million Haushalte, die in den letzten Jahren auf Grund der eingeführten Rauchmelderpflicht mit privaten Heimrauchmeldern ausgestattet worden sind. Auf der einen Seite begrüßt das die Feuerwehr – nachweislich konnten Menschenleben durch die Geräte gerettet werden. Auf der anderen Seite steigt die Zahl der Fehlalarme durch Rauchmelder drastisch an. Der Grund: Die Bewohner vergessen den Batterieaustausch.

Montage eines Rauchmelders. Foto: bvbf

Montage eines Rauchmelders. Foto: bvbf

Das Signal das ausgesendet wird, wenn die Batterie leer ist, wird von Nachbarn oftmals fälschlicherweise als Feueralarm interpretiert. Sie wählen den Notruf 112 und fordern die Feuerwehr an. Die Feuerwehr Hamburg ist nach eigenen Angaben im letzten Jahr über 1.500 mal zu Einsätzen dieser Art ausgerückt, bei denen die Wohnungseingangstüren oftmals gewaltsam geöffnet werden mussten, um die Wohnung zu überprüfen.

„Diese Schäden hätten verhindert werden können, wenn die Rauchmelder rechtzeitig mit neuen Batterien ausgestattet worden wären“, schreibt die Hamburger Feuerwehr in einer Pressemitteilung. Und weist auf eine weitere Folge hin: Der Löschzug ist unnötigerweise gebunden und steht für „reale“ Einsätze nicht zur Verfügung.

Die Feuerwehr in der Hansestadt hat festgestellt, dass die Einsatzzahlen hinsichtlich Fehlalarme bei privaten Rauchwarnmeldern in den Sommermonaten (insbesondere in der Ferienzeit) signifikant steigen. Dass habe damit zu tun, dass viele Bürgerinnen und Bürger zum einen im Urlaub weilen. Zum anderen hielten sich die Menschen bei schönem Wetter auch viel mehr im Freien auf.

Die Hamburger Feuerwehr bittet deshalb alle Einwohner, ihre privaten Rauchmelder bereits vor einem Urlaubsantritt mit neuen Batterien auszustatten um Fehlalarme zu vermeiden. Hilfreich können auch Rauchmelder mit einer Zehn-Jahres-Batterie (Langzeitbatterie) sein. Sie ersparen während ihrer Lebensdauer den Batteriewechsel komplett.

Kommentare

9 Kommentare zu “Rauchmelder-Fehlalarme werden zur Belastung”
  1. Jens sagt:

    Klar sind die Fehlalarme eine starke Belastung.
    Auch wenn der Akku alle ist, geht das Ding auch an.
    Dennoch geht es hier um die Sicherheit der im Haus lebenden Personen und dafür kann man meiner Meinung nach, die eine oder andere Zickerei des Geräts ertragen.

    Gruß Jens

  2. Georg sagt:

    Fehlalarme dreimal in zehn Jahren – Qualitätsstandards für Rauchmelder?

    Die üblichen Rauchmelder aus dem Baumarkt für 5 Euros habe ich schon seit mehr 10 Jahren in der Wohnung und achte auf aktuelle Batterien. Es gab bereits dreimal Fehlalarm, glücklicherweise war ich jeweils zu Hause. Einmal hat sich ein Nachtfalter in den nahe der Deckenlampe montierten Rauchmelder verirrt, die anderen Male könnten es Staubablagerungen gewesen sein, die Batterien waren noch gut.

    Frage an die Feuerwehr: Gibt es Qualitätsstandards für Rauchmelder, die solche Fehlalarme ausschließen?

  3. sven sagt:

    Die Rauchmelderpflicht wird Probleme schaffen:
    Belastung der Feuerwehren durch Fehleinsätze,
    Streit um Einsatzkosten für Fehlalarme,
    Streit um Kosten für Zerstörungen (z.B. gewaltsame Türöffnungen im Zusammenhang mit Fehlalarmen)

    Ob am Ende Kosten oder Nutzen überwiegen darf abgewartet werden. Der Verdacht dass die Gesetze vornehmlich die Interessen der Lobbys von Herstellern und der Versicherungswirtschaft bedienen lässt sich auch nicht von der Hand weisen.
    Die Dinge haben meist zwei Seiten- die Rauchmelderpflicht auch!

  4. Alex sagt:

    Guten Tag Georg,
    Wir als Fachhändler und Feuerwehrmann können dazu raten Qualitätsrauchwarnmelder mit dem Q zu kaufen. Diese sind zusätzlich nach der neuen Qualitätsrichtlinie VdS 3131 (vfdb 14-01) geprüft.
    Diese erfüllen somit andere Kriterien wie Billigmodelle aus dem Baumarkt, u.a. eine fest eingebaute 10 Jahres Langzeitbatterie wodurch das lästige Piepsen und Wechseln entfällt und die Verschmutzungskompensation wodurch Fehlalarme minimiert werden. Ich hoffe das hilft ein wenig weiter.

  5. Nobbert sagt:

    Die Rauchmelder nerven gewaltig und für meinen Geschmack beschränken sie mich auch in meiner persönlichen Freiheit und Entfaltung. Zum Beispiel: Ich koche und brate gerne und es handelt sich hier nicht um 5 Minutengerichte. Bin da sehr geübt und habe das Gefühl für Timing und koche nach Gehör. Denn: Ich sitze oft in einem Nebenraum am PC und Arbeite. Seit es die Rauchmelder gibt muss ich alle Türen schliessen damit nicht irgendeiner in irgendeinem Raum angeht. Seit dem haben meine Mahlzeiten nicht mehr die gleiche Quallität (oder ich riskiere eben Fehlalarme bzw. ich entferne die Batterien).
    Klingt banal ist es aber nicht! Vielen im Haus, Nachbarn, Freunde und Bekannte berichten ähnliches. Fehlalarme, z.B. durch kochen gibt es bei uns fast täglich. Rentner(innen) brauchen besoders lange zum abschalten (wo ist der Besen, Beweglichkeit, Treffsicherheit usw.). Sollen wir alle auf Fertiggerichte aus der timinggesteuerten Microwelle umerzogen werden?
    Ich hab einen Freund, Zigarillo/Zigarrenrauher, der sitzt keine 5 Minuten bei mir dann geht das Ding los und so weiter…
    Wie gesagt: Ich empfinde die Teile als erheblichen Eingriff in die persönliche Freiheit und Entfaltung.
    Interessant ist auch die Tatsache, dass alleine in meinem (großen) Bekanntenkreis 75% die Teile gesammelt an einem „sicheren“ Ort liegen und nur zu den Wartungsterminen wieder aufgehangen werden. Überträgt man das auf größere Bevölkerungsgruppen…
    Im Übrigen wurde mit den Zahlen der Todesopfer durch Rauch und Feuer auch ordentlich Panik geschürt, denn es wurden Zahlen verwendet die Bereiche Unfall, Verkehr, Industrie, Großschadensereignisse usw. völlig durcheinander würfelten.

  6. Joe sagt:

    Die Rauchmelderpflicht ist eine Katastrophe.

    Seit fast 20 Jahren habe ich Rauchmelder zu Hause.
    Meine ersten Erfahrungen mit billigen Modellen aus dem Baumarkt waren nicht so gut. Fehlalarme waren an der Tagesordnung.

    Nachdem ich auf hochwertigere Modelle setzte habe ich dieses Problem nicht mehr.
    Jetzt habe ich Rauchmelder auf die ich mich doppelt verlassen kann:
    Das sie mich rechtzeitig warnen wenn es brennt oder schmort und das sie nicht falsch auslösen und Kosten durch einen Feuerwehreinsatz auslösen.

    Bisher konnte ich meinen Rauchmelder selbst aussuchen und auch selbst bestimmen wann er getauscht werden muss.

    Demnächst sucht mein Vermieter den Rauchmelder aus. Leider ist er bekannt dafür möglichst billig zu kaufen.
    Ich muss dann damit leben wenn der Rauchmelder Fehlalarme produziert und ständig damit rechnen eine aufgebrochene Wohnung vorzufinden.

  7. Michael G. sagt:

    Zitat:
    „Das Signal das ausgesendet wird, wenn die Batterie leer ist, wird von Nachbarn oftmals fälschlicherweise als Feueralarm interpretiert.“

    Wo sind eigentlich die kreativen Hersteller, die solche Probleme erkennen und bei Lösungen Geld verdienen? Die Lösung ist doch ganz einfach – bei schwacher Batterie soll nur das Blinken öfter erscheinen (jede 5. oder 10. Sekunde), dabei dürfen keine akustische Tone ausgeben werden, oder nur sehr Leisere, wenn es wegen Vorschriften erforderlich ist.

  8. Jim sagt:

    Kann mich der Beschwerde bzgl. eingschränkter Nutzung der Wohnung nur anschließen. Man hat das Recht auf Zigaretten, Räuchermännchen, etc. Als würde es dauernd brennen. Ich bin altersmäßig deutlich über die Mitte raus, d.h. Ofenheizung in 5 Räumen von Kindheit an gewöhnt. Dennoch habe ich, der ich in vielen Städten in mehreren Ländern gewohnt habe, noch nie einen Brand erlebt, der weniger als 2..3 km von mir entfernt war. Ich hätte gern Feuermelder, die generell am Stromnetz hängen und eine Pufferbatterie haben und die man per Wandtaster gezielt ausschalten kann – denn wenn es brennt ist Panik wegen dem Lärm und Unfähigkeit zu Denken das Letzte, was man braucht. Statt „Flucht, Flucht, Flucht“ sollte man nochmal nachdenken können. Z.B. darüber, ob es so clever ist, jetzt die Wohnungstür aufzureißen.

  9. Chris sagt:

    Tja, ich sitze hier gerade 2.30 Uhr in der Nacht und warte darauf das sich dieser schreckliche Rauchmelder zu Wort meldet. Ich könnte echt so langsam kotzen. Obwohl wir laut Aussage des Schornsteinfegers qualitativ hochwertige RM haben sollen, mit einer Batterielaufzeit von 10 Jahren, müssen wir ständig Geräte austauschen welche sich bemerkbar machen. Und wann machen sie es? Genau, Nachts… Am schlimmsten sind die Dinger im Treppenhaus. Mal gucken wann ich den heute erwische. Wird wieder eine etwas ungemütliche Nacht. Leider muss ich Sonntag auch arbeiten, naja, vielleicht kann ich gleich Wach bleiben.
    Wer gibt mir eigentlich den Schlaf und damit meine kostbare Lebenszeit zurück?

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